Postkarten-Archiv | Andreas-Andrew Bornemann | Hannover-Linden | 2002-2017
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Von-Alten-Garten | Brüningstein | Von-Alten-Allee

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Archiv - Von-Alten-Garten | Von-Alten-Allee

Von-Alten-Garten | Von-Platen-Garten

Die große Gartenanlage hat sich aus dem seit dem 13. Jhs. bestehenden Gut Linden der Familie von Alten entwickelt, das rund 56 Hektar Land, Jagdrecht, Gerichtsbarkeit und Zehnte umfasste. Die Familie von Alten verpachtete 1688 aus wirtschaftlichen Gründen das Gut für 12.000 Reichstaler an Franz-Ernst von Platen (1631-1709). Franz-Ernst von Platen war um 1660 Hofmarschall und seit 1682 auch General-Erbpostmeister bei Herzog Ernst-August von Hannover (1629-1698). Er benötigte ein Rittergut für einen Sitz im Parlament und schloss einen zeitlich beschränkten Nutzungsvertrag über das Von-Alten-Gut ab.

Als ihm das 1689 zum angestrebten Titel als Reichsgraf und Premierminister bei Ernst-August von Hannover verhalf, baute der Reichsgraf von Platen das Gut aus. Daraus entwickelte sich die Ansiedlung Neu-Linden mit verschiedenen Einrichtungen, wie Meierei, Ziegelei und einer Ölmühle. Er ließ auf seinem Grundstück, nach dem Kauf zusätzlicher Höfe 1692, den etwa sieben Hektar großen, heutigen Von-Alten-Garten als französischen Barockgarten mit einem Lustschloss anlegen. Architekt des von 1698 bis 1702 erbauten Schlosses war der Architekt und Hofbaumeister Johann Peter Wachter (?-1690).

Zum Barockgarten gehörten Wasserbassins mit Fontänen, Obstwiesen, Heckenbosketts, Nutzgärten, Teiche mit Fischzucht sowie Schwänen, Orangerie und Tiergarten. Die Anlage machte sogar den Königlichen Gärten in Herrenhäuser Konkurrenz.

Gräfl. von Alten Linsingenscher Park Linden | 24.02.1910

Nach dem Tod von Franz-Ernst von Platens

Nach dem Tod von Franz-Ernst von Platen 1709 ließ die Pflege des Gartens nach. Sein Sohn, der Graf Ernst-August von Platen-Hallermund (1674-1726) ließ ab 1718 den Garten, der zu dem Zeitpunkt eine weit größere Ausdehnung als heute hatte, mit einer vier Meter hohen Mauer umgeben. 1728 war laut Vertrag die Rückgabe des Gartens an die Familie von Alten fällig. Dies führte zu jahrelangen Rechtsstreitigkeiten.

Durch den Streit wurde die aufwendige Gartengestaltung aufgegeben, und die Anlage ab 1800 zu einem englischen Landschaftsgarten umgewandelt; diese Gartenform hat die Gartenanlage noch heute. Der zum Grafen erhobene General Carl August von Alten (1764-1840) kaufte 1816 das Gut zurück. Er war der einzige hannoversche Offizier, der in den Koalitionskriegen gegen Napoleon Bonaparte (1769-1821) sowohl die King’s German Legion (Königlich Deutsche Legion) als auch einen britischen Verband führen durfte.

 

Portal des Gräfl. von Alten-Linsingen... | 14.03.1913

Gärtnerei im v. Alten`schen Garten... | 20.09.1906

Im v. Alten`schen Garten | 04.03.1914

Torhaus (Portal) | Unterschutzstellung des Schlosses und des Gartens

Ab etwa 1830 drängte die Entstehung von Industriebetrieben im Dorf Linden die Grünanlage zurück. Das Torhaus (Portal) an der Park- und ehemaligen Schlosszufahrt am Ende der Von-Alten-Allee wurde 1911 im Stil des Neobarocks erbaut und steht heute unter Denkmalschutz. Erst 1927 verhinderte eine Unterschutzstellung des Schlosses und des Gartens den weiteren Verkauf von Teilen der Gartenanlage. Mitte der 1930er-Jahre wurden am Deisterplatz die beiden Teiche, die im Winter zum Schlittschuhlaufen genutzt wurden, zugeschüttet.

Blick auf den Lindener Berg (Garten) | 15.05.1911

von Alten`s Gut - Herrenhaus | 27.08.1913

Am 23. März 1945 wurde das aus Holz errichtete Schloss bei einem amerikanischen Luftangriff von einer Brandbombe getroffen und brannte bis auf das steinerne Fundament ab. Die Reste des Kellerabgangs wurden 1965 abgebrochen.

Teilankauf des Gartens durch die Landeshauptstadt Hannover (LHH)

Die Landeshauptstadt Hannover (LHH) erwarb 1961 eine sechs Hektar große Fläche des Gartens, um ihn als öffentlichen Park zugänglich zu machen. Ein Teil des Gartens ging beim Bau des Westschnellwegs, welcher ein Teil der Bundesstraße 6 ist, welche heute hindurchführt verloren. Parallel zum Westschnellweg ist ein längeres Stück der Umfassungsmauer von 1718 mit einer Toröffnung zur Wachsbleiche erhalten geblieben. Hier wurde das gelbliche Bienenwachs in Bändern ausgelegt und unter Einwirkung des Sonnenlichts gebleicht. Im Park entstanden Einrichtungen, wie die Integrierte Gesamt Schule Hannover-Linden (IGS), der Spielpark Linden und 1966 eine Kindertagesstätte der Arbeiterwohlfahrt (AWO) und ein großer Kinderspielplatz.

Seit 1982 steht auf dem kleinen Vorplatz, an der Posthornstraße ein Brunnen, mit den beiden stilisierten Bäumen aus Stahl soll er Kraft, Ausdauer, Natur und Geduld symbolisieren. Geschaffen wurde der Brunnen von Bernd Otto Schlender (1945-2013).

Ankauf des Paterregartens

Die Familie von Alten verkaufte 1997 den ehemaligen und bis dahin unzugänglichen Parterregarten des Schlosses an die Stadt Hannover. Daraus entstand zur EXPO 2000 ein ruhiger Parkabschnitt von 1,5 Hektar Größe. Dort befinden sich der frühere Schlossstandort mit der erhaltenen Terrassenanlage und die Grotte, mit Originalskulpturen von Flussgottheiten. In dem Gartenbereich ist besonders alter Baumbestand vorhanden. Zur Förderung des Von-Alten-Garten hat sich 2001 der Förderverein Von-Alten-Garten e.V. gegründet. Er setzt sich für die Erhaltung und Entwicklung des historischen Gartens ein.

Rotbuche | Von-Alten-Buche

Die um 1835 gepflanzte dreistämmige Rotbuche (ca. 35,0 Meter hoch, Stammumfang ca. sechs Meter), auch Von-Alten-Buche genannt, wurde im August 2012 durch den Einbau eines Seilverankerungssystems, da sie von einem Holz zerstörenden Pilz (Riesenporling) befallen war, durch eine Spezialfirma aus Bremen gesichert. Anfang März 2014 wurde die Buche vom Fachbereich Umwelt und Stadtgrün der Landeshauptstadt Hannover (LHH) mit einem rund 100,0 Meter langen Zaun eingezäunt.

Brüningstein

Rechts vor dem Torhaus am Von-Alten-Garten findet man den um 1890, durch die Familie von Alten aufgestellten Brüningstein (Brüningkreuz). Dieser Kreuzstein soll an eine blutige Fehde zwischen dem Edelmann Brüning von Alten und dem Ritter Brant von Haus, nahe der Ihme-Brücke, im 15. Jh. erinnern.

Wegen eines wertvollen Jagdfalken entzweiten sich die früher eng befreundeten Edelmänner. Im Kampf besiegte Brüning von Alten seinen Gegner Ritter Brant von Haus. Er wurde daraufhin hinterrücks von dessen fünf Knappen erschlagen.

Der echte Brüningstein ist vermutlich im 17. Jh. verschollen und war vermutlich einer der Kreuzsteine, die die ehemalige Gerichtsstätte am Ihme-Ufer, im Zuge des damaligen Calenberger Steinweges markiert haben. Auf dem Stein ist eine lateinische Inschrift zu lesen, die zu deutsch heißt:

Der edle Herr Brüning von Alten ist gefallen
am 20. Oktober 1413.

Gräfl. von Alten-Linsingen`scher Park mit Brüning-Stein
03.01.1919

Von-Alten-Allee

Die Von-Alten-Allee wurde um 1700 als Zugang zum Gräflich-von-Alten-Gut des Reichsgrafen von Platen angelegt. Die Allee hieß zwischenzeitlich auch „Pappel-Allee“. Sie liegt zwischen der Deisterstraße und der Posthornstraße.

Eingang zum v. Alten`schen Garten | 31.12.1903

Haus Hillenkamp von Alten - Allee 2. | 31.12.1909

v. Alten-Allee | 30.09.1911

von Alten-Allee | 18.08.1903

Literatur- und Quellenverzeichnis

Andreas-Andrew Bornemann / Postkarten / Text

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Die Kunstdenkmäler der Provinz Hannover II | Provinzialverwaltung | Verlag T. Schulzes Buchhandlung | 1902
Hannoversche Geschichtsblätter | Verlag Th. Schäfer 2. Heft, Hannover | 1910
Hannoversche Geschichtsblätter | Band 13 Heft 1/2 | Druck und Verlag Hahnsche Buchhandlung | 1959
Linden - Ein Führer für Fremde und Einheimische | Rektor Haase II. | H. Ellermann-Verlag Hannover | 1906
Stadtarchiv Hannover
Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart
| Dr. Klaus Mlynek, Dr. Waldemar R. Röhrbein | Schlütersche GmbH & Co. KG Verlag und Druckerei | 2009
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