Postkarten-Archiv | Andreas-Andrew Bornemann | Hannover-Linden | 2002-2017
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Lindener Gewerbe- Handel und Industriebetriebe

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Archiv - Hannoversche Maschinenbau-Actien-Gesellschaft (HANOMAG AG)

1835-1868 Eisengießerei und Maschinenfabrik Johann Georg Heinrich Egestorff
1871 Hannoversche Maschinenbau-Actien-Gesellschaft vormals Georg Egestorff (HANOMAG AG)

1835-1868 Eisengießerei und Maschinenfabrik Georg Egestorff

Am 6. Juni 1835 eröffnet Johann Georg Heinrich Egestorff (1802-1868), nach dem das Königlich-Großbritannische-Hannoversche Ministerium die Genehmigung erteilt hatte, eine Eisengießerei und mechanische Werkstatt, aus der die spätere Hannoversche Maschinenbau-Actien-Gesellschaft vormals Georg Egestorff (HANOMAG AG) hervorging.

Siehe auch: Georg Egestorff | Das Egestorff-Mausoleum

Am 22. September 1835 erfolgte schon die erste Lieferung von drei Ambossen für eine Kupferschmiede in Linden. Der Erste Werbeprospekt der Eisengießerei und Maschinenfabrik stammt aus dem Gründungsjahr 1835. Ab 1836 produzierte man mit bereits 54 Arbeitern Dampfmaschinen. Als Werksführer wurde ein Engländer namens Blankley angestellt. 1837 betrug der Jahresumsatz 20.000 Taler. In der Folge baute Egestorff Dampfmaschinen, Haushaltsartikel, Grabkreuze, Kessel und Maschinen für industrielle Zwecke, seit 1845 auch Lokomotiven.

Eisengießerei u. Maschinenfabrik Georg Egestorffs

Als die Eisenbahnstrecke von Hannover nach Hildesheim am 4. Juni 1846 eröffnet wurde, zog die erste Lokomotive, sie erhielt den Namen "Ernst August" den Zug. Diese Lokomotive wurde von Egestorff aus seiner Fabrik in Linden-Süd geliefert. Bis zu Johann Georg Heinrich Egestorffs Tod am 27. Mai 1868 wurden in seiner Fabrik 323 Lokomotiven und 299 Tender gebaut.

Am 2. Oktober 1848 streiken die Arbeiter der Eisengießerei und Maschinenfabrik für eine Verkürzung der täglichen Arbeitszeit auf zehn Stunden. Der Streik bricht aber schon am 5. Oktober 1848 erfolglos zusammen.

Nach Georg Egestorffs Tod übernahmen seine Schwiegersöhne, der Oberingenieur und kaufmännische Direktor Alfred Charl Houget (1826-1885) und der Geheime Kommerzienrat und Fabrikant Johann Friedrich August Buresch (1818/21-1885), er war auch Direktor der 1856 durch Georg Egestorff gegründeten Lindener Zündhütchen- und Thonwarenfabrik, die Geschäfte. Alfred Charl Houget war mit Dorothea Eleonore Georgine Egestorff (1827-1876) und Johann Friedrich August Buresch war mit Georgine Wilhelmine Egestorff (1836-1904), verheiratet.

Das Unternehmen war durch die Wirtschaftskrise um 1860 fast Pleite. Es wurden 1860 nur vier Lokomotiven hergestellt. Die Verluste konnten aber durch die anderen Egestorffschen Unternehmen ausgeglichen werden. Von 1864 bis 15. Juli 1865 wurde Prof. Ludwig Albert Frank (1841-1909) als Konstrukteur beschäftigt. Er war Ingenieur für Maschinenbau und von 1895 bis 1898 als Professor, Rektor der Königlich Technischen Hochschule zu Hannover, heute Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover.

Die beiden Schwiegersöhne beschlossen 1868/69 zusammen mit der Witwe Egestorffs die Eisengießerei und Maschinenfabrik für 700.000 Taler an den sogenannten jüdischen Eisenbahnkönig Dr. Bethel Henry Strousberg (1823-1884), eigentlich Baruch Hirsch Strousberg zu verkaufen, und die anderen Unternehmen dann in Aktiengesellschaften (AG) umzuwandeln.

Der Eisenbahnkönig Dr. Bethel Henry Strousberg (1823-1884)

Dr. Bethel Henry Strousberg leitete die Firma von Berlin aus, er ließ sich 1867/68 an der Wilhelmstraße 70 in Berlin ein Palais nach Plänen des Architekten August Orth (1828-1901) errichten. Dr. Strousberg war seit 1869 Abgeordneter der Konservativen Partei Preußens im Norddeutschen Reichstag. Als er 1875 in Konkurs ging musste er auch sein prächtiges Palais verkaufen.

Er ließ neben dem Werk an der heutigen Göttinger Straße ab März 1869 eine Arbeitersiedlung mit 228 Wohnungen in 144 Häusern errichten, die wegen der Rumänienaufträge (man hatte eine Konzession über 900 km Bahnstrecke und die Lieferung von Lokomotiven nach Rumänien bekommen), auch Klein-Rumänien genannt wurde. Ihre Straßen hießen bezeichnenderweise Brunnenstraße, Feilenstraße, Hammerstraße und Zirkelstraße. Die Zirkelstraße wurde noch vor dem Ersten Weltkrieg, um Platz für eine weitere Vergrößerung des Betriebsgeländes, abgerissen. Die anderen Straßen mussten bis 1937 für die Erweiterung des Werksgeländes weichen. Von 1869 bis 1881 war der Maschinenbauingenieur Harry Aloysius Bock von Wülfingen (1829-1881) erster Direktor der Eisengießerei und Maschinenfabrik, später Hannoversche Maschinenbau-Actien-Gesellschaft.

Am 10. März 1871 ging das Unternehmen, wie auch die anderen Unternehmungen Bethel Henry Strousbergs für vier Mio. Mark, in die Hände eines Bankenkonsortiums über. An die Bedeutung des Unternehmens für Linden und Hannover erinnern heute noch folgende Straßennamen, Hanomagstraße, Egestorffstraße und die Strousbergstraße. Da Bethel Henry Strousberg jüdischer Herkunft war, trug letztere während des Dritten Reiches von 1935 bis 1945 den Namen Kettlerstraße.

1871 Hannoversche Maschinenbau-Actien-Gesellschaft, vormals Georg Egestorff (HANOMAG AG)

Am 10. März 1871 entsteht die Hannoversche Maschinenbau-Actien-Gesellschaft vorm. Georg Egestorff, Linden vor Hannover, als ein Bankenkonsortium für vier Mio. Mark das Unternehmen von Dr. Bethel Henry Strousberg kauft. Das Werk erhält 1872 einen eigenen Eisenbahnanschluss. Die 1000. Lokomotive wird 1873 mit Namen "Bismarck" ausgeliefert. Sie wurde auf der Weltausstellung in Wien/Österreich ausgestellt und mit einer Medaille prämiert. Eine der ersten Motorlokomotiven der Welt wurde 1880 als Prototyp gebaut. Nach Patentproblemen gab man dies jedoch wieder auf und beschränkte sich weiterhin auf die Herstellung von Dampflokomotiven. Am 1. August 1895 wurde Ernst Heller (1848-1909) technischer Direktor und später dann auch Generaldirektor. Ernst Heller sorgte für die Modernisierung der Fabrikationseinrichtungen. Durch einen vollständigen Umbau der Firma wurde die Leistungsfähigkeit des Unternehmens, das unter seiner Leitung auf dem Weltmarkt nun eine führende Position erreichte, mehr als verdoppelt. Die neue Maschinenbauhalle wird 1898 in Betrieb genommen.

Zweiachsige feuerlose Lokomotive für industrielle Betriebe

Feier der Fertigstellung der 5000. Lokomotive | 15.06.1907

Lokomotiv-Dreherei / Lokomotiv-Montagehalle (Mechanische Werkstatt I)

Die Lokomotiv-Dreherei / Lokomotiv-Montagehalle (Mechanische Werkstatt I) bestand aus einem vierteiligen Stahltragwerk mit unterschiedlichen Dächern an der ehemaligen Hamelner Chaussee 11. (seit 1967 Hanomagstraße 11.). Die Fassade bestand aus braunroten Verblendziegeln. Die Eisenkonstruktionen für das Gebäude wurden von der 1871 gegründeten Stahlbaufirma Louis Eilers, aus Hannover-Herrenhausen, geliefert. Es arbeiteten in der Dreherei 500 Arbeiter an 381 Arbeitsmaschinen. Obwohl die Halle unter Denkmalschutz stand, wurde sie abgerissen. Das Gelände der Lokomotiv-Dreherei diente später als Parkplatz für die Mitarbeiter der Komatsu HANOMAG GmbH.

Siehe auch: 1871-1985 Schlosserei Louis Eilers, später Louis Eilers Stahlbau GmbH & Co.

Telegrafenadresse HANOMAG und Übernahme der Maschinenfabrik C. G. Merket aus Chemnitz

Durch den Oberingenieur Erich Metzeltin (1871-1948) wird 1904 die Telegrafenadresse aus Kosten gründen auf HANOMAG abgekürzt; seit 1912 ist HANOMAG dann auch die Briefadresse. Bis 1924 leitete Erich Metzeltin den Lokomotivbau des Unternehmens. Von 1907 bis 1924 war er Vorstandsmitglied, danach bis 1932 Aufsichtsratsmitglied der HANOMAG AG. 1905 erwarb man die Maschinenfabrik C. G. Merket aus Chemnitz in Sachsen (HANOMAG AG Zweigwerk Chemnitz) und verkaufte sie am 1. April 1911 weiter an die Sächsische Maschinenfabrik vormals Richard Hartmann AG, ebenfalls in Chemnitz.

Bau des Direktionsgebäudes (Verwaltungsgebäude) an der Hamelner Chaussee (seit 1967 Hanomagstraße)

Das zweistöckige Direktionsgebäude (Verwaltungsgebäude) an der ehemaligen Hamelner Chaussee 9. (seit 1967 Hanomagstraße 9.) wurde 1903, durch den Architekten Georg Phillips (1864-1954) geplant und dann 1905 eingeweiht. Vor dem Gebäude wurde ein Schmuckplatz mit einer Auffahrt angelegt. Der Platz hat die Form eines Dreiecks. Im Expo-Jahr 2000 wurde das Gebäude komplett renoviert. Heute wird das Haus von der Komatsu-Hanomag AG als Verwaltungsgebäude genutzt.

Verwaltungsgebäude der Hannoverschen Maschinenbau AG vormals G. Egestorff. Hannover-Linden | 02.04.1906

Hannoversche Maschinenbau-Actien-Gesellschaft vorm. Georg Egestorff | 12.06.1924

Arbeiterstreiks bei der HANOMAG AG von 1905 bis 1926

Am 27. September 1905 legten die Fräser der HANOMAG AG aus Protest gegen eine Kürzung ihrer Arbeitslöhne die Arbeit nieder. Der Streik weitete sich aus und führte schließlich zu Entlassungen und zur Aussperrung von 2000 Arbeitern. Drei Wochen später, am 19. Oktober 1905 wurde der Streik dann erfolglos eingestellt. Man konnten sich nicht durchsetzen.

Am 24. März 1906 stellten die Former und Gießer ihre Arbeit für drei Monate ein und legten damit die komplette Produktion des Unternehmens still. Auch diesmal wurde durch die Geschäftsführung mit Aussperrung geantwortet, doch konnten die Streikenden Arbeiter einen Teil ihrer Forderungen durchsetzen. Sie erreichten eine Verkürzung der Arbeitszeit um eine Stunde und setzten auch Überstundenzuschläge durch.

Ab Juni 1907 beschließt die Firmenleitung, dass beschäftigte mit mindestens fünf Jahren Werkzugehörigkeit jährlich eine Woche Erholungsurlaub erhalten. 1912 wurde insgesamt 13 Wochen lang für bessere Arbeitsbedingungen im Betrieb gestreikt.

 

Lehrpostkarte der HANOMAG | Gießen einer Lagerschale

Während des Ersten Weltkriegs (1914-1918) kommt es im Mai 1915 zu Arbeitsniederlegungen in der Geschossdreherei der HANOMAG AG wegen Arbeitszeiterhöhung und 30 % niedrigeren Akkordsätzen. Nach Verhandlungen mit dem Deutschen Metallarbeiter Verband (DMV) gibt die Geschäftsführung nach. Die Lokomotivbauabteilung der HANOMAG AG fordert 1918 eine 20-prozentige Lohnerhöhung. Dies wird von der Firmenleitung abgelehnt und deshalb kommt es am 31. Januar 1918 zu Arbeitsniederlegungen. Es beteiligten sich ca. 1000 Mitarbeiter an dem Streik. Daraufhin bietet man den Arbeitern neue Akkordzuweisungen mit deutlich höheren Löhnen an.

Am 25. November 1925 legen drei Abteilungen die Arbeit nieder. Es wurde aufgrund der willkürlichen Änderung der Akkordbemessumgsgrundlage durch die Firmenleitung gestreikt. Daraufhin sperrt man die übrige Belegschaft komplett aus. Am 19. Januar 1926 kommt es dann zur Einigung. Die Streikenden können aber die Lohnkürzung nicht vollständig abwehren.

Bau der Direktorenvilla

Die verputzte, zweigeschossige Direktorenvilla wurde 1909 an der ehemaligen Hamelner Chaussee 7. (seit 1967 Hanomagstraße 7.) erbaut. Sie diente zeitweise als Dienstsitz für die Direktoren der HANOMAG AG. Auch als Krankenstation wurde das Gebäude, bevor es viele Jahrzehnte leer stand, genutzt. Zweimal wurde die Villa durch Hausbesetzer, besetzt um sie einer Nutzung als Kultur- und Jugendzentrum zu zuführen. Von 2013 bis 2015 wurde die denkmalgeschützte Villa instand gesetzt und zu einem Gewerbe- und Wohnhaus umgebaut.

Lastkraftwagen (LKW), Omnibusse und WD-Motortragpflüge Wendeler-Dohrn

Die ersten HANOMAG AG Lastkraftwagen (LKW) und Omnibusse wurden ab 1905 produziert, und noch mit Dampf angetrieben. Am 1. Oktober 1957 wurde der 50.000 HANOMAG-LKW in Hannover-Linden fertiggestellt.

Das Unternehmen produzierte von 1912 bis 1921/24 - WD-Motortragpflüge (Bauart Wendeler-Dohrn) mit 35 PS und 80 PS starken Benzolmotoren. Entwickelt wurden die Tragpflüge durch den Ingenieur und Direktor der HANOMAG-Tochtergesellschaft - Deutsche Kraftpfluggesellschaft m.b.H. Berlin, Ernst Wendeler (1872-1926) und dem Landwirt Boguslaw Dohrn (1875-1960). Vertrieben wurden die WD-Motortragpflüge durch die Deutsche Kraftpfluggesellschaft m.b.H. Berlin, Kurfürstenstraße 56.

HANOMAG-W.D.-Pflüge | 18.04.1916

W. D.-Schlepper 20 PS. | 04.07.1922

Ab 1919 baute die HANOMAG AG Bau- und Zugmaschinen (WD-Bauschlepper und WD-Kettenschlepper) sowie den WD-Raupenschlepper mit 20 PS bis 50 PS Leistung. Ab 1924 produzierte man dann auch noch den WD-Ackerschlepper. Von 1924 bis 1925/26 wurden 750 WD-Radschlepper (im heutigen Sinne Traktoren) mit Benzolmotor produziert. Die HANOMAG-Traktoren galten lange Zeit als Qualitätsprodukte auf dem Weltmarkt. Der Jahresumsatz stieg von vier Mio. Reichsmark (RM) auf 33,5 Mio. Reichsmark (RM). Die Anzahl der Mitarbeiter hatte sich vervierfacht, von 1125 auf fast 4000 Werksangehörige.

Internationale Baufach-Ausstellung (IBA)

Auf der Internationalen Baufach-Ausstellung (IBA), genauer Titel Internationale Welt-Spezialausstellung für Bauen und Wohnen, 1913 in Leipzig/Sachsen erhielt die HANOMAG AG für ihre 80 PS Baulokomotive die goldene Medaille.

HANOMAG-Nachrichten-Verlag

Der HANOMAG-NACHRICHTEN-VERLAG brachte verschiedene Publikationen heraus. Seit 1913 die monatlich und später dann 14-tägig erscheinenden "HANOMAG-Nachrichten". Zuerst als "HANOMAG-Nachrichten" und während des Ersten Weltkriegs von 1914 bis 1918 mit einer sogenannten "Kriegsbeilage" zu den eigentlichen Nachrichten. Es wurden rund 12.000 Exemplare der "Kriegsbeilage" gedruckt. Die Beilage wurde allen Kriegsteilnehmern, Beamten und Arbeitern der HANOMAG AG sowie einer großen Anzahl weiterer HANOMAG-Freunden zugestellt. Es gab auch internationale Ausgaben der "HANOMAG-Nachrichten", zum Beispiel auf Englisch, Französisch, Russisch, Italienisch, Spanisch und Schwedisch. Die italienisch- und spanischsprachigen Ausgaben erschienen als "Revista de la HANOMAG". Die "HANOMAG-Nachrichten" erschienen bis 1927.

Neben den "HANOMAG-Nachrichten" veröffentlichte der Verlag auch den "HANOMAG-Wegweiser" (Werkzeitung für Angehörige der HANOMAG AG) Postkartenserien sowie Buch- und Lehrmittel. Die Verlags-GmbH hatte ihre Redaktionsräume in der Bredenbecker Straße 1. gegenüber dem Werksgelände. Die HANOMAG AG war auch Eigentümer der Immobillien in der Bredenbecker Straße 1., 2., 6. und 8, in Linden-Süd.

 

Hanomag-Nachrichten-Verlag G.m.b.H. Hannover-Linden | 14.09.1923

Eisenbahnfotograf Werner Hubert (1896-1947)

Der Eisenbahnfotograf Werner Hubert, er war unter anderem auf Lokomotivpostkarten spezialisiert, wurde nach dem Ersten Weltkrieg von der HANOMAG AG als Ingenieur eingestellt. So erhielt Werner Hubert, die Möglichkeit alte Werksfotografien zu rekonstruieren. Viele der Lehr- und Werkspostkarten der HANOMAG AG stammen aus seinem Archiv. Ab 1922 schrieb er auch Artikel für den HANOMAG-NACHRICHTEN-VERLAG.

Bis 1931 blieb Werner Hubert für das Unternehmen tätig. Danach ging er zum Maschinen- und Fahrzeugbaukonzern Henschel & Sohn, bis er 1939 bei der Deutschen Reichsbahn (DR) anfing. Er gehörte auch zu den Gründungsmitgliedern des 1929 in Darmstadt/Hessen gegründeten "Lokomotivbildarchiv des Verkehrszentralamtes der Deutschen Studentenschaften", seit 1938 "Deutsches Lokomotivbild-Archiv (DLA)" in Berlin. Werner Hubert starb am 17. Juni 1947 an einer Blutvergiftung in Dresden/Sachsen.

 

 

HANOMAG-Lloyd-Schiffs-Motoren

Um 1914 produzierte die HANOMAG AG in Zusammenarbeit mit der Firma Lloyd auch Schiffsmotoren. Es gab Ein-, Zwei-, und Vierzylinder-Motoren von fünf bis 100 PS. Die Schiffsmotoren liefen mit Benzol, Benzin und auch mit Petroleum.

Es wurden Motoren für Militärboote und Zivilboote jeglicher Art hergestellt. HANOMAG-Lloyd-Schiffsmotoren wurden unter anderem von der 1888 gegründeten Hamburger Friedrich Heidtmann Wasserbau (Heidtmann-Werft), von der um 1911 gegründeten Naglo-Werft in Zeuthen bei Berlin und von Harry Mierlitz aus Helsingfors - Helsinki/Finnland, verbaut.

HANOMAG-Lloyd-Schiffs-Motor
Auspuffseite, Zweizylinder, Motor, Größe II S 14-22
gebaut von der HANOMAG Hannover-Linden

HANOMAG-Lloyd-Schiffs-Motor
Auspuffseite, Vierzylinder, Motor, Größe IV S 16-26
gebaut von der HANOMAG Hannover-Linden

Schnelles Verkehrs-Motorboot mit Kajüte und gedecktem Motorraum gebaut von H. Heidtmann, Hamburg mit
HANOMAG-Lloyd-Schiffsmotor, Typ IV S36, 45 PSe.

Motorkreutzer gebaut von H. Heidtmann, Hamburg mit
HANOMAG-Lloyd-Schiffsmotor, Typ IV S16, 20 PSe.

Erster Weltkrieg (1914-1918)

Während des Ersten Weltkriegs von 1914 bis 1918 wurden schon kurz nach Kriegsbeginn 1230 der 4190 Werksangehörigen (Arbeiter und Angestellte) zum Kriegsdienst eingezogen. Bis zu 1600 Frauen arbeiteten 1915 bei der HANOMAG AG um die Männer zuersetzen. Die Frauen bekamen allerdings nicht den gleichen Lohn wie ihre männlichen Kollegen. Vor dem Krieg hatte das Unternehmen keine Frauen beschäftigt. Es wurden von Mitte November 1915 bis Ende September 1918 auch 300 Kriegsgefangene in verschiedener Personalstärke beschäftigt. Die HANOMAG AG produzierte von 1914 bis 1918 Munition und Waffentechnik im großen Mengen. Unter anderem wurden 3,7 Mio. Zünder, 1,7 Mio. Artilleriegeschosse, 280 Schutzschlide für Maschinengewehre und 2000 Geschützrohre hergestellt. Das Unternehmen war somit der größte Rüstungsbetrieb im Regierungsbezirk Hannover.

Kriegsküche, Werksverein und Warteschule der HANOMAG AG

Die HANOMAG AG betrieb während des Ersten Weltkriegs von 1914 bis 1918 eine sogenannte Kriegsküche. In einer großen Halle, die vorher zum Aufbau der Seilrohrkessel benutzt wurde, wurde die Kriegsküche am 25. September 1914 in Betrieb genommen. Es gab vier Kochkessel mit 3000 Liter Volumen, die jederzeit um drei weitere Kessel erweitert werden konnten. So konnten bei vollem Betrieb bis zu 5000 Liter ausgegeben werden. Die Kochkessel wurden von der Firma Voß aus Sarstedt bei Hannover geliefert. In einem großen Vorraum standen Bänke und Tische für ca. 1000 Personen, da man ursprünglich die Einahme der Mahlzeiten Vorort ermöglichen wollte. Es stellte sich jedoch heraus das die Mehrheit der Bedürftigen das Essen für ihre Familie mit nach Haus nahmen. Dadurch wurde es für einen Teil der HANOMAG-Belegschaft möglich, gegen Bezahlung der Selbstkosten ihr Mittagessen hier einzunehmen. Auch Kriegsgefangene wurden aus der HANOMAG-Kriegsküche versorgt.

Kriegsküche der Hanomag
Essen-Ausgabe | 25.03.1915

Kriegsküche der Hanomag
Beim Kartoffelschälen | 24.08.1915

Die Essensausgabe fand von 11:30 Uhr bis 13:00 Uhr statt. Für je einen Gutschein bekam man eine volle Mahlzeit (Gemüse und Fleisch). Die Gutscheine wurden alle zehn Tage den berechtigten zugeteilt. Jedes Familienmitglied über sechs Jahre erhielt einen Gutschein für eine Mahlzeit und jedes unter sechs Jahre für eine halbe Mahlzeit. Fünf Tage die Woche gab es Gemüse und Fleisch, zwei Tage in der Woche waren fleischlos. Die Fleischeinlage lieferte die benachbarte Wurst-, Aufschnitt- und Fleischkonservenfabrik Fritz Ahrberg aus der Deisterstraße. Durchschnittlich wurden 1600 Mahlzeiten pro Tag ausgegeben. Für die Werksangehörigen gab es auch die Möglichkeit verschiedene Lebensmittel direkt bei der HANOMAG AG zu erwerben.

Es wurden eine Küchenleiterin, vier Köchinnen und 12 Helferinnen beschäftigt. Für die Reinigung der Kessel wurden zwei Arbeiter eingestellt. Für den Einkauf und die Gesamtleitung war ein Fabrikbeamter namens Eisenbrandt verantwortlich.

Am 4. Dezember 1914 wurde die Einrichtung vom stellvertretenden kommandierenden General des X. Reserve-Armeekorps, General der Infanterie Wilhelm von Linde-Suden (1848-1922) besucht und am 9. Dezember 1914 vom Oberpräsidenten der Provinz Hannover Ludwig von Windheim (1857-1935), Ludwig von Windheim war von 1914 bis 1917 Oberpräsident der Provinz Hannover, in Begleitung des Oberpräsidialrats Dr. jur. Kriege sowie weiterer Mitglieder der "Freiwilligen Kriegshilfe Hannover und Linden". Bis zum 10. Dezember 1914 wurden mehr als 105607 Mahlzeiten an Werksangehörige und deren Familienmitglieder ausgegeben.

Werksverein der HANOMAG AG

Der Werksverein hatte folgende Unterabteilungen: Die Krankenhilfs- und Begräbniskasse, die Wöchnerinnenfürsorge, die Warenbeschaffung, die Sparkasse, die Bücherei des Werkvereins mit über 1000 Büchern durch Spenden der Firma und Vereinsmitglieder, die Feuerwehr mit 100 Mitgliedern und dem 20 Mann starken Musikchor. Auch die Liedertafel, sie gab regelmäßig in der Kriegsküche Konzerte, die Theaterabteilung, die Radfahrerabteilung "Drais", die Jugendabteilung, die im Turn- und Jugendclub Linden untergebracht war und die Frauengruppe, gehörten zum Werksverein.

Freiwillige Kriegshilfe Hannover-Linden e.V.
Wir sammeln Küchenabfälle | 25.07.1916

Aus den ersten Kriegswochen: Abfuhr der von Hanomag gespendeten Wollsachen, bestimmt für das... Armeekorps.

Warteschule der HANOMAG AG

Im Oktober 1916 wird die Warteschule der HANOMAG AG eingeweiht. Zuvor hatte das Unternehmen 10.000 Reichsmark (RM) für den Aufbau der Schule gestiftet und weitere 1200 Reichsmark (RM) jährlich für den Unterhalt der Warteschule zugesagt.

Kanonenwerkstatt am Deisterplatz, Hamelner Chaussee - Ecke Göttinger Straße.

Nach Plänen des Lindener Architekten Alfred Sasse (1870-1937) wurde 1916 ein neues, viergeschossiges Werksgebäude (Kanonenwerkstatt) am Deisterplatz, ehemaliger Hamelner Chaussee (seit 1967 Hanomagstraße) und Ecke Göttinger Straße errichtet. Die Fassade wurde durch farbige Fliesen und Produktdarstellungen in Majolika verziert. An den oberen Gebäudeecken befinden sich die beiden Monumentalskulpturen "Arbeit und Industrie", die vom Bildhauer Werner Hantelmann (1871-1939) und vom Bildhauer Georg Herting (1872-1951) stammen. Im Frühjahr 1918 nahm man die Produktion in der Kanonenwerkstatt auf.

Industrie-Bau der Hanonmag am Deisterplatz,
Ecke Göttinger Straße

Deisterplatz - Hanomag | 22.07.1931

Bis zum Ende des Ersten Weltkrieges wurden in der Kanonenwerkstatt Geschütze gebaut. Anschließend wurden im Erdgeschoss Radsätze und Achslager für Lokomotiven bearbeitet. Im ersten Obergeschoss entstanden Schrauben, in der Etage darüber Zahnräder und Getriebeteile für Ackerschlepper. Das Gebäude steht heute unter Denkmalschutz und wird nach einem aufwendigen Umbau in den Jahren 2013 bis 2015 als Wohn- und Gewerberaum genutzt.

Im August 1919 kommt es in einer Werkhalle des Gebäudes zu einem schweren Betriebsunfall. Eine Werkzeugmaschine durchschlug die Decke, als der Trageriemen eines Krans riss. Verletzt wurde niemand, es entstand nur Schachschaden. Die HANOMAG-Nachrichten (Heft 9 September 1919) berichteten über den Vorfall in ihrer Beilage "Volkswirtschaftliche Fragen".

Fertigstellung der 9000. Lokomotive und Unterstützung bedürftiger Werksangehöriger

Am 1. Oktober 1919 feierte man die Fertigstellung der 9000. Lokomotive. Aus diesem Anlass bekam jeder Mitarbeiter der über 50 Jahre im Unternehmen tätig war 200 Reichsmark (RM) geschenkt. Wer 25 Jahre im Werk beschäftigt war, bekam 100 Reichsmark (RM) zu seinem Arbeitslohn dazu. Es wurden auch 50.000 Reichsmark (RM) für bedürftige Werksangehörige, wie Kriegsverletzte, Witwen und Waisen von den 254 gefallenen Mitarbeitern für eine einmalige Unterstützung bereitgestellt.

Für alle ehelichen Kinder der gefallenen Soldaten, die vor der Einberufung mindestens neun Monate im Unternehmen beschäftigt waren, wurde eine sogenannte "Kriegspatenschaft" übernommen. Zur Konformation oder zur Schulentlassung bekamen sie ein Geldgeschenk von bis zu 200 Reichsmark (RM), welches an die Mutter oder den gesetzlichen Vertreter ausgezahlt wurde. Die HANOMAG AG bevorzugte auch bei ihrer Lehrstellenvergabe diese Jugendlichen. Voraussetzung war allerdings ein guter Schulabschluss und eine gute Führung.

 

Gemischtzug-Lokomotive für Brasilien

Schulgarten an der Göttinger Chaussee

An der Göttinger Chaussee wurde 1892/93 ein Schulgarten neben dem schon vorhandenen Lindener Armenhaus  errichtet. Der Lindener Lehrerverein hatte darauf gedrängt: Denn durch die Industrialisierung und Verstädterung Lindens hatten immer weniger Kinder Umgang mit der Natur. Um 1919/20 brauchte die HANOMAG AG das Gelände für die Erweiterung ihrer Werksanlagen; der Schulgarten zog an seinen heutigen Standort, am Nordhang des Lindener Berges um. Früher befand sich auf dem Gelände einer der Egestorffschen Stollen für den Kalkabbau und eine Tonkuhle. Der Stollen und die Tonkuhle wurden mit Schutt aufgefüllt um den neuen Schulgarten (heute: Botanischer Schulgarten Hannover-Linden) an zulegen.

Ausbesserung der Hammerschmiede und Bau des Beamtenwohn- und Verwaltungsgebäudes

Ab 1920/21 wurde die Hammerschmiede ausgebessert und umgebaut. Die Eisenkonstruktion hatte durch Feuchtigkeit und Schwefelsäure schaden genommen. Während der Arbeiten wurden die Dampfhämmer nicht abgeschaltet, es wurde normal in der Tag- und Nachtschicht weitergearbeitet. Die Hammerschmiede war 66,0 Meter lang und bestand aus zwei niedrigen Hallen von 16,0 Meter breite und einer hohen Halle von 18,0 Meter breite. Für das Dach wurde Kalkgipsputz benutzt, der nun auch erneuert werden musste, da er durchgefault war. Die gesamte Ausbesserung dauerte mehrere Monate.

Vorschmieden einer Treibstange unter dem 4 t Dampfhammer

Lokomotivbauhalle der Hanomag

Beamtenwohnhaus und Verwaltungsgebäude

Das denkmalgeschützte Beamtenwohnhaus und Verwaltungsgebäude wurde 1921/22 auf einem Teil des Geländes der ehemaligen Zündhütchen- und Thonwarenfabrik vormals Georg Egestorff (1914 von Linden nach Empelde/Ronnenberg verlegt), an der ehemaligen Bornumer- und Hamelner Chaussee 8. (seit 1967 Hanomagstraße 8.) errichtet. Geplant wurde das Gebäude bereits 1908 durch den Architekten Georg Phillips (1864-1954). Durch den Ersten Weltkrieg konnte das Haus aber erst 14 Jahre später, 1922 fertiggestellt werden.

Von 1974 bis 1995 nutzte die Fakultät für Rechtswissenschaften der Universität Hannover (heute Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover) das Gebäude. Das ehemalige Verwaltungsgebäude der HANOMAG AG wurde danach übergangsweise von der Fachhochschule - Hochschule Hannover (HsH) genutzt. Das stark verfallende Gebäude wurde 2012 vom Land Niedersachsen verkauft und 2015 von Grund auf saniert. Heute befinden sich in dem Gebäude Büros und Wohnungen.

10.000. Lokomotive und Kleingartenkolonie "Lerchenlust"

Die 10.000. Lokomotive läuft 1922 vom Band und im gleichen Jahr wird durch eine Gruppe von HANOMAG AG Arbeitern die Kleingartenkolonie "Lerchenlust" an der Hamelner Chaussee gegründet. Die Kolonie wird 1939 durch Zusammenschluss mit den Kolonien Südstücken und HANOMAG III. zu einem Verein mit dem Namen "Johann Egestorff", um 55 Gärten vergrößert.

Reisebüro HANOMAG, ab 1925 Lindener Reisebüro Bangemann

Seit 1922 leitete der Fabrikbeamte Heinrich Bangemann (1881-1966), er wohnte in der Steckerstraße 17, in Ricklingen, die Reisestelle der HANOMAG AG. Er kümmerte sich um die Abrechnung und Beschaffung der Fahrkarten und Reiseunterlagen für die Monteure und die Vertreter der Firma. Als das Interesse an Reisen stärker wurde, gründete er am 1. Dezember 1923 zusammen mit der HANOMAG AG, im Verwaltungsgebäude, an der Bornumer Straße 7 das "Reisebüro HANOMAG".

Zwei Jahre später, am 1. Dezember 1925, zog man in die Falkenstraße 4, am Schwarzen Bär um und nannte sich ab jetzt unter dem Dach der M.E.R. (Mittel-Europäische-Reisebüros) "Lindener Reisebüro", nunmehr unabhängig von der HANOMAG AG. Das Reisebüro organisierte 1928 die Fahrten für 1800 norddeutsche Sänger zum Bundessängerfest in Wien/Österreich. Neue Geschäftsräume wurden am 1. Januar 1930 in der Falkenstraße 1 - Ecke Deisterstraße bezogen und im Frühjahr 1931 wurde das Unternehmen in "Reisebüro Bangemann" umbenannt. Der Neubau wurde 1950, anstelle des im Zweiten Weltkrieg zerstörten Geschäftshauses in der Falkenstraße eingeweiht. Aus diesem Reisebüro entstand später die First Reisebüro Gruppe.

Erholungsheime der HANOMAG AG im Harz

 

Das Erholungsheim der HANOMAG AG in Zellerfeld, im Oberharz/Niedersachsen, am Carler Teich gelegen war als "Villa Bleckmann" bekannt. Die Villa diente ursprünglich zur Aufnahme von Kurgästen. Nachdem Herr Bleckmann starb wurde das Haus von der HANOMAG AG gekauft und zum Erholungsheim für ihre Angestellten umgebaut.

Anfang 1929 gelang die "Villa Bleckmann" in den Besitz der evangelischen Kirchegemeinde Zellerfeld und wurde danach zum Gemeinde- und Jugendheim umgebaut. Ein weiteres Erholungsheim unterhielt die HANOMAG AG bis in die 1960er-Jahre in der Bergstadt Wildemann (Klimaluftkurort), ebenfalls im Oberharz, in Niedersachsen.

Zellerfeld. Villa Bleckmann

Zellerfeld- Hanomag - Heim

Klimat. Höhenluftkurort Wildemann/Oberharz
Hanomag-Heim | 10.08.1953

Neubau der Schlepperbau-Fabrikhalle

Zwischen 1922 und 1923 entstand an der verlängerten, ehemaligen Hamelner Chaussee (seit 1967 Hanomagstraße) eine zweiteilige Fabrikhalle. Der Entwurf für das Gebäude stammt vermutlich vom Architekten Heinrich Neeren. In der Fabrikhalle, deren Gebäudeteile miteinander verbunden sind und unterschiedliche Größen haben, produzierte man zunächst Motortragpflüge und Acker- und Radschlepper. Ab 1924 kam dann noch die Automobil-Fertigung hinzu. Nach dem Zweiten Weltkrieg war in der Halle, der Karosseriebau untergebracht und auch die Montage von Lastwagen. Heute steht das Gebäude unter Denkmalschutz und wird von der Komatsu Germany GmbH, genutzt.

Reichssender Hannover 828 kHz

Die Deutsche Reichspost errichtete im 5. Stock des Verwaltungsgebäudes der HANOMAG AG, an der Bornumer Straße, einen Reichssender (828 kHz) ein. Der Sender war ebenso, wie die Sender Bremen und Kiel, ein Nebensender des Reichssenders Hamburg, der Nordischen Rundfunk AG (NORAG). Im Dachgeschoss wurde ein Senderaum, ein Maschinenraum sowie ein Aufnahme- und Verstärkerraum untergebracht. Am 16. Dezember 1924 wurde in Beisein des Reichspost-Staatssekretär für das Telegrafen-, Fernsprech- und Funkwesen - Hans Bredow (1879-1959) die erste Mittelwellensendung ausgestrahlt.

Der Dirigent, Komponist und Sachbuchautor Otto Ebel von Sosen (1899-1974) wurde ab 1. April 1926 als Dirigent und erster Direktor der Rundfunksendeanstalt eingestellt. Danach wurde ab August 1933 der Schauspieler, Gaufachberater für Schauspiel bei der Gauleitung Südhannover-Braunschweig und spätere Fernsehintendant Harry Moss (1886-?) neuer Rundfunkleiter.

Ab dem 9. September 1933 übertrug ein stärkerer Sender in Hannover-Hainholz (auf dem Gelände der alten Glashütte an der Hüttenstraße) das Programm. Mit Kriegsende wurden die Sender in Hannover am 7. April 1945 von der Wehrmacht zerstört.

HANOMAG 2/10 PS (Kommissbrot) | HANOMAG-Automobilabteilung

Die HANOMAG AG stieg ab 1924 in die PKW-Produktion ein. Der erste HANOMAG 2/10 PS (Kommissbrot) läuft 1925 in Hannover-Linden vom Band. Es war der erste deutsche Kleinwagen, der am Fließband entstand.

Es wurden täglich bis zu 80 Fahrzeuge produziert. Mit einem Kraftstoffverbrauch von nur vier Litern auf 100 Kilometer war der PKW das sparsamste Großserienauto, das zwischen den beiden Weltkriegen produziert wurde.

Der HANOMAG 2/10 PS erreichte 60 km/h und kostete 2300 Reichsmark (RM). Bis Anfang 1936 hinein wurden bei der HANOMAG AG in Hannover-Linden mehr als 65.000 Personenkraftwagen (PKW) hergestellt.

Ein Kilo Blech, ein Döschen Lack,
und fertig ist der HANOMAG!

Werbekarte | HANOMAG-Kleinauto 2/10 PS

Der Automobil-Konstrukteur und Oberingenieur Karl Pollich (1892-1972) gilt als Vater des HANOMAG 2/10 PS (Kommissbrot). Nach seiner Ausbildung wurde er im Konstruktionsbüro der HANOMAG AG eingestellt und konstruierte gemeinsam mit dem Ingenieur Fidelis Böhler (1887-1954) das Kommissbrot. Später wurde das Fahrzeug zum Cabriolet 3/16 dann weiterentwickelt. Das Cabriolet 3/16 gewann 1929 auf dem Nürburgring in der Eifel, in Rheinland-Pfalz, die Goldene Medaille des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs (ADAC) und wurde anschließend auch als Frontlenker für den Nutzfahrzeugbau produziert.

Hanomag 2/10 PS (Kommissbrot) | 1926

Hanomag 2/10 PS (Kommissbrot) auf Norderney

Das Kommissbrot

Das Kommissbrot ist ein einfaches, haltbares Brot zur Versorgung von Soldaten. Wegen seiner an dieses Brot erinnernden Karosserieform erhielt der HANOMAG-Kleinwagen 2/10 PS seinen Spitznamen "Kommissbrot".

HANOMAG - AUTOMOBILABTEILUNG
HANNOVER-LINDEN | 26.09.1928

Werbekarte | Auf Erholungsreise
Verkaufsgesellschaft Lothringen Konzern AG

Einstellung des Lokomotivbaus und Entlassungen

Am 29. Juni 1931 wird die Produktion der Lokomotiven wegen Auftragsmangel komplett eingestellt. Man produzierte seit 1846 insgesamt 10.765 Lokomotiven am Standort in Hannover-Linden. Gegen eine Abfindung wird der Lokomotivbau mit der Abnahmequote der Deutschen Reichsbahn (DR) auf die Henschel & Sohn AG in Kassel übertragen. Am 17. Dezember 1931 wird das Vergleichsverfahren für die HANOMAG AG eingeleitet und am 24. Dezember 1931 werden 1300 Mitarbeiter entlassen.

1 E-Vierzylinder-Verbund-Heißdampf-Personenzuglokomotive der Bulgarischen Staatsbahn

HANOMAG - Entlassungsschein | 16.11.1929

HANOMAG - Entlassungsschein (Nur für behördliche Zwecke) für Hermann Plenge (1890-?), beschäftigt als Zuschläger (Werkstatt Ke.B.894) vom 29. Mai 1929 bis 15. November 1929. Entlassen wegen Arbeitsmangel.

HANOMAG-Automobil- und Schlepperbau G.m.b.H.

Am 3. August 1932 nimmt die "HANOMAG-Automobil- und Schlepperbau G.m.b.H." als Pächter der HANOMAG AG ihre Produktion in Hannover-Linden auf. Im Oktober 1934 wird der Vertrag mit der GmbH aufgelöst. Der Bochumer Verein für Bergbau und Gußstahlfabrikation (BVG) hatte die Aktienmehrheit der HANOMAG AG übernommen. Am 1. Januar 1935 übernimmt die HANOMAG AG nach der Auflösung der "HANOMAG-Automobil- und Schlepperbau G.m.b.H." wieder den gesamten Betrieb.

 

HANOMAG Automobil- und Schleppbau G.m.b.H. HANNOVER | 06.04.1934

HANOMAG Sturm Typ 22 K.

Der HANOMAG Sturm Typ 22 K wurde 1934 als erstes PKW-Modell der oberen Mittelklasse auf den Markt gebracht. Das Modell besaß einen Sechszylinder-OHV-Reihenmotor mit 2,25 Litern Hubraum, der 50 PS bei 3500/min. leistete und seine Kraft über ein Vier-Gang-Getriebe auf die Hinterräder weiterleitete. Der Wagen hatte einen Kastenprofil-Niederrahmen, hinten eine Starrachse, die an Halbelliptik-Blattfedern aufgehängt war, und vorne Einzelradaufhängung mit Querblattfedern. Der Wagen war als zwei- oder viertürige Limousine, als viersitziges Cabriolet oder als zweisitziger Roadster verfügbar.

Die Cabriolets und der Roadster wurden 1936 mit modernisierter und verlängerter Karosserie unter dem Namen HANOMAG Sturm Typ 23 K weitergebaut. Die viertürige Limousine erhielt ein Chassis mit längerem Radstand als HANOMAG Sturm Typ 23 Kl. Ab 1937 wurde für alle Modelle ein stärkerer Motor mit 55 PS Leistung angeboten. Eine Dieselversion war zunächst geplant und wurde 1936 auf der Pariser Automobilausstellung gezeigt. Sie hatte einen Sechszylinder-Motor mit 2860 cm³ und leistete 37 KW. Dies wäre der erste Sechszylinder-Dieselmotor in einem deutschen Serien-PKW gewesen. Eine Serienproduktion erfolgte jedoch nicht. Als 1939 die Produktion eingestellt wurde, waren insgesamt 4885 Exemplare gebaut worden.

HANOMAG Sturm Typ 22 K.

Bochumer Verein für Bergbau und Gußstahlfabrikation (BVG) | HANOMAG AG ist Rüstungsbetrieb

Im Herbst 1934 fand ein streng geheimes Treffen zwischen dem Reichskanzler Adolf Hitler (1889-1945) und der HANOMAG AG Geschäftsführung statt, auf dem die Umstrukturierung des Unternehmens zum Rüstungsbetrieb beschlossen wurde.

Mit Wirkung zum 1. Oktober 1934 übernahm der Bochumer Verein für Bergbau und Gußstahlfabrikation (BVG) auf Anraten der Deutschen Wehrmacht die Aktienmehrheit der wirtschaftlich stark angeschlagenen HANOMAG AG. Zuvor wurden schon die Geschützrohre aus der Bochumer Produktion bei der HANOMAG AG zu kompletten Waffen montiert. Die HANOMAG AG war damit bis in die Nachkriegszeit Teil der Vereinigten Stahlwerke AG (VESTAG). Im gleichen Jahr übernahm der Ingenieur und Manager Walter Adolf Borbet (1881-1942) die Leitung des Unternehmens. Er war seit 1933 Mitglied der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP). Am 20. Mai 1937 wurde er zum Wehrwirtschaftsführer (WeWiFü) ernannt. Walter Adolf Borbet starb plötzlich und unerwartet am 4. Januar 1942 mit 61 Jahren in seinem Büro in Bochum/Nordrhein-Westfalen.

Hanomag - Werksanlagen

Besucher-Gruppenfoto ca. 1935

HANOMAG AG ist Rüstungsbetrieb

Als große Maschinenbaufirma war das Werk der HANOMAG AG nun in die Rüstungsproduktion des Dritten Reiches eingebunden und musste Halbkettenfahrzeuge, Schützenpanzerwagen, Geschütze und zum Teil auch Großkalibermunition herstellen.

Zu den verschiedenen Wehrmachtsfahrzeugen zählte unter anderem auch ein Zugkraftwagen (ZgKW) mit einem neuen Sechszylinder Dieselmotor von 100 PS und einer Doppelkabine. Das Fahrzeug wurde unter der Bezeichnung SS 100 LN an die Reichsluftwaffe, und später auch an das Reichsheer ausgeliefert. Der Anteil der Rüstungsgüter am Gesamtumsatz betrug fast 44 Prozent. Die Beschäftigtenzahl wuchs zwischen 1933 und 1936 von 2500 auf über 10.000 Mitarbeiter an.

Georg-Egestorff-Stiftungen

Zum 100-jährigen Firmenjubiläum, 1935 (Eisengießerei und Maschinenfabrik Georg Egestorff gegr. 1835) gründete die Betriebsleitung der HANOMAG AG, die Georg-Egestorff-Stiftung. Es sollten Firmenmitarbeiter und deren Angehörige unterstützt werden. Unterstützt wurden größtenteils Mitarbeiter, die aus Alters- und Invalidengründen in Not geraten waren. Gestartet wurde mit einer Stammeinlage von 5000 Reichsmark (RM), das Kapital wurde dann bis 1938 auf 600.000 Reichsmark (RM) aufgestockt. Die Stiftung ist auch heute noch aktiv, in der Von-Alten-Allee werden zum Beispiel Wohnhäuser unterhalten.

Schon vor 1905 wurde eine erste Georg-Egestorff-Stiftung mit einem Startkapital von 24.000 Reichsmark (RM) für bedürftige aus Linden und Badenstedt gegründet. Im Stiftungsvorstand waren, um 1905 der Geheime Regierungsrat Johann Ernst von Heimburg (1833-1912), der Lindener Bürgermeister Hermann Georg August Lodemann (1869-1944) und der Pastor Ernst Franz Wilhelm Eduard Wecken (1836-1907). Nach dem Pastor ist 1904 die Weckenstraße in Linden-Nord benannt worden.

Arbeitersiedlung "Klein-Rumänien" | U-Boot-Halle

Die 1869 auf dem Werksgelände erbaute Arbeitersiedlung "Klein-Rumänien" musste 1937 einer Erweiterung (U-Boot-Halle) weichen. Dr. Bethel Henry Strousberg (1823-1884) ließ im März 1869 nach Plänen des Architekten, Bauunternehmers und nationalliberalen Politiker (NLP) Ferdinand Wallbrecht (1840-1905), neben dem Werk an der heutigen Göttinger Straße 16. eine Arbeitersiedlung mit 228 Wohnungen in 144 Häusern errichten. Die Miete betrug pro Jahr 55 Taler. Es gab auch Geschäfte, unter anderem eine Bäckerei, eine Fleischerei und ein Restaurant. Die Siedlung wurde wegen der Rumänienaufträge (man hatte eine Konzession über 900 km Bahnstrecke und die Lieferung von Lokomotiven nach Rumänien bekommen), auch Klein-Rumänien genannt wurde. Ihre Straßen hießen bezeichnenderweise Brunnenstraße, Feilenstraße, Hammerstraße und Zirkelstraße. Die Zirkelstraße wurde noch vor dem Ersten Weltkrieg, um Platz für eine weitere Vergrößerung des Betriebsgeländes, abgerissen. Die anderen Straßen mussten bis 1937 für die Erweiterung des Werksgeländes weichen.

U-Boot-Halle

Für den Bau von Flugabwehrkanonen wurde 1943/44 eine große Halle auf dem "Klein-Rumänien-Gelände" an der Göttinger Straße errichtet. Das Tragwerk war ursprünglich für eine U-Boot-Fertigungshalle der Kriegsmarinewerft Wilhelmshaven (KMW) in der "Nordwerft" vorgesehen. Nachdem die U-Boot-Produktion jedoch in Bunker verlegt worden war, kam die Stahlkonstruktion nach Hannover-Linden. Der Architekt Emil Rudolf Mewes (1885-1949) verkleidete das Stahlgerüst dann mit Ziegelwänden. Emil Rudolf Mewes war Ende der 1930er-Jahre einer der führenden Industriearchitekten Deutschlands und Mitglied im Deutschen Werkbund (DWB) und im Bund Deutscher Architekten (BDA). In der sogenannten "U-Boot-Halle" wurden nie U-Boote und auch keine sonstigen Rüstungsgüter hergestellt. Das Gebäude diente in der Nachkriegszeit als Lager für den Versand. Heute steht die Halle unter Denkmalschutz.

Weitere Nachnutzung siehe weiter unten: Industriebrache | Projektentwicklung durch die DIBAG Industriebau AG

Maschinenfabrik Niedersachsen Hannover G.m.b.H. (MNH)

Ursprünglich war in den 1940er-Jahren die Wiederaufnahme des 1931 eingestellten Lokomotivbaus geplant; die HANOMAG AG war jedoch mit Aufträgen derart ausgelastet, sodass der Bau von Lokomotiven durch den Vorstand verworfen wurde.

Durch Beteiligung am Eisenwerk Wülfel wurde 1937 die Maschinenfabrik Niedersachsen Hannover G.m.b.H. (MNH) gegründet, die in Linden, Hannover-Badenstedt, Hannover-Wülfel und in Laatzen bei Hannover, Panzer und sonstiges Kriegsgerät herstellte. Ein Teil des Werksgeländes an der Badenstedter Straße 80-90/97 (nicht das Betriebsgelände der Körting-Heizung-Maschinen- und Apparate AG an der Badenstedter Straße 56) diente seit Mitte 1939 als Produktionsstätte für Militärfahrzeuge und später auch als Montagewerk für Panzer. In der Fabrik wurden ausländische Arbeitskräfte eingesetzt. Die Arbeitskräfte (ca. 250 bis 1000 Zwangsarbeiter) waren hauptsächlich russischer und französischer Herkunft, wobei die russischen Zwangsarbeiter die weitaus größte Gruppe stellten. Das Lager für die Zwangsarbeiter lag in der Nähe des Bornumer Holzes.

Die MNH war auch Mitglied in der Interessengemeinschaft “Lagergemeinschaft e.V.“. Der Verein wurde 1942 gegründet und hatte später ca. 170 Mitgliedsfirmen. Die Lagergemeinschaft unterhielt unter anderem die Lager im Bornumer Holz (Auf der Kuhbühre), am Lindener Berg (Schwarze Flage) und in Hannover-Ricklingen / Hannover-Mühlenberg (Hamelner Chaussee).

Am 9. April 1945 wurde das Werk von der 9. Britischen Armee eingenommen und 1946/47 demontiert. Im November 1947 wurde vermutlich die nur wenig beschädigte Fahrgestellmontagehalle an der Badenstedter Straße 80-90 gesprengt. Einige historische Hallen sind noch vorhanden. Das Gelände wurde danach einige Jahre von der Mannesmann-Rexroth AG genutzt.

Nonstop-Fahrt Lüttich - Rom - Lüttich = 4700 km

Bei der Nonstop-Fahrt Lüttich - Rom - Lüttich errang die HANOMAG AG auf der 4700 km langen Strecke 1938 einen großen Erfolg. Das Team der HANOMAG AG erreichte als Einziges das Ziel und erhielt dadurch den Konstruktionspreis (20.000 Frc.), den Mannschaftspokal, den Preis des königlich-belgischen Automobil-Clubs, den Preis des Nürburgrings und den Preis des Automobil-Clubs von Frankreich. Auch der Challenge-Wanderpokal ging an das Rennteam der HANOMAG AG.

1938 gab es weitere Erfolge: Kraftfahrzeug-Winterprüfung = 122 Goldmedaillen, 11 Silbermedaillen, 2 Eiserne Medaille. Holland-Harz-Fahrt = 3 Goldmedaillen. Internationale Balkanfahrt = 1. Damenpreis und 2. Preis in der Klasse bis 1500 ccm. Drei-Tage-Mittelgebirgsfahrt = 88 Goldmedaillen, 55 Silbermedaillen. Internationale Polnische Tourenfahrt = 11 Goldmedaillen, 33 Silbermedaillen. Deutsche Alpenfahrt = 99 Alpenplaketten in Gold, 11 in Silber, 11 Mannschaftspreise in Gold. Ostpreußenfahrt = 55 Goldmedaillen, 11 Mannschaftspreise in Gold. 12-Stunden-Rennenn in Monthléry = 1. Preis in der Zwei-Liter-Klasse auf Hanomag-Diesel.

Bau des Verwaltungsgebäudes und des Haupttors an der Göttinger Straße 14.

Ein neues Verwaltungsgebäude und Haupttor wurde 1939/40 der an der Göttinger Straße 14. nach Plänen des Architekten Emil Rudolf Mewes (1885-1949) errichtet. Außer dem Werkstor I entstanden der 700 qm große Kantinen-Saal (später Ernst-Winter-Saal), das Gebäude der Werksfeuerwehr und das der Werkschule sowie ein Verwaltungstrakt.

Arbeiterstandbild (Hammermann)

Das Arbeiterstandbild (Hammermann) neben dem Haupttor von 1941 stammt vom Lindener Bildhauer Georg Herting (1872-1951), der auch das 1935 errichtete Egestorff-Denkmal im Volkspark Linden schuf. Nach dem Krieg wollten die britischen Besatzungstruppen, das Standbild demontieren und nach England transportieren. Die zerlegte, bereits verpackte Skulptur wurde jedoch von Mitarbeitern der HANOMAG AG versteckt. Zwei Jahre nach Abzug der Engländer kam das Standbild zurück an seinen ursprünglichen Aufstellungsort. Heute stehen beide Skulpturen und das Verwaltungsgebäude unter Denkmalschutz.

Wilhelm Bluhm (1898-1942) - Widerstandskämpfer

Der in Linden geborene Widerstandskämpfer Wilhelm Bluhm (1898-1942) war in den 1920/30er-Jahren bei der HANOMAG AG und der Hannoverschen Waggonfabrik AG (HAWA) als Schlosser beschäftigt. Wilhelm Bluhm engagierte sich seit 1934 in der Widerstandsbewegung "Sozialistische Front", die sich zur größten sozialdemokratischen Widerstandsorganisation im Dritten Reich entwickelte, und verteilte die von den Nationalsozialisten verbotene Zeitung Sozialistische Blätter. 1936 wurde er verhaftet und starb am 25. Juli 1942 im Konzentrationslager (KZ) Sachsenhausen, bei Oranienburg, nördlich von Berlin.

Am 3. März 2009 wurde in der Nedderfeldtstraße 8, in Hannover-Linden ein Stolperstein für Wilhelm Bluhm gesetzt.

 

Einstellung der PKW-Produktion

Die PKW-Produktion wurde 1941 eingestellt und 1942 erhielt die HANOMAG AG die Auszeichnung Kriegsmusterbetrieb.

Hanomag - Egestorff Denkmal | 19.01.1939
(unten das Egestorff-Denkmal im Volkspark Linden)

Reichsminister Albert Speer zu Besuch bei der HANOMAG AG

Der Architekt Albert Speer (1905-1981), seit 1937 war er Generalbauinspektor für die Reichshauptstadt Berlin und ab 1942 Reichsminister für Bewaffnung und Munition (Reichsminister für Rüstung und Kriegsproduktion), besuchte am 30. Mai 1944 das Betriebsgelände der HANOMAG AG in Hannover-Linden. Bei diesem Besuch überreichte der Reichsminister, im Auftrag Adolf Hitlers (1889-1945), dem Direktor (Vorstandsvorsitzender) der HANOMAG AG Arthur Tix (1897-1971) für seine Verdienste um die Waffenindustrie und Wehrwirtschaft, das Ritterkreuz des Kriegsverdienstkreuzes mit Schwertern. Arthur Tix war seit 1942 Direktor der HANOMAG AG und zeitweise auch Vorsitzender des Hauptausschusses Waffen und Wehrwirtschaftsführer.

Albert Speer gehörte zu den 24 Angeklagten im Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen Militärgerichtshof. Der Prozess dauerte vom 20. November 1945 bis 1. Oktober 1946. Am 1. Oktober 1946 wurde er wegen seiner Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit schuldig gesprochen und zu 20 Jahren Haft verurteilt.

Das Konzentrationslager Hannover-Mühlenberg, ein Außenlager des KZ-Neuengamme | Zwangsarbeiterlager

Auch die HANOMAG AG hat vermutlich Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge für sich arbeiten lassen. Während des Zweiten Weltkriegs arbeiteten fast 20.000 Menschen für die HANOMAG AG, darunter 6000 Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge.

Das KZ-Hannover-Mühlenberg wurde vom 3. Februar 1945 als Außenlager des KZ-Neuengamme errichtet und zwei Monate bis zur Räumung am 6. April 1945 betrieben. Es lag an der Hamelner Chaussee, der heutigen B 217, auf gleicher Höhe wie der Stadtteil Oberricklingen. Das Lager beherbergte über 3000 Menschen. Die Häftlinge kamen aus dem vor der Roten Armee geräumten Außenlager im heutigen Siemianowice Śląskie (Laurahütte), einem Außenlager des Lagers Auschwitz-Monowitz, wo sie für die Hannoverschen Maschinenbau AG (HANOMAG AG) zur Zwangsarbeit eingesetzt wurden. Die überwiegend polnischen und ungarischen Juden mussten in zwei angemieteten Werkshallen vermutlich für die Rheinmetall-Borsig AG in der Produktion von 12,8 cm-Flakgeschützen arbeiten. Ein direkter Arbeitseinsatz für die HANOMAG AG ist bis heute nicht eindeutig belegt.

Von 1942 bis 1943/44 wurde das Hotel "Schwarzer Bär", laut Hausstandsbuch, ausschließlich als Zwangsarbeiterlager von der HANOMAG AG genutzt. Es wurden in der Mehrzahl italienische und auch belgische Zwangsarbeiter dort untergebracht. Im Oktober 1943 wurde das Gebäude bei einem US-amerikanischen Luftangriff völlig zerstört und nicht wieder aufgebaut. Auch das Gebäude der Humboldtschule (Beethovenstraße 5., in Linden-Mitte) diente während des Zweiten Weltkriegs der HANOMAG AG als Zwangsarbeiterlager. In der Liste des Catalogue of Camps and Prisons (CCP), 1949 herausgegeben vom International Tracing Service (ITS) wird das Lager als Ausländerlager No. 55 der HANOMAG AG mit 150 Insassen aufgeführt.

Das Unternehmen war Mitglied in der Interessengemeinschaft "Lagergemeinschaft e.V.". Der Verein wurde 1942 gegründet und hatte später ca. 170 Mitgliedsfirmen. Die Lagergemeinschaft unterhielt unter anderem die Lager im Bornumer Holz (Auf der Kuhbühre), am Lindener Berg (Schwarze Flage) und in Hannover-Ricklingen / Hannover-Mühlenberg (Hamelner Chaussee).

weiter unter: Konzentrationslager in Hannover

Luftangriffe während des Zweiten Weltkriegs

Als Industriestandort lag Hannover im Deutschen Reich auf Rang 5. Für die Kriegsführung bedeutend waren besonders die Gummi- und Reifenproduktion der Continental-Werke in Limmer und Vahrenwald, der Geschütz- und Panzerfahrzeugbau der HANOMAG AG und deren Tochterfirma Maschinenfabrik Niedersachsen Hannover G.m.b.H. (MNH) in Linden, Badenstedt, Wülfel und Laatzen bei Hannover, die Wülfeler Eisenwerke (Wülfel) und die Brinker Eisenwerke in Langenhagen-Brink. Hannover war trotz Verdunklung und Radarnavigation wegen ihrer Gewässer (Maschsee und Steinhuder Meer) leicht zu identifizieren. Ein erster Angriff auf die Stadt erfolgte am 4. September 1939, weitere gab es 10. Februar 1941, am 26. Juli 1943 (Zerstörung des Zentrums), im September 1943, am 9. Oktober 1943 (Schwarze Tag), 1944 und am 28. März 1945 (letzter Angriff).

Als große Maschinenbaufirma war das HANOMAG AG in die Rüstungsproduktion des Dritten Reiches eingebunden. Auf den Dächern der Werksgebäude wurden Flugabwehrstellungen (Flugabwehrkanonen = Flak) installiert. Zwischen dem Werk I. und Werk II. befand sich noch bis 2011 ein Verkehrstunnel. Der Tunnel (ca. 280,0 m lang, 6,75 m breit und 3,20 m hoch) wurde für Materialtransporte genutzt. So musste nichts über die Hamelner Chaussee und Hamelner Straße (seit 1967 Hanomagstraße) transportiert werden. Der Tunnel wurde, nachdem er luftschutzsicher ausgebaut wurde, auch als Schutzraum für ca. 1500 Menschen genutzt. Es soll zwischen 1940 und 1945 insgesamt 15 Luftangriffe auch das HANOMAG-Gelände gegeben haben.

Thalia-Theater / Johann-Strauß-Theater (Operettentheater) im Ernst-Winter-Saal

Das Thalia-Theater mit seinen fast 1100 Sitzplätzen befand sich ab 1946/47 an der Göttinger Straße 14, am Deisterplatz, direkt über der Haupteinfahrt, in einem ehemaligen Kantinen-Saal (heute: Ernst-Winter-Saal) der HANOMAG AG in Linden-Süd.

Architekt des umgebauten Kantinen-Saals war der Hannoveraner Ernst Friedrich Brockmann (1920-1978). Man startete im März 1946 als Johann-Strauß-Theater, schon am 28. November 1946 zog das Theater in den provisorischen Gemeindesaal (Gertrud-Marien-Heim) der St.-Martinskirchen-Gemeinde an der Badenstedter Straße 37 in Hannover-Linden um. Am 8. Dezember 1946 wurde die Thalia-Theater GmbH gegründet und das Theater zog wieder in den Kantinen-Saal der HANOMAG AG zurück. Von 1947 bis 1958 bekommt das Theater den Namen Thalia-Theater und die Hamburgerin Agnes Brüning wird als Direktorin angagiert. Im Juni 1948 gaben die berühmten Berliner Philharmoniker ein Gastspiel im Thalia-Theater.

           

                             Thalia Operettentheater Programmheft | Peter Stanchina - Inszenierung Walzerrausch

In dem 700 qm großen Kantinen-Saal der HANOMAG AG fand vom 9. bis 11. Mai 1946 die Gründungsversammlung bzw. der erste Parteitag der Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) für die drei Westzonen statt, in deren Zuge Dr. Kurt Schumacher (1895-1952) erwartungsgemäß zum Vorsitzenden gewählt wurde. Später wurde der Saal in „Ernst-Winter-Saal" umbenannt. Namensgeber war der Betriebsratsvorsitzende der HANOMAG AG, Ernst Winter (1888-1954), der nach dem Tod von Dr. Kurt Schumachers dessen Nachfolger für den hannoverschen Wahlkreis in den Deutschen Bundestag einzog. Heute nutzt das Service Center der Deutschen Telekom den Ernst-Winter-Saal, nach einem Umbau, wieder als Kantine.

Da das Thalia-Theater keinerlei finanzielle Unterstützung von der Stadt Hannover erhielt, ging das Operettentheater am 3. September 1958 in Konkurs. Am 13. September 1958 wechselte die Spielstätte von der Göttinger Straße in das Theater am Aegi, am Rand der Hannover-Südstadt, wo neben Gastspielen auch andere Veranstaltungen ihr Publikum fanden. Gerhard Bönicke (1913-1999) übernahm das Thalia-Theater in Eigenregie und führte es noch bis zum 31. Juli 1973 erfolgreich weiter.

Rhein-Stahl-Union Maschinen- und Stahlbau AG | Rheinstahl HANOMAG AG

Die HANOMAG AG wird 1952 eine Tochtergesellschaft der neu gegründeten Rhein-Stahl-Union Maschinen- und Stahlbau AG in Düsseldorf/Nordrhein-Westfalen. Am 1. Oktober 1957 wurde der 50.000 HANOMAG-LKW in Hannover-Linden fertiggestellt und am 1. April 1958 wurde aufgrund der Besitzverhältnisse, die Firmenbezeichnung in Rheinstahl HANOMAG AG geändert.

Ab Anfang 1965 wurde die Nutzfahrzeugmarke Tempo integriert und 1969 fusionierten innerhalb des Rhein-Stahl-Konzerns die Nutzfahrzeugsparten der HANOMAG AG und der Henschel-Werke zur Hanomag-Henschel Fahrzeugwerke GmbH (HHF). Die Daimler-Benz AG beteiligte sich zunächst mit 51 Prozent der Gesellschaftsanteile an den HHF-Werken, und übernahm die Gesellschaft bis 1971 ganz. Ab 1970 wurden nach und nach Mercedes-Dieselmotoren (BR 8) in die Fahrzeuge eingebaut, 1974 verschwand dann der Markenname Hanomag-Henschel vom Markt. Im Juli 1974 verkaufte die Rhein-Stahl-Union Maschinen- und Stahlbau AG das Unternehmen für 120 Mio. DM an den Landmaschinenhersteller Massey Ferguson aus Duluth, Georgia/USA. Pläne, den Baumaschinenbau des Konzerns in Hannover-Linden zu bündeln, wurden nicht mehr umgesetzt.

 

Luftbild der Hanomag-Werksanlagen
Aufnahme LRD 1321 | 01.09.1955

HANOMAG AG | HANOMAG GmbH | HANOMAG Komatsu AG | Komatsu HANOMAG GmbH

Die IBH-Holding übernahm 1980 die HANOMAG AG für 30 Mio. DM, um den größten Baumaschinenkonzern der Welt zu formen. Die Holding endete im November 1983 im Konkurs, in dessen Folge auch die AG im Februar 1984 Konkurs anmelden musste. Ende März 1984 wurden die letzten Mitarbeiter entlassen. Das Werksgelände wurde zu einer Industriebrache, die nur in kleinen Bereichen weitergenutzt wurde. Alfred und Helmut Gassmann, sowie Günter Papenburg gründeten im April 1984 eine Auffanggesellschaft, die HANOMAG GmbH. 1989 übernahm der weltweit zweitgrößte Baumaschinenhersteller Komatsu aus Japan Anteile an der HANOMAG GmbH. 1995 wurde die Firma in HANOMAG Komatsu AG und 2002 in Komatsu HANOMAG GmbH umbenannt; es werden Baumaschinen produziert, die jedoch statt HANOMAG nur noch die Aufschrift Komatsu tragen. Seit 2002 gehört die Komatsu HANOMAG GmbH komplett dem Komatsu-Konzern. In Hannover-Linden werden Radlader von 54 bis 353 PS und Mobilbagger von 14 bis 22 Tonnen produziert. Im Werk Hannover-Linden arbeiten wieder mehr als 1100 Mitarbeiter..

Briefmarke der Deutschen Bundespost | Trikotsponsor für Hannover 96

Am 15. April 1982 brachte die Deutsche Bundespost eine Briefmarke mit der Abbildung eines Hanomag 2/10 PS (Kommissbrot) mit einer Auflage von 6.200.000 Stück heraus. Die Briefmarke gab es zum Nennwert von 0,30 DM und 0,60 DM. In den Jahren von 1980 bis 1984 war die HANOMAG AG der Trikotsponsor für den Hannoverschen Sportverein (HSV) von 1896 e.V.

Hanomag Lohnhärterei GmbH

Die Hanomag Lohnhärterei GmbH ist 1986 aus der HANOMAG AG hervorgegangen. Sie ist eine der führenden Härtereien in Deutschland. Seit 1993 ist die Hanomag Lohnhärterei GmbH in Besitz der Familie Seehafer. Der Firmenstandort auf dem Hanomag-Gelände wurde 2009/10 geräumt und danach die alte Werkshalle No. 10 abgebrochen, heute ist das Grundstück ein Parkplatz. 2011 feierte man 25 Jahre Hanomag Lohnhärterei GmbH am Hauptsitz in der Merkurstraße 14 in 30419 Hannover.

Industriebrache | Projektentwicklung durch die DIBAG Industriebau AG

Die seit 1984 nicht mehr genutzten Flächen, wurden zu Industriebrachen. Die U-Boot-Halle diente zeitweise als Diskothek und Technoclub unter dem Namen "Cyberhouse" und "RoseClub". Die DIBAG Industriebau AG aus München in Bayern erwirbt 1991 die Flächen und beginnt mit der Projektentwicklung HANOMAG. Die Entwicklung der Denkmalgeschützen Bereiche wird ab 2009 nach vollständiger Aufgabe der industriellen Restnutzung vorangetrieben. Anfang 2010 zieht in das denkmalgeschützte Gebäude 8 a. an der Göttinger Straße 14, das Service Center der Deutschen Telekom, Bereich Kundenservice ein. Im Mai 2010 eröffnet ein Zweiradhändler aus Regensburg in Bayern, in einem Teil der U-Boot-Halle, an der Göttinger Straße 16 sein Zweirad-Center. 2012 zogen zwei Möbelhäuser und 2013 zwei Fachmärkte und ein Lebensmittelmarkt in weitere Teile der U-Boot-Halle ein. Im Oktober 2014 wurde das Areal an ein Hamburger Konsortium für 330 Mio. Euro verkauft.

Abschied vom Unternehmensnamen HANOMAG

Die Komatsu HANOMAG GmbH (Hannover) und die Komatsu Mining Germany GmbH (Düsseldorf) verschmolzen 2016 und firmierten nun als Komatsu Germany GmbH, Beide Standorte blieben erhalten, allerdings bedeutete dies den Abschied vom Unternehmensnamen HANOMAG nach mehr als 145 Jahren für Hannover.

An die Bedeutung der HANOMAG AG für Linden und Hannover erinnern heute noch folgende Straßennamen, Hanomagstraße, Egestorffstraße und die Strousbergstraße. Da Bethel Henry Strousberg (1823-1884), eigentlich Baruch Hirsch Strousberg, jüdischer Herkunft war, trug letztere während des Dritten Reiches von 1935 bis 1945 den Namen Kettlerstraße.

Literatur- und Quellenverzeichnis

Andreas-Andrew Bornemann / Belege / Postkarten / Text

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Adress- und Fernsprechbücher der Stadt Hannover
Agenten, Bader und Copisten. Hannoversches Gewerbe- ABC 1800-1900 | Ludwig Hoerner | Reichold Verlag | 1995
Akte: NdS. 122a Hannover Nr. 7013 / Niedersächsisches Hauptstaatsarchiv Hannover:
Industrielle Kriegsgefangenen-Arbeitskomandos zur Meldung an die Alliierten 1919
Das Buch der alten Firmen der Stadt Hannover im Jahre 1927 | Walter Gerlach Verlag Leipzig | 1927
Das Buch der alten Firmen der Stadt Hannover 1954 | Adolf Sponholz Verlag Hannover | 1954
Egestorff | Wilhelm Treue | Niedersächsische Landeszentrale - Heimatdienst | 1956
Fritz Dziobek | Hamburg
Geschichte der Stadt Hannover I/II | Dr. Klaus Mlynek, Dr. Waldemar R. Röhrbein | Schlütersche Verlag | 1994
1939. Hannovers Weg in den Zweiten Weltkrieg | Wolfgang Steinweg | Verlagsgesellschaft Madsack Hannover | 1989
HANOMAG-NACHRICHTEN - verschiedene Ausgaben | HANOMAG-Nachrichten-Verlag | 1913-1927
Hannover, Kunst-Lexikon und Kultur-Lexikon | Helmut Knocke, Hugo Thielen | Schäfer Verlag Hannover | 1994
Hannoversche Geschichtsblätter | Verlag Th. Schäfer 2. Heft, Hannover | 1910
Heimatfront Hannover - Kriegsalltag 1914-1918 | Schriften des Historischen Museums Hannover (HMH) | 2014
Linden - Ein Führer für Fremde und Einheimische | Rektor Haase II | H. Ellermann-Verlag Hannover | 1906
Linden - Geschichte einer Industriestadt im 19. Jahrhundert | Walter Buschmann | August Lax Verlagsbuchhandlung Hildesheim | 1981
Nach dem Krieg war immer Theater | Horst Deuker | Projekt - www.lebensraum-linden.de | 2010
Netzwerk Erinnerung und Zukunft Region Hannover - www.erinnerungundzukunft.de
Nicht die Zeit, um auszuruhen. Dokumente und Bilder zur Geschichte der hannoverschen Arbeiterbewegung 1814-1949 | Peter Schulz | Verlag Buchdruckwerkstätten Hannover GmbH | 1990
Spiegelsplitter – Spuren des Ersten Weltkrieges in Linden-Limmer | Projekt - www.lebensraum-linden.de | 2017
Stadtarchiv Hannover
Städtische Erinnerungskultur - www.erinnerungskultur-hannover.de

Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart | Dr. Klaus Mlynek, Dr. Waldemar R. Röhrbein | Schlütersche GmbH & Co. KG Verlag und Druckerei | 2009
Umbau und Verstärkung einer eisernen Halle in Eisenbeton | Dr.-Ing. Gaehme (Oberingenieur) | Deutsche Bauzeitung | 59. Jahrgang No. 3 | 10. Januar 1925
Wie es dazu kam, dass Rumänien mitten in Linden lag | Horst Deuker | Projekt - www.lebensraum-linden.de | 2011
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