Postkarten-Archiv | Andreas-Andrew Bornemann | Hannover-Linden | 2002-2017
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Freiwillige Kriegshilfe Hannover und Linden e.V. | Das "Eiserne Sachsenross"

Der Verein "Freiwillige Kriegshilfe Hannover und Linden e.V." wurde am 15. August 1914 im "Kriegerheim - Vereinsheim der Kriegervereine Hannovers" in der Nikolaistraße 10., heute Goseriede und Odeonstraße 12. am Nikolai-Friedhof, am Steintor, gegründet. Vereinsgründer und Leiter war Karl Komoll, der auch Geschäftsführer der hannoverschen Ortsgruppe des "Reichsverbandes gegen die Sozialdemokratie" war. Die Geschäftsstelle und das Warenlager der "Freiwilligen Kriegshilfe" befanden sich in den ehemaligen Betriebsgebäuden der Maschinenfabrik Knoevenagel am Hauptbahnhof (Hbf) in Hannover-Mitte. Es gab auch dezentrale Ausgabestellen in den fünf Stadtteilen Hannovers sowie in Linden, Badenstedt und Hannover-Hainholz. In Linden gab es neben einer Ausgabe für Lebensmittel auch noch eine Volksküche.

Freiwillige Kriegshilfe Hannover-Linden e.V.
Wir sammeln Küchenabfälle | 25.07.1916

Freiwillige Kriegshilfe Hannover u. Linden E.V. | 08.09.1916

Die "Freiwillige Kriegshilfe Hannover und Linden e.V." gab neben Lebensmitteln auch Feuerholz, Bekleidung und vereinzelt auch Möbel an Bedürftige ab. Auch in Rechtsfragen unterstützte die "Freiwillige Kriegshilfe". Die Mittel zur Unterstützung wurden durch Spendensammlungen, Verkauf von Ansichts- und Postkarten und die Nagelung des "Eisernen Sachsenrosses" erworben. Auch das Sammeln von Küchenabfällen und Rohstoffen wurde betrieben. Mit den Küchenabfällen wurde eine Kaninchen- und zeitweilig auch eine Schweinezucht betrieben. Als Fleischersatz wurden ab September 1915 Miesmuscheln von der "Freiwilligen Kriegshilfe" angeboten. Um die Versorgung mit Muschelfleisch sicherzustellen, wurde eine Flotte von bis zu sechs Schiffen für den Muschel- und Fischfang betrieben. Auch eine Konservenfabrik in Wilhelmshaven, in Niedersachsen, war im Besitz der "Freiwilligen Kriegshilfe Hannover und Linden e.V.".

                       

   Freiwillige Kriegshilfe Hannover-Linden    Freiwillige Kriegshilfe Hannover-Linden            Eisernes Sachsenross 1915
                        07.02.1915                                           04.06.1915                     Freiwillige Kriegshilfe Hannover u. Linden

Am 19. August 1915 fand im "Tivoli-Konzertgarten" an der Königstraße in Hannover-Mitte ein Militärkonzert zugunsten der "Freiwilligen Kriegshilfe Hannover und Linden" statt. Es spielte das Musikkorps des Hannoverschen Reserve-Infanterie-Regiments 215 unter der Leitung des Kapellmeisters Christian Straßner. Der Reinerlös des Konzertabends wurde für die Hinterbliebenen des Regiments verwendet.

Das "Eiserne Sachsenross" von 1915 im "Tivoli-Konzertgarten"

Der "Wehrmann in Eisen“, auch "Nagelmann" genannt, war eine Propagandaaktion während des Ersten Weltkriegs. Gegen eine Spende durfte man einen Nagel in das dafür aufgestellte Objekt einschlagen. Mit den Einnahmen wurden Kriegshinterbliebene und Verwundete unterstützt, da die staatlichen Sozialfonds nicht über ausreichende Finanzmittel zur Versorgung verfügten.

Das "Eiserne Sachsenross" in Hannover wurde ab August 1915 erstmals benagelt und im "Tivoli-Konzertgarten" aufgestellt. Dort versammelten sich Vereine aller Art, auswärtige Besucher und auch Schulklassen zum Nageln und Spenden.

Der Lehrer, Schulrektor und Schriftsteller Ernst Kammerhoff (1869-1959) aus Itzehoe in Schleswig-Holstein sprach zur feierlichen Einweihung am 15. August 1915 für die "Freiwillige Kriegshilfe Hannover und Linden e.V." folgenden Weihespruch:

Liebe lieh uns den Gedanken,
Deutsche Tat ließ ihn entsteh`n,
Deutscher Gott gib Du den Segen,
lass uns Deine Gnade seh`n!

Weitere Nagelfiguren in Hannover waren der "Roland" im Gasthaus "Zum Roland“ in der Hildesheimer Straße 27., in der Hannover-Südstadt, er wurde ab dem 5. März 1916 aufgestellt und benagelt. Gestiftet wurde die Figur vom Gastwirt Heinrich Bleitner und vom Bildhauer H. Klawe geschaffen. Im Gasthaus "Zum Bahnhof" (Hannover-Hainholz) wurde vor dem 9. Oktober 1916 ein Tisch benagelt. Eine Feldkanone (Oskar) wurde ab Ende August 1915 benagelt und eine weitere Feldkanone (Roland) ab April 1916.

Das eiserne Sachsenroß von 1915
(Einweihung) | 07.09.1916

Literatur- und Quellenverzeichnis

Andreas-Andrew Bornemann / Postkarten / Text

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Adress- und Fernsprechbücher der Stadt Hannover
Geschichte der Stadt Hannover I/II | Dr. Klaus Mlynek, Dr. Waldemar R. Röhrbein | Schlütersche Verlag | 1994
Hannover, Die Grosstadt im Grünen | Fr. Stadelmann | Verkehrs-Verein Hannover e.V., Hannover | 1927
Hannover, Kunst-Lexikon und Kultur-Lexikon | Helmut Knocke, Hugo Thielen | Schäfer Verlag Hannover | 1994
Heimatfront Hannover - Kriegsalltag 1914-1918 | Schriften des Historischen Museums Hannover (HMH) | 2014
Stadtarchiv Hannover
Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart | Dr. Klaus Mlynek, Dr. Waldemar R. Röhrbein | Schlütersche GmbH & Co. KG Verlag und Druckerei | 2009
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