Postkarten-Archiv | Andreas-Andrew Bornemann | Hannover-Linden | 2002-2017
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Die Haasemannstraße von Elke Lammert-Oehlerking | Das is(s)t die Haasemannstraße

Die Geschichte der Haasemannstraße zum 100-jährigen Jubiläum.

Der Haasemannsche Hof

Die Familie Hasemann (noch mit einem a) kam im 18. Jh. von Vornhagen (Nähe Stadthagen) nach Linden und gründete hier eine Schafsmeisterei. Auch im 19. Jh. waren die Hasemanns noch Schafzüchter und erfanden damals den Sahneschichtkäse. Hier wurde auch Schafsmilch zum Trinken abgegeben. Die Hannoveraner kamen gern zum Hof der Hasemanns um diesen gesunden Trunk zu sich zu nehmen. Der stattliche Hof, Kötnerstelle No. 15, grenzte an den königlichen Küchengarten. So war auch der König mit seiner Familie gern zu Gast auf dem Hof der Hasemanns. Und so trank die königliche Familie mit den Hannoveranern gern die gesunde Schafsmilch von Hasemanns.

         

           Lichtenbergplatz, Hasemannstr... | 10.03.1919                              Haasemannstraße | 19.11.1927

Mitte des 19. Jh., in der Zeit der beginnenden Industrialisierung, war Karl-Heinz Hasemann der Bauer und Schafzüchter auf dem Hof. Georg, der Bruder, war Schmied geworden. Er änderte seinen Namen und fügte ein weiteres a ein. So entstand der Name: Haasemann. Auf dem Haasemannschen-Hof baute Georg Haasemann zunächst eine Schmiede. Später gründete Johann Carl Friedrich Haasemann die Landmaschinenfabrik C. Haasemann & Söhne. Diese wurde erweitert und dann in der Blumenauer Straße 75, Nähe Schwarzer Bär, ausgebaut. Ein weiterer Nachkomme war Heinrich Haasemann, ein stadtbekannter Kaufmann, der mit einer geborenen Jakobi verheiratet war.

Dieser Heinrich Haasemann schreibt im Hannoverschen Anzeiger vom 9. Oktober 1932

Jetzt bin ich im alten Dorfe Linden angelangt, das einst an der Stelle der jetzigen Davenstedter Straße stand, bestehend aus sieben Bauernhöfen, die in meiner Jugendzeit noch existierten.

Der größte davon war der dem sogenannten Klewergarten gegenüber rechts gelegene Hof von Niemeyer, mit großer Brennerei, bekannt durch den „Chateau Niemeyer“. Diesem Hof gegenüber lagen der Reihe nach die Höfe von Nieschlag, Lampe, Hartmann und Haasemann. Nach der Kirche zu: Struckmann und an der unteren Falkenstraße Hemme, später Schmidt, sowie einige Anbauern: Blumenhagen und Röttger.“

         

Hannoversche Allgemeine Zeitung (HAZ) | Stadt-Anzeiger West vom 23.10.2008

Genüsse aus alten Zeiten

Bernd Oehlerking hat ein Kochbuch mit Rezepten aus der Haasemannstraße in Linden zusammengestellt.

Man nehme ein Pfund Mehl, 50 Gramm Hefe, rühre einen Teig daraus und schlage dann 350 Gramm weiches Ziehfett darin ein. Anschließend forme man drei mal vier Blatt Blätterteig daraus. Mit viel Geschick und etwas Glück können daraus im Ofen Helgoländer oder Apfeltaschen werden. Bäckermeister Armin Schlote aus der Haasemannstraße 10. war ein Könner seines Fachs. Seine Rezepte hat er nun für ein ganz spezielles kleines Kochbuch zur Verfügung gestellt, das sein Nachbar Bernd Oehlerking aus dem Haus Nummer 4. zusammengestellt hat. Außer den Rezepten sind darin alte Fotos zu sehen - darunter eins aus Schlotes Gesellenzeit. Die Idee für das Büchlein hatte Bernd Oehlerking während der Vorbereitungen für das Straßenfest, mit dem die Anwohner jüngst das 100-jährige Bestehen der Haasemannstraße feierten. Und so zog er los und sammelte in der Nachbarschaft alte Rezepte und Bilder.

Dabei heraus kam schließlich das Heft „Das is(s)t die Haasemannstraße" im Ringbuchformat. Moderne Ergüsse aus der Nouvelle Cuisine sucht man darin vergebens. Vielmehr beschreibt das Büchlein zwischen historischen Ansichten der Haasemannstraße, wie früher in der Straße gekocht wurde, wobei Dr. Oetker häufig die Zutaten diktierte. Bernd Oehlerking hat sich bemüht, die handschriftlichen Aufzeichnungen ins Buch aufzunehmen - und wenn sie gar zu schwierig zu lesen waren, setzte er eine Version in Maschinenschrift dazu.

Auf vergilbtem Papier sind darin handschriftlich verfasste Rezepte für Kürbissuppe und Königsberger Klopse nachzulesen. Anweisungen aus einem alten Knorr-Kochbuch klären darüber auf, wie gefüllte Tomaten zubereitet werden. Das Rezept für einen Königlichen Apfelkuchen - eine Anspielung darauf, dass sich früher nahe der Haasemannstraße der Königliche Küchengarten befand - steuerte Katrin Möhrs aus dem Haus Nummer 5. in einer Kinderschrift von 1989 bei. Das Titelblatt zeigt eine Ansicht der Haasemannstraße aus dem Jahr 1922 Mehrstöckige Bürgerhäuser, vor denen Kinder unter alten Gaslaternen spielen. Das älteste Bild stammt aus dem Jahr 1899.

Vom Lichtenbergplatz aus, der damals noch Wittekindplatz hieß, ist zu sehen, dass von der Haasemannstraße erst das Naus Nummer 2. gebaut war. Ein weiteres Bild von 1917 zeigt die vollständig bebaute Haasemannstraße vom Lichtenbergplatz aus. Dort steht noch die alte, vor einigen Jahren gefällte Kastanie. Sie ist erst etwa so hoch wie ihre Nachfolgerin heute. All die historischen Fotos konnte sich Bernd Oehlerking von dem Lindener Andreas-Andrew Bornemann ausleihen, der ein gut bestücktes Postkartenarchiv hat. Rund 50 Bestellungen für das Büchlein hat Bernd Oehlerking schon entgegengenommen. Es kostet sieben Euro. Wer noch eines haben möchte, kann sich unter der E-Mail-Adresse ........ melden. (val)

Veröffentlichung erfolgt mit freundlicher Genehmigung der © Hannoversche Allgemeine Zeitung (HAZ)

Der Hof der Familie Haasemann (eigentlich Hasemann)

Die Familie Hasemann betrieb eine Kötnerstelle, No. 15 an der Ecke Dieckbornstraße mit einer Schafmeisterei, die bis zum Küchengarten reichte. Besitzer war Carl Heinz Hasemann. Sein Bruder Georg Haasemann (1820-1901), Besitzer einer Schmiede, später auch Fabrikant, und verheiratet mit Pauline Haasemann, geb. Schaussburg (1821-1885), fügte im 19. Jh. seinem Nachnamen ein weiteres a hinzu, so wurde aus Hasemann schließlich Haasemann mit zwei a. Johann Carl Friedrich Christian Haasemann (1822-1894), ein weiterer Bruder gründete die Landmaschinenfabrik C. Haasemann & Söhne. Sein Sohn Georg Haasemann (1853-1928), verheiratet mit Anna Haasemann, geb. Rischmüller (1866-1908), war ebenso, wie sein Vater Fabrikant und ist auf dem Lindener Bergfiedhof beerdigt worden. Die Gräber der Familie Haasemann sind noch vorhanden.

Von 1900 bis 1912 wurden auf dem Gelände der ehemaligen Schafmeisterei mehrere viergeschossige Wohnbauten errichtet. Die Haasemannstraße in Linden-Mitte wurde 1909 nach der Familie benannt.

Literatur- und Quellenverzeichnis

Andreas-Andrew Bornemann / Postkarten / Text - Der Hof der Familie Haasemann / Werbeanzeige
Elke Lammert-Oehlerking / Text - Der Haasemannsche Hof

Die Veröffentlichung geschieht mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. | 10/2008