Postkarten-Archiv | Andreas-Andrew Bornemann | Hannover-Linden | 2002-2017
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Hannover-Ahlem | Badenstedt und Davenstedt

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Archiv - Hannover-Ahlem
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Die Israelitische Gartenbauschule in Ahlem - von Dr. phil. Hans-Dieter Schmid

Hannover-Ahlem

Ahlem liegt im Westen Hannovers. Das Dorf Ahlem wird urkundlich erstmalig 1272 erwähnt. Das Dorf war trotz der Nähe zu Hannover und Linden immer ländlich geprägt. Wirtschaftsgrundlage der Dorfbewohner war die Holz, Land- und Weidewirtschaft sowie das Mühlenhandwerk; die Siedlungslage an der Leine hatte die Errichtung von Wassermühlen begünstigt. Später wurde hier auch die Leineweberei betrieben. 1730 wurde asphalthaltiges Gestein gefunden, dass aber erst Mitte des 19. Jh. wirtschaftlich genutzt werden konnte. 1895 hatte Ahlem rund 500 Einwohner. Da Ahlem eine überwiegend ländlich geprägte Gemeinde war, war dies auch ausschlaggebend für die Errichtung von bürgerlichen Häusern, die man in den 1920er und 1930er Jahren erbaute. Als Ausflugslokal wurde 1897 der Ahlemer Turm errichtet. Unweit des Ahlemer Turmes war 1893 die Israelitische Erziehungsanstalt Ahlem entstanden, die 1919 in Israelitische Gartenbauschule Ahlem umbenannt wurde. Um das Schwefel-Solebad zwischen Ahlem und Limmer, am Limmer-Holz waren Ende des 19. Jh. Kuranlagen aufgebaut worden. Das Dorf Ahlem hatte kein eigenes Postamt, sodass, das Postamt in Limmer für die Post aus Ahlem zuständig war.

Gruss vom Ahlemer Thurm | 10.06.1898

Ahlem | 12.05.1953

Im November 1938 wurden in Hannover 16 sogenannte "Judenhäuser" eingerichtet, eines davon befand sich auf dem Gelände der ehemaligen Israelitischen Erziehungsanstalt Ahlem, ab November 1919 umbenannt in Israelitische Gartenbauschule Ahlem. Die Erziehungsanstalt wurde am 1. April 1893 vom jüdischen Bankier Alexander Moritz Simon (1837-1905) gegründet.

Ab September 1941 wurden mehr als 1000 Juden von der Stadtverwaltung Hannover gezwungen, in eines der Judenhäuser zu ziehen. Später wurden die hier internierten Juden in Konzentrationslager nach Osteuropa deportiert. Gegen Ende 1944 wurde in Ahlem ein Außenlager des KZ-Neuengamme eingerichtet, in das Insassen des Außenlagers der Continental AG in Hannover-Stöcken verbracht wurden. Das Lager befand sich in der heutigen Petit-Couronne-Straße nahe der Ahlemer Höhe. Ein Großteil der Häftlinge, baute in einem Stollen unterirdisch Asphalt ab. Seit 1994 erinnert ein Mahnmal an die Opfer des Lagers. Ahlem war bis 1974 eine eigenständige Gemeinde und wurde dann in die Stadt Hannover eingemeindet.

Düngeversuch mit Prunus triloba 1908 von
Wasem & Lobermeier | 12.03.1909

Reserve-Lazarett - Israelitische Erziehungsanstalt
Ahlem | 28.10.1914

Hannover-Badenstedt

Badenstedt liegt im Süden Hannovers. Das Dorf, dass am Osthang des Benther Berges liegt, kommt Anfang des 14. Jh. als Badenstede in Urkunden vor. Mit der Förderung und der Verarbeitung von Bodenschätzen hatte sich im 18. und frühen 19. Jh. zunächst die Rohstoffindustrie entwickelt; dies war ein entscheidender Wegbereiter der Industrialisierung. In der Gemarkung wurde 1831 eine Saline angelegt, die bis in die 1960er Jahre bestand. Das Dorf Badenstedt wurde 1909 mit der Stadt Linden eingemeindet und 1920 zusammen mit Linden, der damaligen preußischen Provinzialhauptstadt Hannover einverleibt.

Gruss aus Badenstedt | 10.12.1911
(Restaurant von H. Heerhorst)

Hannover-Badenstedt - 10.10.1968

Die Einwohnerschaft war aufgrund der Nähe zu den großen Industriegebieten Lindens und Limmers durch ein rein traditionelles Arbeitermilieu geprägt, deshalb befinden sich hier auch heute noch viele Genossenschaftswohnungen. Badenstedt zählte 1895 - 1280 Einwohner. Das Wohngebiet nordöstlich des Bornumer Holzes (östlich der Güterumgehungsbahn) wird auch Körtingsdorf genannt. Vorgänger der Siedlung nahe der Firma Körting ist eine heute nicht mehr vorhandene Arbeitersiedlung, errichtet gegen Ende des 19. Jh. Es konnten lediglich zwei der alten Arbeiterhäuser gerettet werden. Da Badenstedt nach dem Krieg, 1945 weitgehend unbeschädigt war, haben viele Heimatvertriebene und Flüchtlinge aus dem Osten, in Hannover-Badenstedt eine neue Heimat und Unterkunft gefunden.

Hannover-Davenstedt

Erstmals erwähnt wird Davenstedt als Davenstide im Marstemgau, 1022 in einer von Kaiser Heinrich II. (973/78-1024) ausgestellten Stiftungsurkunde des Hildesheimer Michaelisklosters, deren Echtheit angezweifelt wird. Eine zweite Erwähnung in Kirchenbüchern als Davenstede Bistum 1280 ist dagegen unstrittig. 1770 lebten in Davenstedt 120 Einwohner. 1902 wird die Freiwillige Feuerwehr Davenstedt gegründet. Das Dorf wird 1909 in die damalige Stadt Linden eingemeindet. 1920 wird der Sportverein TUS Davenstedt gegründet. Vom Davenstedter Holz (ehemaliger Gemeindewald), am Geveker Kamp ist außer der gleichnamigen Straße und einer Bus-Haltestelle nur ein kurzer Bachverlauf übrig geblieben.

Gruss aus Davenstedt
Gastwirtschaft v. H. Bleidiesel | 30.05.1898

Gruss aus Davenstedt
Gastwirtschaft Heinrich Bleidiesel | 27.04.1903

Im alten Dorfkern befindet sich die St. Johannes Kapelle, eine der zwei erhaltenen Fachwerk-Kapellen Hannovers. In der Nähe steht der Backstein-Neubau, der St. Johannes Kirche, in einem parkähnlichen Gelände, verbunden mit Kindergarten, Gemeinde-Saal, Küster- und Pastoren-Haus.

Gartenbaubetrieb Paul Tagmann

Der Gartenbaubetrieb wurde 1896 an der Davenstedter Straße 240 gegründet. Man züchtete hauptsächlich Rosen und Alpenveilchen, deren Samen auch weitweit vertrieben wurden.

In Kriegszeiten stellte der Familienbetrieb auf Gemüseanbau um, um die Bevölkerung zu versorgen. 2009 wurde der Betrieb von Andrea Langehein übernommen. Nun wurden Pflanzen, Schnittblumen und Wohnaccessoires verkauft. Am 8. Juli 2012 musste die Ururenkelin des Gründers den Betrieb schließen.

Gartenbaubetrieb Paul Tagmann
(Davenstedter Straße 240) | 12.07.1913

Siedlung Kriegerheimstätten, Davenstdet bei Hannover
Siedlung Winfried, Davenstedt bei Hannover | 06.09.1926

Notkirche Christ-König, Hannover-Davenstedt

Gruß aus Davenstedt | 02.08.1934

Literatur- und Quellenverzeichnis

Andreas-Andrew Bornemann / Postkarten / Text

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Geschichte der Stadt Hannover I/II | Dr. Klaus Mlynek, Dr. Waldemar R. Röhrbein | Schlütersche Verlag | 1994
Stadtarchiv Hannover
Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart | Dr. Klaus Mlynek, Dr. Waldemar R. Röhrbein | Schlütersche GmbH & Co. KG Verlag und Druckerei | 2009
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