Postkarten-Archiv | Andreas-Andrew Bornemann | Hannover-Linden | 2002-2017
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Die Geschichte des Lindener Marktplatz

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Archiv - Lindener Marktplatz | Marktbrunnen | Neues Rathaus | Stephanusstraße

Der Lindener Marktplatz ist das lebendige Herz der ehemaligen Stadt Linden.

Die Lindener fühlten sich schon lange vor dem Jahr 1885 als Städter und nicht unbedingt als Dorfbewohner, hatte der Ort Linden zwischen dem Lindener Berg und dem Fluss Ihme gelegen, doch stets seinen eigenen Charakter, der sich zuweilen doch deutlich von den Bauerndörfern in seiner Umgebung abhob. Das Dorf hatte zwar pünktlich zur Stadterhebung am 1. April 1885 ein Rathaus an der Ricklinger- Ecke Deisterstraße erhalten, so fehlte aber der Stadt Linden doch ein richtiger Mittelpunkt, eben ein Marktplatz. Ein Jahrzehnt später legte man den "Marktplatz" (Abb. 1), zu dieser Zeit hieß der "Lindener Marktplatz" nur "Marktplatz" zwischen Falken- und Davenstedter Straße, allerdings gegen den größten Widerstand der dort ansässigen Bauern 1896 an. Die Anlage war im dicht bebauten Kern des alten Dorfes geplant. Nur durch ein Enteignungsverfahren gelang es den Bebauungsplan durchzuführen. Große Teile des Dorfes wurden abgerissen und damit veränderte sich das Bild Lindens stark.

Marktplatz | 31.12.1899 (Abb. 1)

Neues Rathaus | 31.12.1912 (Abb. 2)

Das "Neue Rathaus" und das "kaiserliche Reichspostamt"

Da das 1884 erbaute Rathaus in der Ricklinger Straße zu klein geworden war, Linden hatte nun schon fast 50.000 Einwohner schrieb der Lindener Magistrat 1896 einen Wettbewerb für ein "neues Rathaus" (Abb. 2) aus. Dieses neue Rathaus sollte ein echter Mittelpunkt Lindens am neuen Marktplatz werden. Bis zum 31. Oktober 1896 lagen 35 Entwürfe für das neogotische Gebäude vor. Da man sich nicht zu einem ersten Preis entschließen konnte, vergab man zwei zweite Preise an die Architekten Emil Seydel (1870/71-1898) aus Halle an der Saale in Sachsen-Anhalt und an den Emil Lorenz (1857-1944) aus Hannover. Emil Seydel entwarf die Pläne, da man der Meinung war, dass sein Entwurf den Charakter des "Norddeutschen Rathauses" am besten zum Ausdruck bringe. Zwei Jahre nach Baubeginn des Mittelbaus und des Südflügels an der Egestorffstraße feierte man Richtfest, da der Rohbau schon fertiggestellt war. Der Nordflügel wurde erst 1912/13 nach Plänen von Emil Seydel errichtet.

Der Architekt Emil Seydel starb noch während der Bauzeit mit 27 Jahren am 18. Mai 1898 an einem Gehirnschlag. Der Neubau wurde trotzdem nach seinen Plänen fertiggestellt. Das Lindener Stadtbauamt führte unter der Leitung des Stadtbaumeisters Georg Fröhlich (1853-1927) bis 1899 den Neubau für 495.000.00 Mark aus. Anfang Oktober 1899 wurde das Gebäude in Betrieb genommen. Neben den diversen Verwaltungsräumen beherbergte das "Neue Rathaus" auch einen ca. 100 qm großen Sitzungssaal, in dem der Lindener Magistrat tagte. Außerdem fand im Gebäude auch das Steueramt und im zweiten Stock die Dienstwohnung, für den Bürgermeister der Stadt Linden platz. Es gab im "Neuen Rathaus" auch noch den "Ratskeller", den wohl jedes Rathaus in Deutschland beherbergte. Im Erdgeschoss befanden sich außer einigen Verwaltungsräumen noch Ladengeschäfte und Lagerräume.

Zum neuen Rathauskeller in Linden | 18.07.1900

In der Badenstedter Straße 12., in Linden-Mitte wurde 1906 für den Lindener Bürgermeister von der Stadt Linden ein Dienstwohngebäude für den Bürgermeister errichtet. Dadurch konnte die Dienstwohnung im "Neuen Rathaus" anderweitig genutzt werden. Das Gebäude Badenstedter Straße 12. ist noch vorhanden und steht heute unter Denkmalschutz.

An der Ecke Niemeyer- und Posthornstraße stand das prunkvolle "kaiserliche Reichspostamt", (Abb. 3), das Backsteingebäude wurde ebenfalls in der Zeit von 1897 bis 1898 erbaut. Den ersten Entwurf für das Postamt in Linden lehnte Kaiser Wilhelm II (1859-1941) mit der Begründung ab: Die Front des Gebäudes sieht ihm nicht gotisch genug aus und sticht ab gegen den schön, streng gehaltenen Giebel. Das Gebäude wurde im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt und im Oktober 1960 abgebrochen. Heute steht dort das Postgebäude der Deutschen Post AG aus dem Jahr 1962.

Postamt | 26.08.1918 (Abb. 3)

Hannah Arendts Geburtshaus | Marktplatz mit Falkenstrasse
09.08.1904 (Abb. 4)

Hannah Arendt (1906-1975) Theoretikerin und Publizistin

Die meisten Häuser am Lindener Marktplatz sind Backsteinbauten aus den Jahren um 1900. Im Eckhaus Lindener Marktplatz 2 (Abb. 4) wurde am 14. Oktober 1906 die jüdische Theoretikerin und Publizistin Hannah Arendt geboren. Eine Hinweistafel erinnert dort an die berühmte Lindenerin. 1933 musste sie vor den Nationalsozialisten über Frankreich nach New York City in die USA flüchten, seit 1937 war sie staatenlos und bekam erst 1951 die Staatsbürgerschaft der USA. Sie war unter anderem als Historikerin, Journalistin und Hochschullehrerin tätig, außerdem veröffentlichte sie wichtige Beiträge zur politischen Philosophie. Gleichwohl lehnte sie es stets ab, als eine "Philosophin" bezeichnet zu werden; auch der Begriff "politische Philosophie" gefiel ihr nicht, sie bevorzugte "politische Theorie". Hannah Arendt starb am 4. Dezember 1975 in New York City.

An der Nordspitze, Davenstedter Straße 4 befindet sich noch die Villa des Senators Hermann Heinrich Stephanus (1827-1899) aus dem Jahre 1863, nach dem Fabrikant und Senator Stephanus wurde, auch die Stephanusstraße, gleich nebenan benannt.

Wochenmarkt und "Lindener Nachtwächter"

Der erste regelmäßige Wochenmarkt in Linden fand am 18. August 1883 neben dem alten "Alten Rathaus" (Abb. 5) an der Ricklinger- Ecke Deisterstraße statt. Der heutige Wochenmarkt, der jeden Dienstag und Samstag in der Zeit von 8.00 Uhr bis 13.00 Uhr stattfindet, wird vom "Lindener Nachtwächter" (Abb. 6) bewacht, ausgestattet mit einer Hellebarde, Laterne und Signalhorn, zu seinen Füßen ein treuer Hund. Eigentlich sollte die Bronzestatue des Berliner Bildhauers Hans Dammann (1857-1942) auf dem Holzmarkt in der Altstadt Hannovers aufgestellt werden. Dort entschied man sich aber für ein anderes Modell. Der Lindener Magistrat erwarb auf Anraten des Senators Stephanus die Figur, mit Hilfe des Lindener Bürgerverein von 1883 und einer Spende des Senators in Höhe von 5000 RM konnte die Bronzestatue den Hannoveranern abgekauft werden.

Altes Rathaus Ricklinger- Deisterstraße | 27.07.1917 (Abb. 5)

Marktplatz| 23.01.1915 (Abb. 6)

Am 20. September 1896 wurde das Denkmal enthüllt. Zwei Jahre später, 1898 wurde die Laterne elektrisch beleuchtete und 1914 die Brunnenanlage nochmals um einige Meter in Richtung neues Rathaus verschoben. Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Statur des Nachtwächters eingezogen und sollte eingeschmolzen werden. 1949 kehrte die Figur jedoch unbeschadet aus Hamburg zurück und wurde am 25. Mai 1950, allerdings war der Sockel abhanden gekommen, ohne die Symbole der Nacht, wie Kater und Fledermaus auf einem Sockel aus rotbraunem Granit wieder aufgestellt.

In einem hannoverschen Stadtführer aus dem Jahr 1909 wird der Marktbrunnen wie folgt beschrieben: "In einem Becken aus grauem Granit erhebt sich eine gedrungene gotische Säule aus rotem Granit; auf dieser steht, den wachsamen Hund zu seinen Füßen, der Wächter der Stadt, breitbeinig und hochgereckt, ein Urbild selbstbewussten, auf sich selbst gestellten Bürgertums, in der Rechten das Horn zum hineinblasen ansetzend, die Linke erhoben, den Spieß und die Laterne haltend. Als Wasserspeier sind an dem Säulensockel vier den Buckel krümmende Katzen und vier Fledermäuse angebracht."

"25 Jahre Stadt Linden" und Eingemeindung nach Hannover

Am 1. April 1910 feierte die Lindener Bürgerschaft auf dem Marktplatz "25 Jahre Stadt Linden" (Abb. 7) zehn Jahre später am 1. Januar 1920 ist Linden ein Stadtteil von Hannover. Ein im Lindener Rat einstimmig angenommener Eingemeindungsbeschluss erhielt in Hannover eine knappe Mehrheit, so war es vorbei mit der Selbstständigkeit. 1926 wurde am Lindener Marktplatz, gegenüber der Post eine sogenannte "Falke-Uhr" aufgestellt. Mit dem Begriff Falke-Uhr werden die Standuhren im öffentlichen Raum in Hannover bezeichnet, für die Adolf Falke (1888-1958) nach einem Architektenwettbewerb 1926 den futuristischen Typenentwurf lieferte. Von den ursprünglich rund zwanzig Exemplaren, die die Stadt Hannover in Straßen und auf Plätzen aufgestellt hatte, haben sich heute zehn "Reklameuhren“ erhalten, die sämtlich unter Denkmalschutz stehen. Hergestellt wurden die Uhren von der Firma Metallkunst-Herrenhausen. Die Uhr vor der Post ist noch erhalten.

 

Altes Rathaus 1885 1 April 1910 Neues Rathaus
25 Jahre Stadt Linden | 03.04.1910 (Abb. 7)

Bürgerschule (Grundschule am Lindener Markt - Abb. 8)

Schulen am Marktplatz

Zum Lindener Marktplatz gehören natürlich auch die "Eleonorenschule", in der sich heute das ELO18 Dienstleistungs- und Gewerbezentrum befindet, sowie die "Pestalozzi Schule" heute Grundschule am Lindener Marktplatz. (Abb. 8)

Die ehemalige Eleonorenschule steht nur 50 m vom Lindener Markt entfernt in der Eleonorenstraße 18. Das Backsteingebäude wurde 1883 vom Maurermeister Heinrich Köhler entworfen und hatte als Volksschule 14 Klassen, bis zum Sommer 2002 wurde in dem Gebäude noch unterrichtet. Die Pestalozzi Schule (heute: Grundschule am Lindener Markt) liegt auch nur etwa 50 m vom Marktplatz entfernt in der Davenstedter Straße 14. Um 1869 wurde aus der Falkenstraße 34, die Davenstedter Straße 14. Das Backsteingebäude wurde vom Architekten und Maurermeister Friedrich "Fritz" Knust (1848-1889) mit 24 Klassen und einer Turnhalle errichtet. Auf dem Grundstück betrieb er vorher mit seinem Bruder Karl Knust eine Sägemühle/Sägewerk. 2007 wurde die Schule komplett saniert und am 17. Juni 2011 feierte man das 125-jährige Bestehen des Gebäudes. Außerdem gab es da noch die "Volksschule" an der Badenstedter Straße 14, später Friederikenschule (Abb. 9), heute Ihmeschule, und das 1884 erbaute "Kaiserin Auguste-Viktoria Gymnasium" in der Falkenstraße 19 (Abb. 10), heute: Helene Lange Schule.

Volksschule - Badenstedter Straße (Abb. 9)

Kaiserin Auguste-Viktoria Gymnasium
07.07.1901 (Abb. 10)

Die Zeit des Nationalsozialismus, der Zweite Weltkrieg und der Wiederaufbau

Auch die Zeit des Nationalsozialismus ging nicht spurlos an Linden und dem Lindener Marktplatz vorbei. Obwohl sich das sogenannte "Rote Linden" oft gegen die Nazipropaganda gewehrt hatte, wurde am 24. März 1936 um 20.00 Uhr auf dem Marktplatz, auf einer rund 100 qm großen Leinwand der NS-Propagandafilm "FRIESENNOT" (Regie: Peter Hagen/1935) gezeigt.

Die Lindener Bevölkerung war zu diesem "ungewöhnlichen" Ereignis eingeladen worden. Damit "alle Volksgenossen der kostenlosen Vorführung beiwohnen" konnten, wurde sie um 22.00 Uhr wiederholt. Wie viele Lindener der Einladung gefolgt sind, lässt sich nur schwer recherchieren, weshalb über die Massenwirksamkeit nur spekuliert werden kann. Über 300 Lindener, wie zum Beispiel der Widerstandskämpfer Wilhelm Bluhm (1898-1942) waren Mitglied der Sozialistischen Front (SF), die als eine der größten Widerstandsbewegungen des Dritten Reiches gilt und den Nationalsozialismus ablehnte.

 

Ab Oktober 1943 wurde auch Hannover bombardiert. Und auch Linden und der Marktplatz blieben von den Bomben nicht verschont. Es fielen aber bei Weitem nicht so viele Bomben wie in der Innenstadt Hannovers, dadurch blieben die meisten Wohnhäuser am Marktplatz stehen. Das Neue Rathaus aber wurde stark beschädigt und erst 1955 zogen wieder Dienststellen der Verwaltung und die Stadtbibliothek Linden in das, in den Jahren 1954/55 wiederaufgebaute Neue Rathaus mit seinem nun "modernen Marktflügel" ein (Abb. 11). Am 10. April 1945 rückten die amerikanischen US-Truppen von Limmer aus kommend, über die Limmerstraße in Linden ein. Am Marktplatz wurde ein amerikanischer Militärposten eingerichtet.

Lindener Marktplatz ca. 1935

Nicht weit vom Lindener Marktplatz entfernt, in der Jacobstraße 10, (Abb. 12) befand sich das Büro von Dr. Kurt Schumacher (1895-1952). Der Sozialdemokrat musste die meiste Zeit des Nationalsozialismus im Konzentrationslager (KZ) verbringen. Am 16. März 1943 wird er als schwer kranker Mann nach Hannover entlassen, von hier aus beginnt er mit dem Wiederaufbau der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) für die Westzonen, er meldet die SPD wieder als Partei an und übernimmt schnell ihre Leitung. Von Oktober bis 10. April 1945 war er als Buchhalter bei den Sichel-Werken in Limmer beschäftigt. Seine frühen Mitstreiter, Annemarie Renger (1919-2008) und Egon Franke (1913-1995), wurden später einflussreiche Politiker.

Lindener Marktplatz | 29.06.1965 (Abb. 11)

Jacobsstrasse | 22.07.1916 (Abb. 12)

Kneipen und Wirtshäuser am Marktplatz

Kneipen und Wirtshäuser gab und gibt es natürlich auch heute noch am Lindener Marktplatz. Neben dem "Neuen Lindener Ratskeller" (Abb. 13 u. 14), heute "GIG", den wohl jedes Rathaus in Deutschland beherbergte befand sich an der Ecke Eleonoren- und Heesestraße unweit des Marktplatzes der Gasthof "Zur Sonne". Dieser Gasthof soll Lindens älteste Gaststätte gewesen sein, hier stand schon 1563 der "Dorfkrug" und die "Goldene Sonne" wird bereits 1833 erwähnt. Seit 1996 befindet sich an gleicher Stelle, wenn auch in einem Mehrfamilienhaus aus den 1950er-Jahren die Gaststätte "... und der böse Wolf".

Gruss vom Lindener Ratskeller Inh. Henri Vodegel
21.04.1900 (Abb. 13)

Neuer Lindener Ratskeller | 20.08.1926 (Abb. 14)
                             

Eine andere Traditionsgaststätte hieß "Zum Holländer" - Lindener Marktplatz 5 (allerdings damals noch unter Falkenstraße 59 Ecke Todtengang, da es den Lindener Marktplatz noch nicht gab). Danach bis April 2006 wurde aus dem "Holländer" das "Centrum", dann die "Bar Central" und nach einem Umbau heißt das Lokal heute wieder "Centrum". Im "Zum Holländer" trafen sich schon lange vor dem Bau des Neuen Rathauses beim Gastwirt Gustav Probst, bereits 1866 erwähnt, die niederländischen Flussschiffer, die regelmäßig am Ihme-Ufer ihre Schiffe festmachten. Gustav Probst, der seit 1872 auch Hotelbesitzer war (Hotel zum schwarzen Bären), wohnte laut Adressbuch von 1868 in der Deisterstraße 5. Nach Gustav Probst kam der Gastwirt Rabe und nach Wirt Rabe waren 45 Jahre lang die Eheleute Luise und Heinrich Piepho hinter der Theke zuständig. Nach dem Tod ihres Ehemanns Heinrichs Piephos führte Luise Pipho das Lokal dann alleine weiter.

Die Gaststätte war später (bis 1886) das Vereinslokal des am 24. Oktober 1874 gegründeten Männer-Turn-Verein zu Linden (MTV), später umbenannt in SG 74. Am 22. Oktober 1876 wurde auch die Freiwillige Feuerwehr Linden im "Zum Holländer" gegründet. Der Bandonion-Cub "Lyra" probte und spielte um 1900 unter der Leitung des Dirigenten und Unternehmers Richard Winkler im "Holländer". Richard Winkler soll vor 1910 auch eine Bassbandonion-Fabrik in Hannover oder Linden gegründet haben. Noch bis 1962 existierte der Bandonion-Cub "Lyra" in Hannover-Linden.

Die bekannteste und auch letzte Holländerwirtin war Hella Jacobsen. Sie hatte die Gaststätte 15 Jahre lang betrieben. In dem ehemaligen Vereinslokal der Freihand Schützengesellschaft Linden von 1906 e.V. gab es ihre berühmten, hausgemachten Bratkartoffeln. Als Hella Jacobsen bedingt durch Krankheit im Januar 1999 in den Ruhestand gehen musste, ging es aber unter anderer Bewirtschaftung noch mal weiter. Bis dann doch für die Gaststätte "Zum Holländer" endgültig Schluss war.

In der Stephanusstraße 3 (Abb. 15) befindet sich seit über 50 Jahren, obwohl in keinem Telefonbuch zu finden, eine typische Kneipe für Linden. Das "Stephanus Stübchen", es hat sich in den vielen Jahren nicht verändert und doch, oder gerade deshalb immer seine Gäste gefunden. Am Lindener Marktplatz 2 ist seit Jahren das Spanische Restaurant "El Mercado" ein Treffpunkt.

Stephanusstr. und Rathaus | 11.12.1910 (Abb. 15)

Lindener Marktplatz | 30.07.1961

Die Schützenvereine und der "Marktplatz" wird in "Lindener Marktplatz" umbenannt.

Am 25. September 1954 zogen 282 Mitglieder, zum 50-jährigen Jubiläum der Schützengesellschaft Linden e.V. von 1904 mit Fackeln durch Linden, anschließend fand ein Großer Zapfenstreich auf dem Marktplatz statt. Im gleichen Jahr trafen sich die Vorsitzenden der Schützenvereine und beschlossen, in Zukunft den gemeinsamen Marsch der Lindener Schützen, vom Marktplatz zum Neuen Rathaus in Hannover, um dort am alljährlichen Hannoverschen Schützenausmarsch teilzunehmen. 1957 wurde der "Marktplatz" in "Lindener Marktplatz" umbenannt, denn bis dahin hieß der Platz offiziell nur Marktplatz.

Wer hat etwas aus den 1960er-Jahren zuberichten?

*** 1960

Das "Ihme-Zentrum"

In den 1970er-Jahren war der wirtschaftliche Niedergang Lindens nicht zu übersehen, und auch die Geschäfte am Marktplatz spürten dies. Von 1972 bis 1975 entstand, gegen den Widerstand der Geschäftsleute vom Lindener Marktplatz und von der Limmerstraße das "Ihme-Zentrum" (Abb. 16). Anfang 1972 fingen die Arbeiten auf der damals Europas größter Baustelle an. Das übergroße Gebäude entstand bis 1975 auf dem Gelände der ehemaligen Mechanischen Weberei (Lindener Samt/Velvet) und war mit zwei Kaufhäusern, ca. 50 Einzelhandelsgeschäften, vier Banken, 11 Gaststätten, einer Bowlingbahn, dem Verwaltungsgebäude der Stadtwerke AG, 860 Wohnungen, einem Studentenwohnheim und im unteren Parkdeck mit 2.300 Parkplätzen eine eigene Stadt im Stadtteil. Leben, arbeiten und einkaufen in einem zusammenhängenden Komplex war zu dieser Zeit groß in Mode, doch das hielt nicht lange an, Mitte der 1980er-Jahre standen viele Geschäftsräume leer.

Die Landeshauptstadt Hannover mietete Ende der 1990er-Jahre Büroflächen von über 5.000 m². Unter anderem wurde seinerzeit das Hochbauamt der Stadt aus Innenstadtbüros in das Ihme-Zentrum verlegt. Nach Auszug der Norddeutschen Landesbank (Nord/LB) wurden 2000 von der Stadt Hannover weitere 5000 m² Büroflächen für städtische Ämter gemietet, in Verbindung mit der Verpflichtung des Vermieters zu einer zügigen Revitalisierung des gesamten Komplexes.

Hannover-Linden | Das Ihmezentrum (Abb. 16)

Blick auf das Ihme-Zentrum (Abb. 17)

Unter dem Namen Linden-Park sollte ab Anfang 2011 aus dem Ihme-Zentrum ein neues Einkaufszentrum auf zwei Ebenen werden. Das Projekt sollte im 3. Quartal 2009 fertiggestellt werden. Infolge der allgemeinen Wirtschaftskrise an den Kapitalmärkten geriet der US-Investor, die Carlyle Group mit Sitz in Washington, D.C., USA unter finanziellen Druck. Im Januar 2009 kam es dann zu einem Baustopp als Folge von Nichtbezahlung von Baufirmen und Dienstleistern. Aufgrund von Brandschutzmängeln wurde ein Teil der Tiefgaragen gesperrt. Am 23. Februar 2009 hat der Investor für seine am Umbau beteiligten Projektgesellschaften Insolvenz beantragt. Die Landesbank Berlin (LBB) als Co-Finanzierer des Linden-Park-Projekts war wohl weiterhin an einer Lösung des Problems interessiert. Die Bank setzte einen Zwangsverwalter ein.

Die Landesbank Berlin (LBB) hat Mitte 2010 den US-amerikanischen Bauträger Hines mit einer Konzeptfindung beauftragt. Außerdem wird eine Änderung der Teilungserklärung sowie der Gemeinschaftsordnung angestrebt mit dem Ziel, die Wohn- und Gewerbebereiche stärker rechtlich voneinander zu trennen, wodurch das Objekt für Investoren interessanter werden soll. Dafür ist die Zustimmung aller 543 Wohnungsbesitzer nötig. Im Dezember 2011 haben dem etwa 84% zugestimmt. Die Unterschriftensammlung dazu begann im Januar 2011. Am 5. August 2014 wurde beim Amtsgericht Hannover eine erste Zwangsversteigerung der Carlyle Group-Anteile des Ihme-Zentrums durchgeführt. Es fand sich kein Käufer, da das geforderte Mindestgebot von knapp 25 Mio. Euro nicht erreicht wurde. Am 25. Februar 2015 fand ein weiterer Termin statt. Die Carlyle Group-Anteile wurden dabei für 16,5 Mio. Euro an die Projekt Steglitzer Kreisel Berlin Grundstücks-GmbH verkauft.

Blick auf das Fernheizwerk und Teilansicht
des Ihme-Zentrums (Abb. 18)

Moderne Wohnblocks in der Limmer-Ecke Fortunastraße
20.05.1983

1973 beginnt die Sanierung Lindens. Als erstes wird Linden-Süd und danach, 1976 auch Linden-Nord zum Sanierungsgebiet erklärt. Linden-Mitte mit seinem Lindener Marktplatz gehört nicht dazu. Es gibt am Marktplatz ja nur sehr wenig Arbeiterhäuser, und fast keine Bauten in städtischem Besitz, die es zusanieren gab.

Wer hat etwas aus den 1980er-Jahren zuberichten?

Am 1. April 1985 jährt sich zum 100-mal die Verleihung der Stadtrechte an Linden. Ohne die Eingemeindung Lindens nach Hannover hätte es auf dem Marktplatz bestimmt eine große Party gegeben. Im Juli 1985 wurde das Rathaus renoviert.

Da Mitte der 1950er-Jahre das Gebäude auf dem noch vorhandenen Sockel, im gleichen Grundriss wieder aufgebaut wurde und die Not der Nachkriegsjahre im Neubau an der Marktplatzseite besonders sichtbar sind, die Rasterarchitektur steht im krassen Gegensatz zu den alten Gebäudeteilen, bemühte man sich durch ornamentale Holzarbeiten an den erhaltenen großen Fenstern, das Rathaus optisch ein wenig aufzuwerten, um so etwas vom ursprünglichen neugotischen Charakter des alten Gebäudes zurück Zugewinnen.

Hannover-Linden | 07.06.1982

Weihnachtsmarkt und weitere Veranstaltungen

Der Verein Lebendiges Linden e.V. und zahlreiche Geschäftsleute aus Linden-Mitte veranstalteten 1993 auf dem Lindener Marktplatz einen Weihnachtsmarkt. Diese Veranstaltung von Lindenern für Lindener wurde auch im Dezember 1994 wiederholt. Nach der Eröffnung durch die ehemalige Bezirksbürgermeisterin Hiltrud Grote gab es neben Weihnachtsschmuck, Musik vom Posaunen-Chor der St. Martinskirche auch einige Gastronomiestände. Am 20 September 1996 ist die vom Berliner Bildhauer Hans Dammann (1857-1942) entworfene Bronzestatue des Lindener Nachtwächters auf dem Brunnen 100 Jahre alt.

Seit 1999 findet im September das Lindener Marktfest statt. Eine Interessengemeinschaft aus Bürgern, Geschäftsleuten, Vereinen, und Künstlern, überwiegend aus Linden-Mitte, präsentieren in Eigenregie ein großes Unterhaltungsprogramm mit Gastronomie, Musik und Attraktionen. Der Besuch des Marktfestes ist kostenlos.

2000 wird die "Lindener Gilde Brauerei", ehemals Lindener Aktien-Brauerei (LAB), die bereits ab 1891 mit 80 Mitarbeitern 130 000 hl. Bier jährlich produzierte, nicht weit vom Lindener Markt, in der Blumenauer- und Stephanusstraße geschlossen und komplett abgerissen.

Email Schild der LAB - Lindener Flaschenbiere

Nach Jahren der Brache baut die Hannoversche Ostland Wohnungsbaugen. eG. das "Gilde Carre" mit Einfamilien- häusern, Geschosswohnungen für Betreutes Wohnen, zwei Büro- und Geschäftsgebäude und einem eigenen Kinderspiel- platz. 2003 ziehen die ersten Mieter und Hausbesitzer ins Gilde Carre ein. Im Frühjahr 2009 ist dann das Gilde Carre fertig.

Einen "Nachtwächter" ( Abb. 19) hat Linden nun schon mehr als 100 Jahre, nur verschwand eines Tages seine Laterne. Wann und wie die Laterne verschwand, ist nicht bekannt. Einen letzten Hinweis auf die Laterne ist einem Zeitungsartikel von 1956 zu entnehmen, in dem über ihre Zerstörung berichtet wird. Da aber nun ein Nachtwächter ohne seine Laterne kein richtiger Nachtwächter ist, hat der Lindener Bürgerverein von 1883 e.V., der bereits jährlich die Hälfte der Betriebskosten für den Brunnen übernimmt, eine neue Laterne gespendet.

Es gab da aber noch ein kleines Problem mit dem Strom- anschluss für die Glühbirne in der Laterne. Zwar gab es 1898, zwei Jahre nach Fertigstellung des Brunnens, schon eine beleuchtete Laterne, aber damals stand die Figur noch auf ihrem Ursprungssockel, der während des Zweiten Weltkriegs gemeinsam mit der Figur zu Rüstungszwecken eingeschmolzen werden sollte. Nur die Nachtwächterfigur und sein treuer Hund kehrten 1949 aus Hamburg, wie in dem Hannoverschen Brunnenbuch zu lesen ist, zurück. Da man glaubte, dass auch die Figur des "Gutenbergdenkmals" (Abb. 20) in Hamburg geblieben war, erhielt der Nachtwächter einfach dessen Sockel.

Marktbrunnen | 21.09.1914 (Abb. 19)

Gutenbergbrunnen | 10.04.1904 (Abb. 20)

Am 29. März 2001, war es dann endlich soweit. Im Beisein des damaligen Kulturdezernenten Harald Böhlmann und dem Schlossermeister Ewald Linke der die neue Laterne, in seiner Werkstatt herstellte, bekam der Nachtwächter nach Jahren der Dunkelheit wieder eine Laterne in die linke Hand. Seit diesem Tage leuchtet er wieder seinen Bürgern heim.

Die "Bischofsstäbe"

Viele Lindener empfanden die Standard-Straßenlaternen am Marktplatz als sehr hässlich und wollten die Wiedereinsetzung der so genannten "Bischofsstäbe". Die vier eisernen Bogenlampen stammen aus dem frühen 19. Jh. und wurden von der Gießerei "Tangerhütte" gegossen, sie zeigen das Wappen der Stadt Hannover zwischen den Schmuckranken. Die Laternen waren Bestandteil der Gasbeleuchtung, einst an mehreren Stellen der Stadt Hannover vorhanden, standen die letzten Laternen am Bonifatiusplatz, an der Lindener Schleuse und an der Richard Wagner Straße

Die vier letzten Laternen wurden 1977 auf Veranlassung des Stadtbaurates Hanns Adrian (1931-2003) zusammengeführt und an der Ostseite des Marktplatzes aufgestellt. Im August 2000 mussten die Laternen jedoch aus Sicherheitsgründen abgebaut werden. Bei einer Kontrolle war festgestellt worden, dass sich die Masten in einem sehr bedenklichen Zustand befanden. Wasser und Wind hatten Zierelemente abgelöst. Um die Sicherheit der Passanten und Autofahrer zu gewährleisten, wurden die Bischofsstäbe demontiert, eingelagert und durch einfache, neue Standardlaternen ersetzt.

Die Anwohner des Lindener Marktplatzes waren über den Verlust der historischen Laternen jedoch sehr enttäuscht und baten die Stadt, die alten Bischofsstäbe zu erhalten. So übergab Dr. Ingeburg Mannherz, vom Lindener Bürgerverein dem Bezirksrat "Linden-Limmer" eine Liste mit mehr als 1640 Unterschriften. Eine Überprüfung der Stadtwerke Hannover AG ergab, dass die Laternen in den letzten hundert Jahren zwar sehr gelitten hatten, doch mit viel Liebe zum Detail und in langer Kleinarbeit ließen sich die "Bischofsstäbe" wieder instand setzen. Hierzu wurden sie sandgestrahlt und um einige Schmuckelemente ergänzt. Danach bekamen die Masten noch einen neuen Schutzanstrich. Die Leuchten wurden ebenfalls erneuert und erhellen den Platz jetzt noch wirtschaftlicher.

Gekostet hat das gesamte Projekt, vom Abtransport über die Restaurierung bis hin zur Wiederaufstellung (Abb. 21) rund 100.000 DM. Verbunden wurde die Rückkehr der vier historischen Straßenlaternen am 2. August 2001 mit einer kleinen Zeremonie. Aus diesem Grund wurde bereits ab 9.00 Uhr der Lindener Marktplatz sowie die Stephanusstraße komplett gesperrt. Um 12.00 Uhr bestückte der damalige Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg den ersten Bischofsstab mit einer neuen Glühlampe (Abb. 22).

Der "Pariser Platz"

Linden-Mitte bekommt einen neuen Platz, und zwar den "Pariser Platz" (Abb. 23). Am 27. August 2004 enthüllte die ehemalige Bezirksbürgermeisterin Barbara Knoke (Abb. 24) zur Platzbenennung das neue Straßenschild. Der Ort, auf den die Straßen Dieckborn-, Egestorff-, Teich-, Kirch- und Davenstedter Straße zulaufen, wurde im Volksmund schon lange Pariser Platz genannt.

Diekborn- Ecke Teich-Strasse | 28.02.1907 (Abb. 23)

Scilla Blütenfest "Das Blaue Wunder"

Das Scilla Blütenfest "Das Blaue Wunder" (Abb. 25) eine Veranstaltung des Vereins "Quartier e.V." vom Küchengarten Pavillon auf dem Lindener Bergfriedhof, wurde am 25. März 2006, am Marktplatz für einen verkaufsoffenen Sonntag genutzt. Viele Geschäftsleute vom Lindener Marktplatz, der Egestorff-, Falken- und Stephanusstraße beteiligten sich an dieser tollen Aktion. In den nächsten Jahren wird das Scilla Blütenfest auch weiterhin regelmäßig gefeiert.

Scilla Blütenfest „Das Blaue Wunder" (Abb. 25)

Hannover | Lister-Platz
(mit einem Bischofsstab) | 28.03.1911

Wiedereinsetzung der Bischofsstäbe (Laternen) im August 2001. (Abb. 21) © Jürgen Wessel

Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg in der Luft.
(Abb. 22) © Jürgen Wessel | Hannover-Linden 

Bezirksbürgermeisterin Barbara Knoke bei der
Enthüllung (Abb. 24 © hallolindenlimmer.de)

 

Am 9. und 10. September 2006 feierte man gleichzeitig mit dem Lindener Marktfest das 110-jährige bestehen des Wochenmarktes. Der damalige Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg (Abb. 26) hielt um 10.00 Uhr eine kurze Rede, der Landesverband der Marktbetriebe Niedersachsen und die Lindener Marktfestfreunde sorgten für ein abwechslungs- reiches Programm. Am Sonntag wurde weiter gefeiert. Außerdem gab es in der Rathaus Apotheke eine kleine Ausstellung mit historischen Postkarten und Bildern des Marktplatzes zusehen. Das Fest war ein voller Erfolg.

Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg und
OB Kandidat Stephan Weil (Abb. 26)

Im Mai 2007 wird der Verein "Lindengut e.V." gegründet. Lindengut e.V. ist eine Interessengemeinschaft der Gewerbetreibenden des Lindener Marktplatzes und Linden-Mitte. Lindengut e.V. plant in den nächsten Jahren mehrere Veranstaltungen am Lindener Marktplatz und in Linden-Mitte durchzuführen. Die extrem tiefen Temperaturen im Dezember 2009 haben den Heizungsanlagen und Wasserleitungen im Neuen Rathaus erheblich zugesetzt. Durch geplatzte Heizungs- und Wasserohre kam es zu Wasserschäden. Dies verursachte einen Sachschaden in Höhe von 20.000 bis 30.000 Euro.

Lindener Rathaus soll Bildungszentrum werden

Das Lindener Rathaus soll zu einem Bildungszentrum umgebaut werden, an dem bürgernahes Lernen möglich wird. Anfang 2010 stellte die Stadtverwaltung ihre Pläne für den Umbau des Rathauses vor. Der Bezirksrat Linden-Limmer befürchtete angesichts höherer Kosten eine abgespeckte Lösung. Die Stadtverwaltung wollte nach wie vor an ihrem Vorhaben festhalten. Die kalkulierten Kosten waren innerhalb weniger Monate von acht auf 12,6 Mio. Euro gestiegen. Oberbürgermeister Stephan Weil hatte angekündigt, die Kosten auf maximal 9,5 Mio. Euro begrenzen zu wollen.

Die Stadt Hannover plante: Die beiden Lindener Büchereien im Schwalenberger Flügel des Rathauses unterzubringen. Durch die Zusammenlegung der Büchereien sollen Personalkosten eingespart werden. Da die Stadtbücherei im Freizeitheim Linden, an der Limmerstraße dann geschlossen werden sollte, startete die "Bürgerinitiative gegen die Schließung der Stadtbibliothek Limmerstraße" eine Protestaktion und sammelte 30.000 Unterschriften gegen den Plan der Stadtverwaltung.

Das Bürgeramt und der Kommunale Sozialdienst sollten Räume im Obergeschoss des Markplatzflügels und des Flügels zur Schwalenberger Straße bekommen. Im Egestorff-Flügel, an der Egestorffstraße, wo die Bücherei Linden untergebracht war, sollte ein Bildungszentrum mit 35 Arbeitsplätzen entstehen.

Auch die Ada-und-Theodor-Lessing-Volkshochschule Hannover (VHS) sollte mit einer Außenstelle in den Egestorff-Flügel einziehen. Die Bücherei Linden sollte den größten Teil des Flügels zur Schwalenberger Straße bekommen. Vom Kellergeschoss bis zum zweiten Obergeschoss sollten sich ihre Räume, mit integriertem Fahrstuhl, erstrecken. Bis zu fünf städtische Angestellte sollten das neue Bildungszentrum betreuen, weitere sechs Mitarbeiter die Bücherei Linden.

Auch für den Bezirksbürgermeister sollte ein Büro im dritten Obergeschoss des Lindener Rathauses, mit Blick auf den Lindener Marktplatz eingerichtet werden.

Nachtwächterbrunnen auf dem Markt | 18.04.1985

Auf seiner Bezirksratssitzung am 26. Mai 2010 stimmte der Bezirksrat Linden-Limmer der Sanierung zu und schlug zudem vor einen Multifunktionsraum für seine eigenen Sitzungen einzurichten. Der Kulturausschuss der Landeshauptstadt Hannover folgte dem Antrag des Bezirkrats. Anfang März 2012 wurde dann mit dem Umbau des Lindener Rathauses begonnen.

Fußball Europa- und Weltmeisterschaften

Während der Fußball Europameisterschaft (EM) im Juni 2012 wurde der Lindener Marktplatz zur Public-Viewing-Bühne. Mehrere Gastronomiebetriebe zeigten auf dem Platz die Spiele der Deutschen National-Elf. Hunderte Fußballfans fieberten mit der deutschen Mannschaft mit. Auch während der Fußball Weltmeisterschaft (WM) 2014 und zur Fußball Europameisterschaft (EM) 2016 wiederholte man das Public-Viewing auf dem Lindener Marktplatz.

Fertigstellung und Wiedereröffnung des Neuen Rathauses

Nach Fertigstellung des ersten Bauabschnitts zog das Bürgeramt im Juni 2013 wieder in das Lindener Rathaus ein. Im ersten Bauabschnitt wurden die Gebäudeflügel an der Schwalenberger Straße und am Lindener Marktplatz fertiggestellt. Ende 2014 wurde dann das Lindener Rathaus komplett wiedereröffnet.

Seit mehr als 120-Jahren ist der Lindener Marktplatz über alle Krisen und Veränderungen hinweg
das lebendige Herz Lindens geblieben.

Literatur- und Quellenverzeichnis

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Mitgearbeitet haben bis jetzt:

Andreas-Andrew Bornemann / Fotos / Postkarten / Text
Julia Klasen / Text
Jürgen Wessel / Abb. 21., 22. / Presse-Archiv
Rita Werner / Presse-Archiv

Adress- und Fernsprechbücher der Stadt Hannover
Ausstellungskatalog: Lichtspielträume - Kino in Hannover 1896-1991 | Rolf Aurich, Susanne Fuhrmann, Pamela Müller | Gesellschaft für Filmstudien e.V. (GFS) | 1991
Brunnen in Hannover | Cartoon Agentur Verlag GmbH Hannover | 1998
Geschichte der Stadt Hannover I/II | Dr. Klaus Mlynek, Dr. Waldemar R. Röhrbein | Schlütersche Verlag | 1994
hallolindenlimmer.de | Stadtteilportal
Hannover, Die Grosstadt im Grünen | Fr. Stadelmann | Verkehrs-Verein Hannover e.V., Hannover | 1927
Hannover, Kunst-Lexikon und Kultur-Lexikon | Helmut Knocke, Hugo Thielen | Schäfer Verlag Hannover | 1994
Hannoversche Geschichtsblätter | Verlag Th. Schäfer 2. Heft, Hannover | 1910
Linden - Der Charakter eines Arbeiterviertels vor Hannover | Bernd Rabe - Fackelträger-Verlag GmbH | 1984
Linden - Ein Führer für Fremde und Einheimische | Rektor Haase II. | H. Ellermann-Verlag Hannover | 1906
Linden vom Bauerndorf zum Ihmezentrum | Helmut Zimmermann - Verlag Ellen Harenberg-Labs | 1986
Stadtarchiv Hannover
Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart
| Dr. Klaus Mlynek, Dr. Waldemar R. Röhrbein | Schlütersche GmbH & Co. KG Verlag und Druckerei | 2009
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