Postkarten-Archiv | Andreas-Andrew Bornemann | Hannover-Linden | 2002-2017
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Barnum and Bailey Limited Circus | Ringling Brothers Circus | Die Zirkuspolka | Der Clown Lou Jacobs

Phineas Taylor Barnum (1810-1891)

Phineas Taylor Barnum wurde am 5. Juli 1810 in Bethel, Connecticut/USA als ältestes von fünf Kindern geboren, schon mit 12 Jahren startete er den Verkauf von Lotterielosen. Mit 25 Jahren investierte er 1.000 US-Dollar für die Vermarktungsrechte an der angeblich 161 Jahre alten Joice Heth (1756-1836), sie behauptete, die Amme von George Washington (1732-1799) gewesen zu sein. Die erfolgreiche Vermarktung dieser “Sensation” war Phineas T. Barnum Start ins Showbusiness.

Barnum and Bailey Limited | 02.04.1891

Phineas Taylor Barnum zog 1834/35 nach New York City/USA und übernahm dort 1841 das "American Museum" am Broadway in Manhattan. Dort präsentierte er neben einigen ausgestopften Vögeln, einen Flohzirkus, Kleinwüchsige und Menschen mit Albinismus. Er baute das "American Museum" zu einem der größten Unterhaltungsspektakel des 19. Jh. aus.

Neben den Ausstellungen, die eine Ansammlung von allem, was irgendwie interessant sein konnte, darstellten, half ihm dabei sein Talent zur Inszenierung und Öffentlichkeitsarbeit. Jeder neue Programmpunkt wurde mit Plakaten und in Zeitungen als "Sensation" beworben. Dazu schrieb er Artikel und Leserbriefe, um seine Ausstellung immer wieder zum Gesprächsthema zu machen. Auch vor Bluffs, inszenierten Konkurrenzen und Betrügereien schreckte er nicht zurück. So gab sich einer seiner Mitarbeiter als Doktor aus London/England aus, um eine "Fidschi-Meerjungfrau" zu propagieren. Diese bestand aus dem Oberkörper eines Affen, der geschickt auf einem Fischleib angebracht war, und wurde so 1842 zur Sensation.

Barnum and Bailey Limited | 07.08.1900

Barnum and Bailey Limited | 24.10.1900

Grosser Parade-Umzug von Barnum und Bailey
23.08.1900

Barnum and Bailey Limited | 20.06.1901

Museumsbrand | Jumbo, genannt der "König der Elefanten“ stirbt.

Als das "Barnum American Museum" am Broadway in Manhattan/New York City unter mysteriösen Umständen am 13. Juli 1865 abbrannte, vermutlich war wohl Brandstiftung die Ursache, verlegte sich Phineas Taylor Barnum mehr und mehr auf das Zirkusgewerbe. Wobei er auch weiterhin Museen betrieb, eines seiner Museen brannte ebenfalls im März 1868 ab. Mit 61 Jahren gründete er am 10. April 1871, in Brooklyn bei New York City, "Phineas Taylors Barnum’s Grand Travelling Museum, Menagerie, Caravan and Circus" - zu dieser Zeit das größte Zirkusunternehmen der amerikanischen Geschichte

Mit seinem Museumsdirektor und Sideshow-Manager George B. Bunnell (1835-1911) eröffnete er 1876 als stiller Teilhaber das "New American Museum" - (Bunnell’s Museum) in der Bowery Street 103-105, in Manhattan. Drei Jahre später zog das Museum 1879 in größere Räume, in die Bowery (Bowery Street 298) um, und am 2. Juni 1879 brannte das neue Museum wieder ab. Danach eröffnete George B. Bunnell am 8. Dezember 1880 ohne Phineas Taylor Barnum sein neues "Bunnell’s Museum" am Broadway 711 in Manhattan. Phineas T. Barnum verband sich 1885 mit James Anthony Bailey (1847-1906), eigentlich James Anthony McGinnis zum “Barnum London Circus”. James A. Bailey wurde am 4. Juli 1847 in Detroit, Michigan/USA geboren.

Barnum and Bailey Katzen - Orchester

Barnum and Bailey Limited | 25.10.1900

Jumbo, genannt der "König der Elefanten“

Im gleichen Jahr, am 15. September 1885, ereignete sich ein schlimmer Unfall. Vermutlich aufgrund eines Weichenfehlers wird der Zirkuselefant "Jumbo" beim Umladen im Bahnhof von St. Thomas, Ontario/Kanada von der Lokomotive eines Güterzuges erfasst. Die Lokomotive und zwei weitere Wagen entgleisten. Der Lokomotivführer und der Elefant kommen dabei ums Leben.

Jumbo, genannt der "König der Elefanten“, war ein afrikanischer Elefantenbulle, der infolge einer intensiven und bis dahin für ein Zootier beispiellosen Presseberichterstattung als Publikumsmagnet weltberühmt wurde. Er gelangte 1861 zunächst nach Paris/Frankreich, dann nach London/England, wo er von 1865 bis 1882 eine der Hauptattraktionen des Londoner Zoos war. Phineas T. Barnum erwarb ihn 1882 und präsentierte ihn in den folgenden Jahren gewinnbringend in den USA. Bereits zu Lebzeiten und über seinen Tod hinaus wurde Jumbo zur Legende; sein Name ist bis heute weltweit ein Synonym für Größe.

Barnum and Bailey Limited | 15.09.1900

Circus Barnum & Bailey - Elefantenherde | 19.11.1901

ErsteTournee der "Greatest Show on Earth" durch die USA und Europa | Phineas Taylor Barnum stirbt.

Die “Barnum & Bailey Greatest Show on Earth” tourt 1888 erstmals durch die USA. Der Zirkus behandelte die ausgestellten Tiere wie sonstige Ausstellungsstücke; in den 1880er-Jahren geriet Phineas Taylor Barnum deshalb in einen langen Rechtsstreit mit dem US-amerikanischen Tierschutzverein - American Society for the Prevention of Cruelty to Animals (ASPCA).

Der "Zirkuspionier" Phineas Taylor Barnum starb am Dienstag den 7. April 1891 im Alter von 80 Jahren in seiner Villa, im Winterquartier, in Bridgeport, Connecticut/USA und wurde auf dem Mountain Grove Friedhof in Bridgeport beerdigt.

Da der Zirkusunternehmer von 1865 bis 1866 sowie von 1877 bis 1879 dem Repräsentantenhaus von Connecticut/USA angehörte, von 1875 bis 1876 Bürgermeister von Bridgeport war und auch an der Gründung des 1878 eröffneten Bridgeport Hospitals beteiligt war, er wurde auch dessen erster Präsident, wurde ihm zu Ehren 1893 ein Denkmal im Seaside Park (zuvor hatte er 1865 das große Grundstück für den Park der Stadt gestiftet) errichtet. Auch die "Barnum Public School" in Bridgeport wurde später nach Phineas Taylor Barnum benannt.

Residence on Barnum Estate, Bridgeport Conn.

James A. Bailey führte nach Phineas Taylor Barnums Tod die "Greatest Show on Earth" zu neuen Höhen: 85 Güterwagen benötigte der Tross, über 1000 Mitarbeiter waren im Zirkus beschäftigt, fünf Bühnen und Menagen wurden unterhalten.

P. T. Barnum Monument, Seaside Park,
Bridgepoert Conn. | 04.12.1930

Barnum Public School Bridgeport, Conn. | 05.11.1909

Das Zirkusunternehmen reiste von 1897/98 bis 1902 mit einem eigenen Sonderzug durch Europa. Von April bis November 1900 tourte man mit 17 Zirkuszelten durch Deutschland. Man gab unter anderem vom 15. April bis 13. Mai 1900 in Hamburg und vom 16. Mai bis 10. Juni 1900 in Berlin Vorstellungen. Vom 2. bis 7. August 1900 gastierte die "Greatest Show on Earth" in Hannover/Niedersachsen und vom 25. Oktober bis 7. November 1900 war der Zirkus in München/Bayern zu sehen.

Cirkus Barnum & Bailey
Gruss aus Braunschweig bei Schöppenstedt | 04.08.1900

Barnum and Bailey Limited | 26.11.1901

Die "Greatest Show on Earth" gab vom 25. November 1900 bis 24. Februar 1901 in Wien/Österreich ein Gastspiel, der Zirkus bot Sitzgelegenheiten für 8000 Besucher. Am 6. Juli 1901 kam es im oberschlesischen Beuthen (heute Bytom in Polen) zu einem schweren Unfall. Der Sonderzug des Zirkus fuhr mit hoher Geschwindigkeit auf einen zweiten Zug auf. Dabei kamen zwei Menschen ums Leben, weitere wurden schwer verletzt. Auch zahlreiche Tiere wurden getötet. Danach ging es wieder nach Deutschland und ab September 1901 weiter nach Holland und Belgien. Von November 1901 bis Oktober 1902 tourte man durch Frankreich und die Schweiz. Ab März 1903 ging der "Barnum and Bailey Limited Circus" wieder bis 1918 in den USA auf Tour.

Barnum and Bailey Limited | 25.08.1900

Barnum and Bailey Limited | 26.02.1901

Die Ringling Brothers - "The Kings of the Circus World"

Die "Ringling Brothers": Albert "Al" Charles (1852-1916), Alfred "Alf T." Theodore (1862-1919), Charles "Charley" Edward (1863-1926), John Nicholas (1866-1936), er war seit 1905 mit Mable Ringling, geb. Burton (1875-1929) verheiratet und William Henry Otto (1858-1911), später kamen noch Augustus Gustav "Gus" (1854-1907) und Henry William George (1869-1918) dazu, starteten 1870 in Baraboo, Wisconsin/USA ihren ersten Zirkus und waren bald als " The Kings of the Circus World" bekannt.

Die Ringling Brothers tourten unter dem offiziellen Namen "The Ringling Brothers United Monster Shows, Great Double Circus, Royal European Menagerie, Museum, Caravan, and Congress of Trained Animals", ab November 1882 als "The Ringling Brothers Classic and Comic Concert Company" und 1884 als "The Ringling Brothers Circus" durch die USA. Seit 1888 hatte man auch zwei Elefanten und ein Zirkusorchester zu bieten. Es wurde ein Jahresumsatz von rund 15,000 US-Dollar erzielt.

Das Familienoberhaupt stammte ursprünglich aus Deutschland. August Ruengling (1826-?) wanderte in die USA aus und heiratete in Milwaukee, Wisconsin/USA Marie Salomé Ruengling (1833-?), geb. Juliar. Später änderte er seinen Familiennamen in Ringling um. Das Ehepaar hatte sieben Söhne und eine Tochter, Ida Loraina Wilhelmina Ringling (1874-1950). Erst wohnte die Familie in Chicago, Illinois/USA, zog dann nach Baraboo und nach dem Bürgerkrieg 1865 nach McGregor, Iowa/USA.

Die Ringling Brothers übernehmen den "Barnum and Bailey Limited Circus"

James A. Bailey war im Frühjahr 1906 in Mount Vernon, New York/USA gestorben, 1907 übernahmen die Ringling Brothers für 410,000 US-Dollar ihren größten Konkurrenten, den "Barnum and Bailey Limited Circus". Der Zirkus blieb unter gleichem Namen und selbstständigem Programm unabhängig. Nur die Geschäftsführung wurde durch die Ringling Brothers übernommen.

Zu dieser Zeit waren auch die sogenannten "Sideshows" (Abnormitätenkabinette) beim Publikum sehr beliebt. Manager der "Barnum and Bailey Sideshows" war der bekannte Sideshow-Manager Clyde Nigalls (1876-1940). Eine Sideshow war ein spektakuläres Beiprogramm von Zirkusveranstaltungen für ein Publikum aus einfachen Verhältnissen. Die Sideshow konnte eine Abnormitätenschau, eine Art Völkerschau, ein Varieté-Programm wie das US-Vaudeville (eine Mischung aus Varieté und Zirkusprogramm) oder eine erotische Darbietung wie die Burlesque sein. Zu den letzten regelmäßigen Sideshows mit humorvollhistoristischem Anstrich gehören die Sideshows by the Seashore auf Coney Island/Brooklyn, bei New York City/USA.

Barnum and Bailey Greatest Show on Earth | 23.07.1908

Les Rigolos de Barnum & Bailey | 15.08.1910

Gründung der “Barnum and Bailey Women's Equal Rights Society“

Die Zirkusartistinnen des "Barnum and Bailey Limited Circus" gründeten 1912 die “Barnum and Bailey Women's Equal Rights Society“. Die Organisation mit mehr als 800 Mitgliedern wurde gegründet, um die Rechte der weiblichen Artistinnen zu vertreten. Präsidentin wurde die Artistin Josephine DeMott Robinson (1868-1948) und als Vizepräsidentin wurde die aus einer bayrischen Zirkusfamilie stammende Kraftartistin "Stärkste Frau der Welt" - Kate Sandwina (1884-1952), eigentlich Katherina Brumbach gewählt. Die Zirkusartistinnen setzten sich besonders für ein landesweitest, Frauenwahlrecht in den USA ein.

Souvenir de Barnum et Bailey
Un groupe de Femmes-Artistes | 21.08.1902

Circus Barnum & Bailey
Musikwagen und Reitdamen | 05.07.1900

Ringling Brothers and Barnum & Bailey Circus | Winterquartier

Als 1919 der "Barnum and Bailey Limited Circus" mit dem "Ringling Brothers Circus" fusionierte, entstand das größte Zirkusunternehmen der Welt, der "Ringling Brothers and Barnum & Bailey Circus". Das neue Zirkusunternehmen hatte sein Winterquartier in Sarasota, Florida/USA. Das 20 ha große Anwesen wurde 1911 erworben und mehrmals umgestaltet.

Ringling Bros. and Barnum & Bailey Combined Shows.
Winter Quarters - Saratota, Fla.

Main Entrance - Ringling Bros. and Barnum & Bailey
Winter Quarters Sarasota Fla. | 13.12.1948

Lou Jacobs (1903-1992), eigentlich Johann Ludwig Jakob, gebürtig aus Bremerhaven in Deutschland, heuerte 1925 als Clown und Entertainer beim "Ringling Brothers and Barnum & Bailey Circus" an, dem er bis 1985 angehörte.

Siehe auch weiter unten: Der Clown Lou Jacobs

Das "John und Mable Ringling Museum of the Arts" in Sarasota | Winterresidenz

Der Grundstein für das "John und Mable Ringling Museum of the Arts" wurde 1928 auf dem vom Zirkusunternehmen 1911 erworbenen Anwesen in Saracota, Florida/USA gelegt. John Nicolas Ringling (1866-1936), er war seit 1905 mit Mable Burton Ringling (1875-1929), geb. Burton verheiratet, war nicht nur Partner des "Ringling Brothers and Barnum & Bailey Circus", sondern auch als Kunstliebhaber mit großer Sammelleidenschaft bekannt. In Sarasota erwarb sein Zirkusunternehmen nicht nur Grundbesitz, um dort seine Winterresidenz und das Winterquartier für den "Ringling Brothers and Barnum & Bailey Circus" zu errichten, sondern auch um sein Museum zubauen. Seit 1912 wohnte das Ehepaar auch privat auf dem Anwesen.

The Ringling Art Museum, Sarasota, Florida | 30.01.1941

View in partio of John and Mable Ringling Museum of the Arts, between Sarasota and Bradenton... | 26.01.1956

Die Kunstsammlungen befinden sich heute unter anderem in der ehemaligen "Villa Cà d'Zan". Die Villa wurde in den Jahren 1924 bis 1926 im Renaissance-Stil für 1,5 Mio. US-Dollar mit Friesen, Brunnen, Gewölben und Säulen durch den New Yorker Architekten Dwight James Baum (1886-1939), im Auftrag von John und Mable Ringling errichtet. Die Sammlungen umfassen insbesondere die Kunstgalerie (darunter Gemälde von Peter Paul Rubens, Velázquez, Poussin, van Dyck und anderen barocken Meistern, sowie seltene Antiquitäten aus Zypern) und ein Zirkusmuseum, umgeben von einem wunderschönen Garten.

John Nicolas Ringling vermachte nach seinem Tod 1936, seine Kunstsammlung und sein Anwesen den Bürgern Floridas.

Ringling Bros. and Barnum & Bailey Circus
Unloading at Winter Quarters Sarasota Fla.

Single and Double Humped Camels at Ringling Bros.
Winter Quarters Sarasota Fla. | 24.03.1945

Die Zirkuspolka

Die Zirkuspolka (Originaltitel: Circus Polka: For a Young Elephant) ist ein Instrumentalstück des russisch-französisch-US-amerikanischen Komponisten Igor Strawinski (1882-1971), das ursprünglich 1942 für eine Ballettproduktion des Choreografen George Balanchine (1904-1983) für den "Ringling Brothers and Barnum & Bailey Circus" komponiert wurde. Aufgeführt wurde die Zirkuspolka von einem aus je 50 Elefanten und Ballerinen bestehenden Ballett. 1944 veröffentlichte Igor Strawinski eine Orchesterfassung der Zirkuspolka, die seitdem zum Standardprogramm vieler Orchester zählt.

Souvenir de Barnum et Bailey. Un des group d'Éléphants
de Barnum & Bailey en file indienne | 27.10.1910

Circus Barnum & Bailey Elephantengruppe | 19.09.1900

Brand in Hartford (Connecticut, USA) | Der Film "The Greatest Show on Earth" | Letzte Sideshow

Am 6. Juli 1944 kam es zu einem verheerenden Brand, als der Zirkus in Hartford, Connecticut/USA niederbrannte.

Bei dem Brand wurden 168 Menschen getötet und ca. 700 Menschen verletzt (die Zahlen differieren, je nach Quelle). Insgesamt explodierten durch eine weggeworfene Zigarette etwa 800 kg Paraffin und rund 6.000 Gallonen (25 m³) Gas.

Unter der Regie von Cecil B. DeMille (1881-1959) wurde 1952 der US-amerikanische, halbdokumentarische Spielfilm "Die größte Schau der Welt" (Originaltitel: "The Greatest Show on Earth") mit den Hollywood-Schauspielern Charlton Heston (1923-2008), Betty Hutton (1921-2007), Dorothy Lamour (1914-1996) und James Stewart (1908-1997) gedreht.

Die letzten Sideshows (Abnormitätenkabinette) im "Ringling Brothers and Barnum & Bailey Circus" gab es 1956 zu sehen.

Ringling Bros. and Barnum & Bailey Circus World Showcase,
Barnum City, Florida

Das Ende des "Ringling Brothers and Barnum & Bailey Circus".

Im Mai 2016 hatte das Zirkusunternehmen nach jahrelangen Protesten von Tierschützern seine berühmten Elefantenshows eingestellt. Genau ein Jahr später beendete der "Ringling Brothers and Barnum & Bailey Circus" nach 146 Jahren im Mai 2017 "The Greatest Show on Earth" und stellte seinen Betrieb ein. Als Grund gab das Unternehmen die hohen Betriebskosten sowie sinkende Besucherzahlen nach dem Ende der Elefantenshows an.

Der Clown Lou Jacobs (1903-1992)

Lou Jacobs, eigentlich Johann Ludwig Jakob war Clown und Entertainer deutsch-jüdischer Herkunft. Er wurde am 1. Januar 1903 in Geestemünde/Bremerhaven geboren. Bereits als 7-Jähriger hatte er schon Auftritte in einem Bremer Varieté.

Er wanderte 1923 in die USA aus, wo er in den "New Yorker Vaudeville-Shows", in New York City, unter dem Namen "Lou Jacobs" auftrat. 1925 heuerte er beim "Ringling Brothers and Barnum & Bailey Circus" an, dem er bis 1985 angehörte. Lou Jacobs trat 1948 für Kinder, die die Konzentrationslager (KZ) der Nationalsozialisten überlebt, hatten kostenlos auf.

Lou Jacobs hatte 1952 einen Auftritt in Cecil B. DeMilles (1881-1959) Film “The Greatest Show on Earth” an der Seite von James Stewart (1908-1997). Er heiratete 1953 Jean Jacobs, geb. Rockwell, ein ehemaliges Showgirl des "Ringling Brothers and Barnum & Bailey Circus", aus der Ehe gingen zwei Töchter hervor. Lou Ann Jacobs wurde Luftakrobatin und Elefantentrainerin, Dolly Jean wurde ebenfalls Luftakrobatin.

Lou Jacobs | Johann Ludwig Jakob

Lou Jacobs wurde 1966 mit einer "5 Cent Briefmarke" in den USA geehrt. Damit war er die erste Persönlichkeit in den USA, der diese Ehre noch zu Lebzeiten zu Teil wurde. Lou Jacobs war 1968 auch einer der Gründer des "Ringling Bros. and Barnum & Bailey Clown College", an dem er bis 1991 die Meisterklasse unterrichtete. Das College wurde 1997 geschlossen.

Clowning at Ringling Bros. and Barnum & Bailey Winter Quarters, Sarasota, Fla.

At the Circus, Ringling Bros. and Barnum & Bailey Winter Quarters, Sarasota, Fla.

Lou Jacobs verabschiedete sich 1986 nach annähernd 30.000 Vorstellungen von der Zirkusbühne. 1987 erhielt er den "Ringling Bros. and Barnum & Bailey Circus Lifetime Achievement Award". Ein Jahr später wurde sein Stern im "Sarasota's Circus Ring of Fame" enthüllt. 1989 wurde er in die "Circus Hall of Fame" in Peru, Indiana/USA, und in die "Clown Hall of Fame" in Delavan, Wisconsin/USA aufgenommen. Er wurde auch auf dem "Internationalen Circus Festival" in Monte Carlo, in Monaco geehrt.

Lou Jacobs kehrte 1987 für die Dreharbeiten zu dem autobiografischen Film: "Finale - Ein alter Clown nimmt Abschied" in seine Heimatstadt zurück. Am 13. September 1992 starb er im Alter von 89 Jahren an Herzversagen in Sarasota/Florida.

                            

 Elephant and Clown (Lou Jacobs) at Ringling    Giraffe and Clown at Ringling Bros.
  Bros. and Barnum & Bailey Winter Quaters,  and Barnum & Bailey Winter Quaters,
                         Sarasota, Fla.                            Sarasota, Fla. | 23.01.1948

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Literatur- und Quellenverzeichnis

Andreas-Andrew Bornemann / Postkarten / Text

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Die große Trommel. P. T. Barnum der Meister der Reklame. | Otto Ernst Sutter | Verlag: Otto Wigand | 1924
Tollkühne Frauen: Zirkuskünstlerinnen zwischen Hochseil und Raubtierkäfig | Brigitte Felderer & Helma Bittermann | Knesebeck GmbH & Co. Verlag KG | 2014
Women of the American Circus, 1880-1940 | Katherine H. Adams und Michael L. Keene | McFarland & Co Inc. | 2012
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