Postkarten-Archiv | Andreas-Andrew Bornemann | Hannover-Linden | 2002-2017
Postkarten-Archiv | Andreas-Andrew Bornemann | Hannover-Linden
http://www.postkarten-archiv.de/ethnische-taetowierungen.html

© Postkarten-Archiv | Andreas-Andrew Bornemann | Hannover-Linden | 2002-2017

Ethnische Tätowierungen

Aufgrund der vielfältigen und über die ganze Welt verstreuten Hinweise ist davon auszugehen, dass sich das Tätowieren bei den verschiedenen Völkern der Erde, selbstständig und unabhängig voneinander entwickelt hat. Früher dienten Tätowierungen der Zuordnung zu ethnischen und/oder auch religiösen Gruppen. Einige dieser Beispiele sind hier zu sehen.

                      

      An Indian Woman of Loreto (Peru).             Am ganzen Körper tätowierter                    India Caduveo (Mbayà),
                                                                    afrikanischer Mann | 13.06.1908          Rio Nabilèque, Chaco (Argentinien)

Tätowierungen in Burma, Kambodscha, Laos und Thailand.

Als Yantra-Tätowierung wird eine Form der Tätowierung bezeichnet, die vor allem in Burma, Kambodscha, Laos und Thailand, verbreitet ist. Bei der gebrauchten Schrift handelt es sich um die Schrift der alten Khmer und die buddhistische Pali-Schrift.

Der Yantra-Tätowierstil zeichnet sich durch betonende Serifen und Kanten aus. Die Schrift scheint sich bis in die Zeit des Khmer-Königreiches "Kambuja" zurückverfolgen zu lassen; zumindest kam es im Khmer-Reich zwischen dem 11. und 14. Jh. zu einer Blütezeit buddhistisch geprägter Kunstformen. Einige Tätowierungen verbinden Elemente der buddhistischen Kunst mit Elementen der Symbolsprache präbuddhistischer oder auch schamanistischer Religionen Südostasiens. So lassen sich auch verschiedene Symbole, Muster und Ornamente auf Einflüsse des Hinduismus zurückführen. Die Motive werden daher um ihrer magischen Funktion nicht nur als Körper- oder Kleiderschmuck eingesetzt, sondern lassen sich auch - in Form von Malereien an Häusern, Autos und anderen Gegenständen finden. Sie sollen jeweils spezifische Schutzfunktionen ausüben.

Spätestens seit dem 19. Jh. gab es in Thailand auch Bücher und Lehrschriften, die sich mit der Erstellung und der Funktion von Yantra-Tätowierungen befassten.

Laos - Tatoueur au travail | 27.06.1907

Burmese Boy Tattooed | 17.03.19...

Tätowierungen in Japan

Eine lange Tradition haben Tätowierungen in Japan, wo sie Irezumi, wörtlich "Tinte einbringen" genannt werden. Die früheste Erwähnung findet sich im chinesischen Geschichtswerk "Weizhi Worenchuan", in dem das Japan des 3. Jhs. beschrieben wird. Zu Beginn der Edo-Zeit von 1603 bis 1868 waren Tätowierungen bei Prostituierten und Arbeitern in Japan sehr beliebt.

Ab 1720 wurde die Tätowierung dann als Brandmarkung für Kriminelle eingesetzt, weshalb sich "anständige" Japaner nicht mehr tätowieren ließen. Wer als Krimineller gezeichnet war, konnte sich nicht mehr in die Gesellschaft eingliedern, was zur Bildung einer eigenen Schicht führte: den "Yakuza". 1870 wurde diese Praxis abgeschafft und Tätowierungen wurden komplett verboten, was erst 1948 wieder aufgehoben wurde.

Athlètes Japonais (Tätowierte Athleten) | 27.07.1904

 

"Tā moko" die Tätowierungen der Māori

Als Māori werden die Ureinwohner Neuseelands bezeichnet. Ihre ursprünglich aus der pazifischen Inselwelt stammenden Vorfahren haben vermutlich im 13. Jh. und damit etwa 300 Jahre vor den europäischen Seefahrern, von Polynesien aus das unbewohnte Neuseeland als erste Einwanderer besiedelt.

"Tā moko" ist die dauerhafte Verzierung des Körpers und Gesichts der Māori. Es unterscheidet sich von der allgemein verbreiteten Form der Tätowierung insofern, als es nicht mittels vieler kleiner Punkte und Stiche aufgetragen wird, sondern mit Kratz- und Schabwerkzeugen. Die Haut mit "Moko" trägt narbige Erhebungen und ist nicht mehr glatt und weich. Die Methode und die Muster sind ähnlich denen in anderen Teilen Polynesien.

Japanischer Dorfbewohner

 

Kargo, Travling Chair (Tätowierte Träger) | 05.12.1904

                       

       Maori Chief. N.Z. Tourist Dept. Photo.     Tuari Netana, a Typical Maori Chief        Hori Ngakapa. A Chief. Rotorua, N.Z.
                          17.02.1905                              New Zealand | 25.12.1910

Bevor die Europäer nach Neuseeland kamen, trugen fast alle hochrangigen Māori ein "Moko". Māori ohne galten als solche von niedrigem sozialen Status. Das Erhalten des "Moko" kennzeichnete einen wichtigen Lebensabschnitt im Übergang vom Kind zum Erwachsen und wurde von Ritualen begleitet. Das "Moko" selbst beinhaltet eine Art Code, der Aussagen über Herkunft und Rang des Trägers zulässt. Männer trugen es vor allem im Gesicht, auf Oberschenkeln und Gesäß, manchmal auch auf Rücken und Waden. Frauen trugen "Moko" auf den Lippen und am Kinn, manchmal auch auf der Stirn sowie auf Rücken und Schenkeln.

Das Wort "tätowieren" stammt von dem tahitischen Wort "Tatau", was so viel bedeutet wie "die Haut ritzen", ab.

                     

     Océanie Francaise - Marquisien tatoué    Colonies Africa`Nes - Typ indigène
                 Französisch-Polynesien                              09.10.1922

Literatur- und Quellenverzeichnis

Andreas-Andrew Bornemann / Postkarten / Text

Wer etwas zu berichten oder zu berichtigen hat kann sich gerne beteiligen.
Einfach eine E-Mail an mich senden und mitmachen.

Wikipedia - Die freie Enzyklopädie