Postkarten-Archiv | Andreas-Andrew Bornemann | Hannover-Linden | 2002-2017
Postkarten-Archiv | Andreas-Andrew Bornemann | Hannover-Linden
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Lindener Gewerbe- Handel und Industriebetriebe von 1920-1964

- Auflistung mit einigen Eckdaten zu den Betrieben -

1920 Waggonbau-Unternehmen Schörling & Co., später Bucher-Schörling GmbH Maschinen

Heinrich Schörling (1872-1958), Oberingenieur und zugleich Begründer des Spezialfahrzeugebaus machte sich 1920 in Hannover-Linden selbstständig. Die Firma bot alle denkbaren Spezialfahrzeuge für Verkehrsbetriebe und Dienstleister im In- und Ausland an. 1938 wurde das weltweit erste, saugend aufnehmende Kehrfahrzeug "System Schörling" gebaut.

Bis 1995 produzierte Schörling Waggonbau in der Davenstedter Straße 149., in Linden-Mitte eine große Bandbreite an Spezialfahrzeugen. Nach dem 75-jährigen bestehen geriet das Unternehmen in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Einige Investoren übernahmen das Werk und bauen seither am Stammsitz, am Lindener Hafen, Straßenkehrmaschinen der Marke Bucher-Schörling.

Schörling Waggonbau Hannover | 03.10.1950

1920-2014 Weinhandelshaus Bernhard Hasselbring

Das Weinhandelshaus Bernhard Hasselbring (?-1957) ist seit dem 1. März 1920 in Linden-Süd ansässig. Der Weinkaufmann Bernhard Hasselbring gründete in der Brüningstraße 20. (heute: Laportestraße) seine Weinhandlung. 1925 zog man mit den Verkaufsräumen in die Deisterstraße 40. Das Haus hatte Bernhard Hasselbring ein Jahr zuvor gekauft. Die Weinkellerei wurde 1928 in der Brüningstraße 20. gebaut, an die eine weitere Weinhandlung angegliedert wurde. Das Weinangebot stammte aus eigenen Abfüllung, die Mehrzahl der Spirituosen wurde selbst hergestellt. Im Adressbuch von 1928/29 werden Geschäftsräume für den Einzelhandel (Weineinzelhandel Bernhard Hasselbring) in der Weberstraße 3-4. angegeben.

1945, 14 Tage vor Kriegsende wird das Haus in der Deisterstraße 40. durch Bombentreffer komplett zerstört und es kommt zu Plünderungen. 1947 beliefert das Weinhandelshaus Bernhard Hasselbring die erste Export-Messe in Hannover, mit dem damals begehrten "Messewein". Im Alter von 17 Jahren tritt 1956 Dietrich Hasselbring als Lehrling in die Firma seines Vaters ein. Ein Jahr später, 1957 stirbt Bernhard Hasselbring unerwartet und der junge Dietrich Hasselbring übernimmt das Unternehmen.

Der Beitritt in den Großeinkaufsverband der Deutschen Weinhändler erfolgte 1972. Die Firma ist 1985 auch Gründungsmitglied der Weinwerbegemeinschaft Weinspektrum. Seit 1993 bietet das Unternehmen mit der Weingalerie Hasselbring, auch in Hannover-Buchholz auf 450 qm. hochwertige Weine, Sekt und Edelspirituosen an.

Ende 2014 verkaufte Dietrich Hasselbring das Weinhandelshaus Bernhard Hasselbring an den Bremer Weingroßhändler Eggers & Franke. Der Weingroßhändler übernahm den Warenbestand von ca. 150.000 Weinflaschen sowie das Personal und führt nun in den Geschäftsräumen seine eigene Weinhandlung unter dem Namen "Ludwig von Kapff".

1920/21 Posthorn-Lichtspiele

Die Posthorn-Lichtspiele wurden 1920/21 in der Deisterstraße 64-66., in Linden-Mitte mit 227 Sitzplätzen eröffnet. Inhaber war Karl Vellbinger sen. Schon 1921 wurde der Lindener Kinounternehmer Max Scharnofske Mitinhaber des Lichtspielhauses. Max Scharnofske und sein Sohn Erich Scharnofske betrieben noch weitere Kinos in Hannover-Linden, Hannover und Niedersachsen. Das Kinounternehmen Scharnofske hatte seinen Sitz in der Deisterstraße 2., in Linden-Mitte. Privat wohnte Max Scharnofske laut Adressbuch von 1925 in der Haasemannstraße 11. in Linden-Mitte.

Um 1925 hatte das Kino 500 Sitzplätze und ab 1927 ist Karl Vellbinger jun. nun Inhaber. Der Kinounternehmer Otto Blume wird 1928 Besitzer des Kinos. Sein Kinounternehmen hatte seinen Sitz am Ernst-August-Platz 2-5., im Central-Theater, Kinematografen-Restaurant in Hannover-Mitte. Ab 1932 bis 1940 werden dann die Gebr. Vellbinger Besitzer und Betreiber der Posthorn-Lichtspiele. Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Lichtspielhaus bei einem Luftangriff zerstört.

Der Kinounternehmer Heinz Bohle aus der Fössestraße 99. in Linden-Mitte lässt 1951 am alten Standort der Posthorn-Lichtspiele unter dem gleichen Namen ein neues modernes Lichtspieltheater durch den Architekten Arnold Leissler (1911-?) aus Hannover errichten. Das neue Kino hatte 950 Sitzplätze. Heinz Bohle war auch Inhaber und Betreiber des Goethehaus-Filmtheaters in Hannover-Mitte und der Schauburg in Hannover-Ricklingen. Ab 1954 wurden die Posthorn-Lichtspiele auf CinemaScope und Breitwandfilm umgestellt. Außerdem erhielt das Kino eine Silberwand "Gigant". Die Silberwand war 11,0 m x 6,50 m groß. 

Seit dem Abriss 1979 befindet sich heute eine Rasenfläche auf dem Hinterhofgrundstück.

"Zum Posthorn" - Hotel, Restaurant und Saalbetrieb
(Deisterstraße 64-66.) | um 1937

vor 1921 Norddeutsche Sackindustrie Vogel & Co. Linden/Ricklingen

Norddeutsche Sackindustrie Vogel & Co. Befand sich Im Lämpchen 17., in Hannover-Linden/Ricklingen, nahe dem Bahnhof Fischerhof. Man produzierte Säcke aller Art. Es wurde auch mit Neu- und Gebrachtsäcken im Großhandel gehandelt. Laut Adressbuch von 1928/29 nannte sich nun die Firma Deutsche Sackindustrie G.m.b.H.

vor 1922 Rohstoffhandel Hermann Goldstein & Leyens

Die Firma von Hermann Goldstein und August Leyens war auf den Im- und Export, sowie die Sortierung von Rohstoffen für die Textilindustrie spezialisierst.

Nachdem Hermann Goldstein vermutlich vor 1928/29 starb, führte August Leyens das Geschäft mit Goldsteins Witwe Adele Goldstein, geb. Koopmann weiter. Man zog mit der Firma in die Stromeyerstraße 4., in die Hannover-List um. August Leyens und Adele Goldstein wohnten dann auch zusammen in der Stromeyerstraße 4.

Norddeutsche Sackindustrie Vogel & Co.
Hannover-Linden | 27.08.1920

1922 Reifen-Kamolz

Die Firma wurde 1922 vom gelernten Vulkaniseur Wilhelm Kamolz, verheiratet mit Maria Kamolz, gegründet. Das Unternehmen wurde 1930 um eine Renault-Vertretung für Lastkraftwagen (Lkw), am Schwarzen Bären erweitert. Nachdem der Betrieb im Zweiten Weltkrieg völlig zerstört wurde, baute man ihn in neuen Werkstatträumen am Schwarzen Bären wieder auf. Auch ein Ladengeschäft für Autozubehör und Ersatzteile kam nun hinzu. 1964 zog man in die Weberstraße 3-4., in Linden-Süd um und ist bis heute am Standort präsent. 2008 wurde auch ein Zweigbetrieb in Gehrden bei Hannover eröffnet.

1922 Reisebüro HANOMAG AG, ab 1923 Lindener Reisebüro Bangemann

Das Reisebüro Bangemann wurde am 1. Dezember 1922 als Firmenreisebüro (Reisebüro HANOMAG AG) im neu errichteten Verwaltungsgebäude, an der Bornumer- und Hamelner Straße (seit 1967 Hanomagstraße), in Linden-Süd, vom Reisekaufmann Heinrich Bangemann (1881-1966) gegründet. Ein Jahr später, am 1. Dezember 1923, zog man in die Falkenstraße 4., am Schwarzen Bär, in Linden-Mitte und nannte sich ab jetzt Lindener Reisebüro, nunmehr unabhängig von der HANOMAG AG. 1928 organisierte das Reisebüro die Fahrten für 1800 norddeutsche Sänger zum Bundessängerfest in Wien/Österreich. 1950 wurde der Neubau, anstelle des im Krieg zerstörten Geschäftshauses in der Falkenstraße eingeweiht. Aus diesem Reisebüro entstand später die First Reisebüro Gruppe.

vor 1923 Großhandlung elektronischer Bedarfsartikel und Maschinen Wilhelm Niemann & Co.

Die Firma von Wilhelm Niemann war in der Posthornstraße 9., in Linden-Mitte, ansässig. Ab 1928/29 gab es auch eine Filiale in der Georgstraße 3., in Hannover.

vor 1923 Hannoversche Montangesellschaft m.b.H.

Die Hannoversche Montangesellschaft m.b.H. befand sich in der Davenstedter Straße 114., in Linden-Süd.

vor 1923 Künstler-Plakat-Verlag Dopfer & Walsen

Der Künstler-Plakat-Verlag Dopfer & Walser befand sich in der Kochstraße 1., in Linden-Nord. Man warb auch überregional als Lithografischekunstanstalt und Steinbuchdruckerei. Inhaber waren der Drucker Dopfer, verheiratet mit der Verkäuferin Sophie Dopfer geb. Biester, wohnhaft in der Fröbelstraße 18., II. Etg., in Linden-Nord und der Kaufmann Eduard Walsen. Nachdem Herr Dopfer vor 1928/29 starb führte Eduard Walsen mit der Witwe Sophie Dopfer das Unternehmen weiter.

Laut Adressbuch von 1934 war das Unternehmen nun in der Spinnereistraße 11., in Linden-Nord ansässig und wurde von Eduard Walsen allein geführt. Er wohnte mit seiner Familie in der Gartenallee 20 a., in Linden-Mitte. Im Adressbuch von 1942/43 wird der Betrieb in der Spinnereistraße 9. und noch eine zusätzliche Filiale in der Stephanusstraße 27., in Linden-Mitte aufgeführt. Nach 1945 wird die Firma in eine GmbH umgewandelt und hat ihren Firmensitz in der Gartenallee 1-7., in Linden-Mitte.

Dopfer & Walsen Künstler-Plakat-Verlag | 02.02.1923

vor 1924 Garn- Strumpf- Woll- und Weißwarenhandlung Carl Windel

Die Garn- Strumpf- Woll- und Weißwarenhandlung von Carl Windel befand sich in der Falkenstraße 12. Privat wohnte der Kaufmann in der Haasemannstraße 10., III. Etg., beides in Linden-Mitte.

vor 1924 Gebr. Baden - Großhandlung für Seifen und Kurzwaren

Die Großhandlung für Seifen und Kurzwaren befand sich in der Stephanusstraße 4. in Linden-Mitte. Inhaber der Firma war A. Reichenbach.

Carl Windel Hannover-Linden Falkenstrasse 12. | 30.05.1924

 

Gebr. Baden - Großhandlung für Seifen und Kurzwaren
18.02.1924

vor 1924 Fein-Wäscherei und Fein-Plätterei Brinkmann und Eberhardt

Die Feinwäscherei und Feinplätterei der Unternehmer Brinkmann und Eberhardt befand sich in der Nedderfeldstraße 17. , in Linden-Nord. Das Gebäude besteht noch.

vor 1924 Körber & Weber Papier- und Pappengroßhandlung

Die Firma befand sich in der Deisterstraße 64-66. in Linden-Mitte. Es gab auch Filialen in Bermen, Hamburg und Köln/Nordrhein-Westfalen.

vor 1924 Paul Haufe - Glas-Kunst

Die Glasschleiferei, Spiegelfabrik und das Sandblaswerk von Paul Haufe befand sich in der Stärkestraße 21. und 26., in Linden-Nord. Paul Haufe wohnte mit seiner Familie in der Stärkestraße 26., I. Etg.

vor 1924 Hannovera Kohlenhandelsgesellschaft m.b.H.

Die Kohlenhandlung befand sich am Allerweg 9. in Linden-Süd. Später zog man in die Egestorffstraße 10. in Linden-Mitte.

Um 1930 war der Unternehmer Albert Weuling alleiniger Gesellschafter der Firma. Die Gesellschaft ging im Herbst 1936 in Konkurs. Albert Weuling eröffnete danach einen Rohproduktenhandel mit Lumpensortieranstalt.

vor 1924 Riemenwerke Stiegelmeyer & Co.

Die Riemenwerke Stiegelmeyer & Co. befanden sich in der Deisterstraße 63. in Linden-Mitte. Inhaber war Heinrich Bollemann. Man stellte vorzugsweise Hochkantriemen her.

Paul Haufe - Glas-Kunst
Glas-Schleiferei - Spiegelfabrik - Sandblaswerk
Stärkestraße 21. u. 26. | 08.03.1926

vor 1925 Textilwarenhandlung Hermann Misanski

Die Textilwarenhandlung und Privatwohnung des jüdischen Kaufmanns Hermann Misanski (1881-1944), geboren in Polen, befand sich im Erdg, der Ritter-Brüning-Straße 24 b. in Linden-Süd.

Hermann Misanski war mit Ruchla Misanski, geb. Grunszpan (1890-1944), geboren in Russland, verheiratet. Das Ehepaar hatte drei Kinder, Leopold Misanski (1919-?), geboren am 25. Februar 1919, Kurt Misanski (1923-1977), geboren am 23. Mai 1923 und Dagmar Misanski (1927-2010), geboren am 10. Juli 1927. Alle drei Kinder sind in Hannover geboren. Kurt und Dagmar Misanski emigrierten am 30. Januar 1939 mit einem Kindertransport nach England. Ihre Eltern und der ältere Bruder Leopold Misanski reisten nach Brüssel in Belgien aus und wurden später von dort aus in das Konzentrationslager (KZ) Auschwitz im damals deutsch besetzten Polen deportiert und dort ermordet.

Kurt Misanski änderte später seinen Namen in Clive Milton um und gründete eine Konditorei-Kette (Sharaton`s Patisseries) in England. Er starb im März 1977. Dagmar Misanski hieß nach ihrer Heirat in den USA, Dagmar Lavin, geb. Misanski und starb am 3. August 2010 in den USA.

Literatur- und Quellenverzeichnis:
Adress- und Fernsprechbücher der Stadt Hannover
Ausstellungskatalog: Fremde Heimat. Rettende Kindertransporte aus Hannover 1938/39 | Julia Berlit-Jackstein, Florian Grumblies, Dr. Karljosef Kreter, Edel Sheridan-Quantz | Hahnsche Buchhandlung Hannover | 2015
Namen und Schicksale der jüdischen Opfer des Nationalsozialismus aus Hannover | Peter Schulze | Verein zur Förderung des Wissens über jüdische Geschichte und Kultur e.V. | 1995

vor 1925 Drogerie Schwarzer Bär - Apotheker und Drogist Adolf Sock

Im Adressbuch von 1925 ist der jüdische Apotheker und Drogist Adolf Sock (1884-?) mit seiner Ehefrau Gertrud "Trude" Sock, geb. Wegner (1893-1942) in der Minister-Stüve-Straße 4., in Linden-Mitte vermerkt. Das Ehepaar zog Anfang Juli 1925 in das Haus. Die gleich ausssehenden Häuser (spiegelverkehrtes Abbild zum jeweiligen Nachbarhaus) in der Minister-Stüve-Straße 2. und 4. wurden im Oktober 1943 bei einem Luftangriff völlig zerstört. Heute stehen an gleicher Stelle zwei Nachkriegsbauten.

Adolf Sock wurde am 26. März 1884 in der Bergstadt Zerkow in der preußischen Provinz Posen (heute Żerków in Polen) geboren. Auch seine Ehefrau, geboren am 12. Dezember 1893, stammte ebenfalls aus Zerkow. Ihre beiden Kinder Marianne Sock (1921-1942), geboren am 23. Januar 1921 und Hans Sock (1925-1944?), geboren am 21. Juli 1925 kamen beide in Hannover zur Welt. Adolf Sock nahm von August 1914 bis 1919 als Soldat am Ersten Weltkrieg teil und heiratete am 30. Dezember 1919 Gertrud Sock, die durch die Eheschließung vom evangelischen Glauben zum Judentum konvertierte.

Adolf Sock betrieb in Hannover zwei Apotheken:

Die "Drogerie Schwarzer Bär" von Adolf Sock befand sich in der Deisterstraße 8., in Linden-Mitte, im 1902 erbauten Jugendstilhaus, später in Schwarzer Bär 8. umbenannt. Im Oktober 1943 wurde das Gebäude bei einem Luftangriff durch alliierte Bomber völlig zerstört und nicht wieder aufgebaut.

In der Steintorstraße 22. - Ecke Georgstraße in Hannover-Mitte (Steintor), betrieb Adolf Sock sein Hauptgeschäft als "Central-Drogenhandlung - Adolf Sock". Ab 1933 konzentrierte er sich dann auf das Geschäft in Steintorstraße und gab die Drogerie in Linden auf. Im Adressbuch von 1934 wird er aber noch als Besitzer der "Drogerie Schwarzer Bär" geführt. Mitte 1938 verhandelte Adolf Sock mit dem Apotheker Otto Marten wegen des Verkaufs der "Central-Drogenhandlung", da die Familie Sock auswandern wollte. Zu einem Verkauf kam es aber nicht.

Am Schwarzen Bären | 15.08.1931 (links die Drogerie Sock)

In der Nacht vom 9./10. November 1938 (Novemberpogrom) wurden die Schaufensterscheiben und die Inneneinrichtung der "Central-Drogenhandlung" zerstört, die Waren abtransportiert und bei der Nationalsozialistischen Volksfürsorge (NSV) eingelagert. Adolf Sock wurde in sogenannte Schutzhaft genommen und in das hannoversche Polizeigefängnis eingeliefert. Danach wurde er in das Konzentrationslager (KZ) Buchenwald auf dem Ettersberg bei Weimar/Thüringen verschleppt. Nach seiner Entlassung musste Adolf Sock die Drogerie aufgeben. Anfang 1939 eröffnete der Apotheker Otto Marten in den Geschäftsräumen eine eigene Drogerie. 1941 wird als Besitzer der Drogerie (Steintor-Apotheke), Wilfried Menger vermerkt.

Im Dezember 1938 bemühte sich die Familie Sock um eine Auswanderung nach Uruguay in Südamerika. Jedoch bestanden die Behörden darauf, dass zunächst alle Geschäftsschulden begleichen werden müssen. Die Schulden waren als unmittelbare Folge der Plünderung und Zerstörung der Drogerie entstanden. Adolf Sock musste auch für die Sicherung und Reparatur des Geschäfts aufkommen; und er war seinen Lieferanten Geld für den Warenbestand schuldig, der ihm geraubt wurde und zur Nationalsozialistischen Volksfürsorge (NSV) abtransportiert worden war. Um die Schulden zu tilgen und gleichzeitig die Auswanderung zu finanzieren, setzte er den Rückkaufwert seiner Lebensversicherung ein. Zusätzlich nahm seine Frau eine private Hypothek auf. Die Wohnung in der Minister-Stüve-Straße 4. wurde zum 1. März 1939 gekündigt. Die Genehmigung zur Auswanderung verzögerte sich allerdings und so musste man übergangsweise in die Königstraße 5. in Hannover-Mitte ziehen.

Die beiden Kinder zogen am 12. April 1939 nach Ahlem bei Hannover (bis 1974 selbständige Gemeinde), wahrscheinlich in die "Israelitische Gartenbauschule". In der Gartenbauschule hatte die 18-jährige Marianne Sock, bereits vor zwei Monaten als Haushaltungsschülerin eine Ausbildung begonnen. Der 14-jährige Hans Sock begann am 14. April 1939 als Gärtnereischüler mit seiner Ausbildung.

Im Mai 1939 konnte die Familie dann schließlich auswandern. Die beiden Geschwister zogen am 23. Mai 1939 nach Antwerpen in Belgien. Ihre Eltern folgten ihnen am 31. Mai 1939 mit dem Ziel Brüssel in Belgien.

Gertrud Sock und ihre beiden Kinder wurden am 25. August 1942, von Belgien aus in das Konzentrationslager (KZ) Auschwitz-Birkenau im damals deutsch besetzten Polen abtransportiert. Gertrud Sock wurde dort am 14. September 1942 in den Gaskammern ermordet. Ihre Tochter Marianne Sock wurde eine Woche später, am 20. September 1942 auf dieselbe Weise umgebracht. Ihr Sohn Hans Sock starb wahrscheinlich 1944 ebenfalls in der Gaskammer.

 

Über den Vater Adolf Sock gibt es keine sicheren Angaben, ob er von Belgien aus direkt in das Konzentrationslager (KZ) Auschwitz-Birkenau oder zunächst in das Konzentrationslager (KZ) Bergen-Belsen bei Celle in Niedersachsen deportiert wurde. Es ist auch nicht bekannt, wann und wo er starb. Es deutet aber alles darauf hin, dass auch der Apotheker und Drogist Adolf Sock in Auschwitz-Birkenau ermordet wurde.

Am 20. November 2015 wurden zum Gedenken an Adolf, Gertrud, Marianne und Hans Sock in der Minister-Stüve-Straße 4., in Linden-Mitte, vier Stolpersteine gesetzt. Die Initiative dazu kam vom Wirtschaftsforum des Vereins “Lebendiges Linden e.V.“

Literatur- und Quellenverzeichnis:
Adress- und Fernsprechbücher der Stadt Hannover
Ausstellungskatalog: Der Novemberpogrom 1938 in Hannover | Dr. Wolf Dieter Mechler, Carl Philipp Nies M.A. | Historisches Museum Hannover (HMH) | 2008
Namen und Schicksale der jüdischen Opfer des Nationalsozialismus aus Hannover | Peter Schulze | Verein zur Förderung des Wissens über jüdische Geschichte und Kultur e.V. | 1995
Projekt - www.lebensraum-linden.de
Stadtarchiv Hannover
Städtische Erinnerungskultur - www.erinnerungskultur-hannover.de

vor 1925 Mode- und Bekleidungshaus Tebi

Das Mode- und Bekleidungshaus Tebi befand sich in der Georgstraße 51., in Hannover-Mitte. Die Firma nannte sich erst "Tebi Textil- und Bekleidungsindustrie GmbH". Später als man in die Goethestraße 47. umzog, hieß das Unternehmen "Tebi Bekleidungshaus Albert Hohenberg & Co.". In der Nähe der HANOMAG AG, in Linden-Süd soll es später eine weitere Filiale gegeben haben. Für kurze Zeit leitete der jüdische Kaufmann Sally Hohenberg (1876-1938) als Geschäftsführer die Firma.

Sally Hohenberg wurde am 22. Januar 1876 als Sohn des Kaufmanns J. Hohenberg in Helmarshausen bei Bad Karlshafen, in Hessen geboren. Seine Eltern besaßen dort ein Manufakturwarengeschäft und die Hessischen Brotfabriken J. Hohenberg & Co., in Uslar und Helmarshausen. Im Juli 1925 zog er nach Hannover in die Lange Laube 36., später in die Heinrichstraße 44. In Hannover wurde er für kurze Zeit Teilhaber des Leihhauses Centrum von Georg Cohn in der Grupenstraße 5. und übernahm auch die Leitung. Das Unternehmen mit Filialen am Welfenplatz und an der Celler Straße 40. wurde in Leihhaus Centrum Cohn & Hohenberg umbenannt. Danach übernahm Sally Hohenberg die Geschäftsführung des Mode- und Bekleidungsgeschäfts Tebi. Er war auch Geschäftsführer der Terminol Gesellschaft Sally Hohenberg & Co., in der Goethestraße 47.

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten nahmen die Anpöbeleien und Belästigungen gegenüber Sally Hohenberg stetig zu. Sally Hohenberg starb am 1. Februar 1938 nach einem Selbstmordversuch im Jüdischen Krankenhaus in Hannover.

1925 Tierarzt Dr. vet. Kurt Neuwerth

Der Tierarzt Dr. vet. Kurt Neuwerth (1897-1945?) wurde am 7. Juni 1897 in Hannover als Sohn des Prokuristen Wilhelm Neuwerth, ein Elternteil war jüdisch, geboren. Nach seinem Dienst als Soldat im Ersten Weltkrieg studierte er ab 1918 an der Tierärztlichen Hochschule Hannover (TiHo) Tiermedizin. Seine Approbation erfolgte 1923 und er wurde als Hilfstierarzt beim Veterinäruntersuchungsamt in Potsdam/Brandenburg tätig. Ab 1925 wurde er als Tierarzt im Veterinäruntersuchungsamt Hannover-Linden eingestellt. Zu dieser Zeit wohnte und betrieb er in der Limmerstraße 128. in Linden-Nord, im Gebäude des ehemaligen Lindener Schlachthauses seine Tierarztpraxis.

Bis ca. 1935 war er Leiter der Auslandsfleischbeschau in Dortmund und dann Polizeitierarzt in Köln, beides in Nordrhein-Westfalen. Ab Juli 1941 wurde er kommissarischer Regierungsveterinärrat im Kreis Paderborn in Nordrhein-Westfalen und einige Wochen später Angestellter bei der Reichsanstalt für Tierseuchenbekämpfung in Wien-Mödling/Österreich. Nach 1945 war er Veterinärrat in Delbrück/Nordrhein-Westfalen, sein weiteres Schicksal ist leider unbekannt.

Literatur- und Quellenverzeichnis:
Adress- und Fernsprechbücher der Stadt Hannover
Adressbuch der Deutschen Tierärzte
Staatsarchiv München, Spruchkammerakte Friedrich Weber, Blatt 183-18
Tierärztliche Hochschule Hannover Diss. B 1267

vor 1926 Metall-Lager Carl Gustav Krause

Das Verkaufslager der Firma Carl Gustav Krause, die im Auftrag der Hirsch, Kupfer- und Messingwerke AG in Finow (Mark), Metallprodukte in Linden verkaufte, befand sich in der Minister-Stüve-Straße 4-6. in Linden-Mitte.

Werbeanzeige - Metall-Lager Carl Gustav Krause | ca. 1925

1926 Schrott- und Metallgroßhandel, Lumpensortierbetrieb Robert Kunze G.m.b.H.

Robert Kunze gründete 1926 seinen Schrotthandel. Er wurde 1906 in Leipzig/Sachsen geboren und kam bereits im Alter von drei Jahren nach Hannover. Mit zwanzig Jahren übernahm er das Schrottgeschäft seiner Schwester in der Hannover-Altstadt, am Goldenen Winkel und machte sich so selbstständig.

Ab 1938 wurde der Lagerplatz in der Altstadt zu klein, so dass ein zweiter am Leinehafen hinzugepachtet wurde. Zu dieser Zeit beschäftigte er 20 Mitarbeiter. 1949 wurde die Firma als Robert Kunze G.m.b.H. weitergeführt. 1951 wurde das Geschäft um eine Lumpensortieranlage erweitert. Im gleichen Jahr kaufte das Unternehmen ein Grundstück an der Davenstedter Straße 81. und pachtete ein weiteres an der Davenstedter Straße 128, beides in Linden-Mitte. Die Firma zog dann um und 1952 wurde ein Zweigbetrieb in Celle/Niedersachsen eröffnet.

Robert Kunze G.m.b.H. Büro- und Wohngebäude Davenstedter Straße 81. | 1954

1927 Städtische Bäder am Küchengarten

Die Städtischen Bäder mit Duschen und Badewannen wurden 1927 am Küchengarten erbaut. Sie dienten neben dem Wohnraum als öffentliches Bad, von dem man einen kleinen Teil im heutigen Theater am Küchengarten erhalten hat. Bis 1983 waren die Bäder noch in betrieb und werden seit 1987 vom Theater am Küchengarten genutzt.

vor 1927 Gabal - Spirituosenwerke AG Branntweinbrennerei | Spirituosen Fabrikation und Vertriebsgesellschaft

Die Firmen befanden sich in der Blumenauer Straße 25-27. in Linden-Mitte.

vor 1927 Medizinal- Drogerie- Weine- und Spirituosenhandlung Theodor Flebbe

Medizinal Drogerie Weine und Spirituosenhandlung von Theodor Flebbe befand sich in der Teichstraße 2. in Linden-Mitte.

vor 1927-1936 Kinderarzt Dr. med. Walter Sochaczewski

Der jüdische Kinderarzt Dr. med. Walter Sochaczewski (1881-1950) führte bis 1927, im Haus Deisterstraße 1., in Linden-Mitte, an der Ihmebrücke seine Arztpraxis. Danach zog man in das Haus Deisterstraße 6, in den zweiten Stock, heute Schwarzer Bär 6. um. Die Privatwohnung der Familie Sochaczewski befand sich erst in der Haarstraße 4 a. und später dann in der Rühmkroffstraße 18. in der Hannover-List.

Dr. med. Walter Sochaczewski wurde am 16. Mai 1881 in Breslau (heute Wrocław in Polen) geboren. Er heiratete 1919 Ilse Sochaczewski, geb. Meyerstein (1892-1950?). 1922 zog das Ehepaar von Berlin nach Hannover und 1923 wurde ihre Tochter Barbara Dreyfuss, geb. Sochaczewski geboren. Das Ehepaar hatte noch eine weitere Tochter namens Elise Sochaczewski.

Während des Ersten Weltkriegs war Dr. Walter Sochaczewski als Oberstabsarzt tätig. Für seinen Einsatz wurde er mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Er war dafür bekannt, dass er Kinder auch kostenlos behandelte, wenn die Eltern kein Geld hatten. Da die Sochaczewskis Juden waren, wurden sie ab 1933 angefeindet und ausgegrenzt. Im Juli 1936 flüchtet die Familie nach einem Hinweis, eines Polizisten, dass seine Verhaftung bevorsteht. Seine Ehefrau und die Töchter reisten nach Zürich in die Schweiz, er in die Niederlande und dann mit seiner Familie nach einem längeren Aufenthalt bis 1937, über Brüssel (Belgien), mit dem Schiff nach Brasilien. Dr. med. Walter Sochaczewski starb am 23. Januar 1950 mit 69 Jahren in Sao Paulo, Brasilien.

Am 6. Oktober 2011 wurden vor dem Haus Rühmkorffstraße 18., dem letzten Wohnort Dr. Walter Sochaczewskis und Ilse Sochaczewskis, geb. Meyenstein zwei Stolpersteine gesetzt.

Literatur- und Quellenverzeichnis:                        
Adress- und Fernsprechbücher der Stadt Hannover
Netzwerk Erinnerung und Zukunft Region Hannover - www.erinnerungundzukunft.de
Projekt - www.lebensraum-linden.de
Stadtarchiv Hannover
Städtische Erinnerungskultur - www.erinnerungskultur-hannover.de

1928 Dampfwäscherei Friedrich Kuntze, später Kuntze & Burgheim Textilpflege GmbH

Auf dem Hinterhof der Elisenstraße 8. in Linden-Nord wurde 1928, in einem ehemaligen Kohlenschuppen die Dampfwäscherei Friedrich Kuntze gegründet. Friedrich Kuntze (1905-?) war damals gerade mal 23 Jahre alt und mit Gertrud Kuntze verheiratet. Der Schuppen wurde abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Die Waschmaschinen wurden von der Düsseldorfer Firma Hartung, Kuhn & Co. auf Wechsel gekauft. Es wurde auch eine kleine Schleuder und eine dampfbeheizte Einmuldenmagel angeschafft. Auch sonst mussten für die Firmengründung Hypotheken aufgenommen werden, da noch weitere bauliche Veränderungen vorgenommen wurden. Am 15. Mai 1928 war es dann soweit die "Dampfwäscherei Kuntze" öffnete für ihre Kunden. Die Wäsche wurde nicht nur gewaschen, sondern auch abgeholt und wieder an die Kunden ausgeliefert.

Ab März 1935 wurde in der Podbielskistraße, in der Hannover-List eine Annahmestelle für Wäsche, eine Heißmangel und später auch eine Spezialplätterei für steife Kragen eröffnet. Filialleiter wurden Hans Burgheim und seine Frau Else Burgheim, geb. Kuntze. Hans Burgheim hatte im Mai 1931 in die Familie eingeheiratet. Gewaschen wurde aber weiterhin in der Elisenstraße, die Fertigstellung erfolgte aber dann in der Königsworther Straße in der Calenberger-Neustadt mit mehreren Plätterinnen.

Während des Zweiten Weltkriegs lief der Betrieb weiter. Im Oktober 1943 wurden das Gebäude, Elisen- Ecke Stärkestraße mit der Dampfwäscherei durch eine Luftmine schwer beschädigt. Die Dampfkessel und die Waschmaschinen funktionierten aber noch, sodass der Betrieb weiter lief. Die Häuser Elisenstraße 3. und 10. wurden allerdings komplett zerstört.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden dann die Uniformen der Alliierten Soldaten gewaschen. Am 12. November 1946 schlossen sich Friedrich Kuntze und Hans Burgheim zusammen und nannten ihre Firma nun "Kuntze & Burgheim Dampfwäscherei OHG". 1947 wurde von Kuntze & Burgheim mit dem Bau und der Inbetriebnahme, der weltweit ersten Gegenstromwaschanlage (eine große Waschanlage aus 12 miteinander verbundenen, stehenden Waschmaschinen) begonnen. Die Geschäftsräume in der Elisenstraße 8. waren 1948 wieder komplett hergestellt. Im Sommer 1950 wurde auf dem zerstörten Eckgrundstück in der Elisenstraße 10. ein Neubau eingeweiht. Die Firma hatte im gesamten Stadtgebiet Hannovers Annahmestellen für ihre Kunden eingerichtet. 1956 wurde eine neue Produktionshalle an der Vahrenwalder Straße 191., auf dem Gelände der ehemaligen Kleingärtner in Betrieb genommen. Ab 1965 gab es Filialbetriebe mit Schnellreinigung und ab 1967 als Chemischereinigung.

1971 wurde die Deutsche Berufskleider-Leasing GmbH (DBL) durch sechs Gesellschafter, darunter auch Kuntze & Burgheim gegründet. Es folgte 1977 die Umwandlung und Umfirmierung in "Kuntze & Burgheim Textilpflege GmbH & Co. KG". 1980 wurden die Filialen an die Traditionsfirma Stichweh verkauft. Das Unternehmen setzte nun seinen Schwerpunkt auf das Textilleihgeschäft. 1982 wurde das Grundstück in der Elisenstraße 10. an die Landeshauptstadt Hannover verkauft. Im Gebäude befindet sich heute der Jugendtreff Linden-Nord. 1985 wurde die Firma in "Kuntze & Burgheim Textilpflege GmbH" umbenannt.

Am 1. April 1995 wurde eine neue Betriebsstätte in Hermsdorf bei Magdeburg in Sachsen-Anhalt eröffnet und 2000 durch eine zweite Betriebshalle erweitert. Im September 2003 konnte die Firma Kuntze & Burgheim Textilpflege GmbH ihr 75-jähriges Betriebsjubiläum feiern und die Firmenchronik "Geschichten aus der Waschküche" präsentieren.

vor 1928 Einzel- und Großhandel für Landmaschinen Ernst Lampe

Laut Adressbuch von 1928/29 betrieb Ernst Lampe (Am Waterlooplatz 2. in Hannover-Mitte) einen Landmaschinenhandel. Laut Adressbuch von 1934 bis 1960 war der Betrieb später in der Deisterstraße 28., in Linden-Mitte ansässig. Privat wohnte Ernst Lampe auch nach 1928/29 auch in der Deisterstraße 28., die Familie war nun Besitzer der Immobilie.

vor 1928 Feilen- und Werkzeugfabrik von Fritz Willer & Robert Billerbeck

Die Feilen- und Werkzeugfabrik von Fritz Willer und Robert Billerbeck befand sich noch vor 1928 in der Wittekindstraße 10., später dann nach 1940/41 in der Badenstedter Straße 44., beides in Linden-Mitte. Um 1946 war Walter Möller Inhaber des Unternehmens. Zu dieser Zeit produzierte man auch Ziegelei- und Zerkleinerungsmaschinen.

Feilen- und Werkzeugfabrik Willer & Billerbeck | 24.08.1946

Feilen- und Werkzeugfabrik Willer & Billerbeck
(Rückseite) | 24.08.1946

vor 1928 Steinbruchbetrieb Wilharm & Co. G.m.b.H.

Der Unternehmenssitz befand sich in der Beethovenstraße 7., in Linden-Mitte.

vor 1928 Werkzeughandlung Richard Wirtheim

Die Werkzeughandlung und Wohnung des jüdischen Kaufmanns Richard Wirtheim (1888-?) und seiner Ehefrau Grete Wirtheim befand sich in der Egestorffstraße 1., in Linden-Mitte.

vor 1928 Glas- und Porzellangeschäft Arthur Manne

Am Küchengarten, in der Limmerstraße 3-5., in Linden-Nord befand sich das Glas- und Porzellangeschäft von Arthur Manne.

Mehr zum Glas- und Porzellangeschäft Arthur Manne.

vor 1928 Imprägnierwerk Hannover-Linden H. Peters AG

Die Firma war spezialisiert auf die Imprägnierung von Bahnschwellen und Hölzern aller Art. Es wurden auch Telegrafen- und Leitungsmasten geliefert.

vor 1928 Strumpf- und Putzhaus Hertz & Co. Inh. Sally Löwenstein

Das Strumpf- und Putzhaus Hertz & Co. befand sich in der Deisterstraße 78., in Linden-Mitte. Der jüdische Inhaber Sally Löwenstein (1880-?), dem das Haus, laut Adressbuch von 1934 bis 1939 auch gehörte und der dort auch wohnte, war mit Irmi Löwenstein, geb. Hertz verheiratet. Seit 1911 war er in Hannover ansässig.

In der Nacht vom 9./10. November 1938 (Novemberpogrom) wurden die Schaufensterscheiben des Geschäfts zerstört. Der Inhaber Löwenstein musste für die Sicherung und Reparatur des Geschäfts selbst aufkommen, außerdem wurde er in das Konzentrationslager (KZ) Buchenwald auf dem Ettersberg bei Weimar in Thüringen verschleppt. Nach mehreren Wochen Gefangenschaft kam er unter der Auflage frei, sein Geschäft und die Immobilie zuverkaufen und ins Ausland zu immigrieren. Im Januar 1940 verließ das Ehepaar Löwenstein Hannover und reiste nach Panama, danach nach New York City in die USA. Sally und Irmi Löwenstein starben um 1970 in New York City/USA.

Sein Ladengeschäft wurde laut Adressbuch von 1940/41 von Otto Boettger übernommen. Otto Boettger verkaufte dort nun Damenhütte. Privat wohnte er in der Siemensstraße 5. in der Hannover-Südstadt. Die Immobilie besaß nun Ludwig Dopheide aus Reher in Schleswig-Holstein.

Literatur- und Quellenverzeichnis:
Adress- und Fernsprechbücher der Stadt Hannover
Ausstellungskatalog: Der Novemberpogrom 1938 in Hannover | Dr. Wolf Dieter Mechler, Carl Philipp Nies MA. | Historisches Museum Hannover (HMH) | 2008
Namen und Schicksale der jüdischen Opfer des Nationalsozialismus aus Hannover | Peter Schulze | Verein zur Förderung des Wissens über jüdische Geschichte und Kultur e.V. | 1995

vor 1928 Lindener Dampf- Wäscherei Ferdinand Filthuth

Die Wäscherei befand sich in der Nieschlagstraße 24-25., in Linden-Mitte. Ferdinand Filthuth war auch Vorsitzender des "Arbeitervereins zu Hannover", 1927 umbenannt in "Verein für Fortbildung". Später führte sein Sohn Fred Filthuth die Lindener Dampf- Wäscherei weiter. Siehe auch: Arbeiter-Vereinshaus (Burghaus/Rusthaus)

vor 1928 Adlerwerke, vormals Heinrich Kleyer AG

Die Adlerwerke produzierten unter anderem Fahrräder und Schreibmaschinen. Die Produktion befand sich in der Falkenstraße 16-20., in Linden-Mitte. In der Georgstraße 34., in Hannover-Mitte gab es Ausstellungs- und Verkaufsräume. Die Adlerwerke Hannover waren ein Tochterunternehmen der 1880 gegründeten Adlerwerke aus Frankfurt am Main/Hessen. Während des Zweiten Weltkriegs soll es in den Räumen der Adlerwerke auch Kriegsgefangenenunterkünfte und Zwangsarbeiterlager gegeben haben. In der Liste des Catalogue of Camps and Prisons (CCP), 1949 herausgegeben vom International Tracing Service (ITS) wird ein Lager in der Konkordiastraße, in Linden-Mitte, mit mehr als 75 Insassen aufgeführt.

vor 1928/29 Haus- und Küchengerätehandlung Adolf Kesselmann

Der jüdische Kaufmann Adolf Kesselmann hatte sein Geschäft in der Limmerstraße 2 a, in Linden-Nord. Die Familie wohnte mit ihrem Sohn Siegfried Kesselmann laut Adressbuch 1928/29 in der Egestorffstraße 3. I. Etg., in Linden-Mitte und 1934 in der Limmerstraße 4 d. in Linden-Nord. Es soll auch noch ein zweites Geschäft am Lindener Marktplatz in Linden-Mitte gegeben haben. Im Adressbuch von 1939 ist die Familie Kesselmann nicht mehr vermerkt.

vor 1929 Biergroßhandlung Albert Lindemann

Die Biergroßhandlung von Albert Lindemann befand sich in der Ungerstraße 11., in Linden-Nord.

1929/1934 Tabak,- Papier- und Schreibwaren Fritz Kivelitz jun.

Das Tabak,- Papier- und Schreibwarengeschäft von Fritz Kivelitz jun. befindet sich noch heute in der Posthornstraße 30., in Linden-Mitte.

vor 1929 Hut- und Modewarengeschäft Auguste Jaep

Das Hut- und Modewarengeschäft von Auguste Jaep befand sich schon vor 1929 in der Göttinger Straße 65., in Linden-Süd und bestand bis nach 1934. Das 1903 erbaute Gebäude gehörte Wilhelm Jaep, Vater von Auguste Jaep, der von Beruf Schlosser und Maschinenmeister bei der HANOMAG AG war. Laut Adressbuch von 1897/98 wohnte er schon vorher in der Feilenstraße 25., in der HANOMAG-Siedlung "Klein Rumänien". Die Familie Jaep wohnte auch privat in der Göttinger Straße 65., im Erdg.

Ab 1940 verwaltet Frau H. Meier aus der Hamelner Straße 2. in Linden-Süd die Immobilie für Wilhelm Jaep. Frau H. Meier war mit dem Stadtinspektor Karl Meier verheiratet. Das Ehepaar war auch Besitzer der Immobilie Hamelner Straße 2. Um 1942/43 ist das Ehepaar Meier dann auch Besitzer der Göttinger Straße 65. Das Gebäude besteht heute noch.

vor 1930 Drogeriegeschäft Herbert August Erhardt

Herbert August Ehrhardt (1901-1942) wurde am 27. Januar 1901 in Gehrden bei Hannover als Jude geboren. In den 1930er-Jahren wohnte er in der Deisterstraße 16. in Hannover-Linden und betrieb eine gut gehende Drogerie.

Neben den Eintragungen im Adressbuch Hannovers fand sich eine Notkarte des Meldeamtes im Stadtarchiv Hannover. Auf ihr war die Meldung des Sonderstandesamtes in Arolsen verzeichnet, wonach Herbert August Ehrhardt am 15. November 1942 in Natzweiler verstorben war. Er wurde nur 41 Jahre alt, die Sterbeurkunde nennt als angebliche Todesursache "Uraemie", also Harnstoffvergiftung.

Stolpersteine in Linden-Limmer:
Ein Stolperstein für den Drogisten Herbert August Erhardt (1901–1942) von Rainer Hoffschildt

vor 1930-1938 Textilwarenhandlung Jacob Lindenbaum

Die Textilwarenhandlung des jüdischen Kaufmanns Jacob Lindenbaum (1889-1945) befand sich in der Deisterstraße 15., in Linden-Süd. Jacob Lindenbaum wurde am 20. Juni 1889 und seine Ehefrau Selma "Sura" Lindenbaum (1895-?), am 2. November 1895 in Dolina, in Galizien (Süd-Polen, Westgalizien) geboren. Das Ehepaar hatte zwei Söhne, Adolf Lindenbaum (1921-?) und Leon Lindenbaum (1923-?), beide wurden in Hannover geboren.

Privat wohnte die Familie laut Adressbuch von 1928/29 in der Hildesheimer Straße 226 a. und danach in der Hannover-Altstadt (Knochenhauerstraße 64.). Am 28. Oktober 1938 wurden der 17-jährige Adolf Lindenbaum und sein 15-jähriger Bruder Leo Lindenbaum nach Polen abgeschoben. In der Nacht vom 9./10. November 1938 (Novemberpogrom) wurden die Schaufensterscheiben des Textilwarengeschäfts zerstört. Jacob Lindenbaum musste für die Sicherung und Reparatur seines Geschäfts selbst aufkommen. Danach eröffnete er sein Geschäft nicht wieder und gab zum Monatsende die Räume auf..

Am 15. Dezember 1938 zogen Jacob und Selma "Sura" Lindenbaum von der Knochenhauerstraße 64. in die Bergmannstraße 10., in Hannover-Mitte, um. Das Haus und das Grundstück hatte sein Vater Salomon Lindenbaum, seinen sechs Kindern zu gleichen Teilen vererbt, bevor er - vermutlich 1936 nach Palästina (Israel) auswanderte und sich in Tel Aviv niederließ. Der Vater betrieb vor seiner Auswanderung in der Schmiedestraße 22., in der Hannover-Altstadt, eine Manufakturwarenhandlung. Privat wohnte er in seinem Haus, in der Bergmannstraße 10. und laut Adressbuch von 1934 in der Schmiedestraße 17., in Hannover-Mitte. Auch Jacob Lindenbaums jüngere Schwester Lea Strassmann, geb. Lindenbaum (1903-1945), geboren am 6. Oktober 1903 in Hannover, wohnte, von ihrem Ehemann getrennt lebend, im Haus der Bergmannstraße 10. Sie war mit dem in Polen geboren Textilkaufmann Samuel Strassmann (1893-1942) verheiratet. Das Ehepaar hatte eine Tochter, Rita Strassmann (1930-?), geboren am 29. Mai 1930 in Hannover..

Das Ehepaar Lindenbaum bemühte sich um die Auswanderung nach Palästina. Die Pläne zerschlugen sich jedoch bereits im Januar 1939. Daraufhin wollten sie nach Polen umsiedeln, wo in Dolina, die abgeschobenen Söhne untergekommen waren. Adolf Lindenbaum, der ältere der beiden Söhne, reiste im Sommer 1939 nach Hannover, um zusammen mit seinen Eltern den Umzug nach Polen vorzubereiten. Doch zur Ausreise kam es nicht mehr. Nur Lea Strassmanns Tochter Rita Strassmann wurde am 27. Juni 1939 mit einem Kindertransport nach England gebracht. Sie heiratete später einen schottischen Arzt, hieß dann Rita McNeill und bekam zwei Kinder.

Vater Jacob und Sohn Adolf Lindenbaum wurden vermutlich im Oktober 1939 verhaftet und in das Konzentrationslager (KZ) Buchenwald auf dem Ettersberg bei Weimar in Thüringen (Jacob Nr. 3117, Block 22 und Adolf Nr. 971, Block 22) verschleppt. Selma "Sura" Lindenbaum und ihre Schwägerin Lea Strassmann wohnten im November 1939 noch in einem gemeinsamen Haushalt (Bergmannstraße 10.). Nachdem Selmas Eigentum 1941 vom Deutschen Reich eingezogen wurde, musste sie ab September 1941 in ein sogenanntes "Judenhaus", in die Josephstraße 22., heute Otto-Brenner-Straße in Hannover-Mitte umziehen. Ihren Lebensunterhalt verdiente sie als Arbeiterin in der Wäscherei Gieseler (Inhaber August Gieseler) an der Podbielskistraße 63. in der Hannover-List.

Selma "Sura" Lindenbaum wurde am 15. Dezember 1941 von Hannover aus ins Rigaer Ghetto in Lettland deportiert und ist im Konzentrationslager (KZ) Stutthof bei Danzig in Polen umgekommen. Lea Strassmann war im Konzentrationslager (KZ) Neuengamme bei Hamburg und starb wenige Tage nach ihrer Befreiung. Jacob Lindenbaum starb am 4. April 1945 im Konzentrationslager Buchenwald. Eine Woche später, am 11. April 1945 befreiten US-amerikanische Truppen das Lager.

Die Namen von Jacob und Selma "Sura" Lindenbaum, Lea Strassmann und Leon Lindenbaum (verschollen) sind auf dem Mahnmal am Opernplatz verzeichnet. Das Mahnmal besteht seit 1994 und trägt die in Stein eingravierten Namen von rund 2000 deportierten und ermordeten jüdischen Mitbürgern. Das Schicksal des älteren Sohnes Adolf Lindenbaum, der wie sein Vater Jacob Lindenbaum im Konzentrationslager Buchenwald inhaftiert war, ist nicht geklärt.

Literatur- und Quellenverzeichnis:
Adressbücher der Stadt Hannover
Ausstellungskatalog: Abgeschoben in den Tod | Die Deportation von 1001 jüdischen HannoveranernInnen am 15. Dezember 1941 nach Riga | Julia Berlit-Jackstein, Dr. Karljosef Kreter | Hahnsche Buchhandlung Hannover | 2011
Ausstellungskatalog: Der Novemberpogrom 1938 in Hannover | Dr. Wolf Dieter Mechler, Carl Philipp Nies MA. | Historisches Museum Hannover (HMH) | 2008
Ausstellungskatalog: Fremde Heimat. Rettende Kindertransporte aus Hannover 1938/39 | Julia Berlit-Jackstein, Florian Grumblies, Dr. Karljosef Kreter, Edel Sheridan-Quantz | Hahnsche Buchhandlung Hannover | 2015
Namen und Schicksale der jüdischen Opfer des Nationalsozialismus aus Hannover | Peter Schulze | Verein zur Förderung des Wissens über jüdische Geschichte und Kultur e.V. | 1995
Projekt - www.lebensraum-linden.de
Wikipedia - Die freie Enzyklopädie

vor 1930-1938 Manufakturwarenhandel von Max Goldschmidt in Hannover-Limmer

Der Manufakturwarenhandel des jüdischen Inhabers Max Goldschmidt (1876-?) und seiner Ehefrau Regine Goldschmidt (1876-?) befand sich in der Wunstorfer Straße 21., in Hannover-Limmer.

Max Goldschmidt wurde am 31. August 1876 in Eisenach/Thüringen geboren und wohnte mit seiner Ehefrau Regine Goldschmidt, geb. Baum (1876-?), im Gartenweg 4. (seit 1950 Franz-Nause-Straße 4.), in Hannover-Limmer. Regine Goldschmidt stammte aus Elbekosteletz (heute Tschechien) und wurde dort am 23. April 1876 geboren. Max Goldschmidt wurde 1938 in das KZ-Buchenwald auf dem Ettersberg bei Weimar in Thüringen verschleppt. Wieder zurück in Hannover wurden er und seine Frau im September 1941 dem sogenannten "Judenhaus" Wunstorfer Straße 16 a., in Hannover-Limmer zugewiesen. Die Eheleute wurden am 15. Dezember 1941 von Hannover aus in das Ghetto Riga in Lettland deportiert, dort verliert sich ihre Spur.

Seit 1994 sind die Namen des Ehepaars Goldschmidt auf dem hannoverschen Mahnmal am Opernplatz verzeichnet. Das Mahnmal trägt die in Stein eingravierten Namen von rund 2000 deportierten und ermordeten jüdischen Mitbürgern.

vor 1930 Willi Koch - WIKO Fabrik feiner Liköre

Die WIKO Fabrik feiner Liköre von Willi Koch befand sich in der Limmerstraße 75. und um 1955 am Kötnerholzweg 13., beides in Linden-Nord. 1921 gewann das Unternehmen eine Silberne Medaille und 1923 den 1. Preis und den Ehrenpreis auf einer Produktausstellung. Man vertrieb die Liköre unter den Namen WIKO Edelliköre und WIKO Edelbranntwein.

vor 1930 Schüler-Motoren AG - Meyer & Matthies

Der Motorenhandel Meyer & Matthies befand sich in der Weberstraße 3-4., in Linden-Mitte.

1931 HANNO-Tischtennis Sportartikel- und Spielwarenfabrik Franz Krebs

Die "HANNO-Tischtennis Sportartikel- und Spielwarenfabrik Franz Krebs" befand sich von August 1931 an bis 1957 in der Niemeyerstraße 12. in Linden-Mitte. Franz Krebs war mit Ella Krebs verheiratet und auch Besitzer der Immobilie. Er wohnte mit seiner Familie in der II. Etg. Zuvor betrieb er in der Burgstraße 6., in der Hannover-Altstadt eine Spielwarenhandlung. Privat wohnte er zu dieser Zeit in der Steinmetzstraße 8., in der Hannover-List. Franz Krebs war auch als Verleger tätig. In seinem Verlagshaus wurde unter anderem 1936 das "Handbuch Deutscher Tisch-Tennis-Bund" verlegt und vertrieben.

Laut Adressbuch von 1953 nannte sich seine Sportartikel- und Spielwarenfabrik nun "Franz Krebs Fabrik für Tischtennis". Nachdem er vermutlich um 1955 starb, wurde der Betrieb für kurze Zeit nach Gehrden bei Hannover verlegt, wo er aber in Konkurs ging. 1957 wurde die Konkursmasse des Unternehmens von der in Osnabrück/Niedersachsen ansässigen Hagedorn AG übernommen. Die Firma stellte unter dem Namen "COMET" Tischtennisbälle her. Die Hagedorn AG führte das Unternehmen unter dem Namen "Franz Krebs GmbH & Co. Fabrik für HANNO-Tischtennis" bis 1989 in Osnabrück weiter.

1931-1960 Feinbäckerei Wilhelm Wulfes

Die Bäckerei von Wilhelm Wulfes befand sich bis 1960 in der Charlottenstraße 32., in Linden-Süd.

vor 1933 Speilwarengroßhandlung Gebr. Meyer Hannover-Hamburg

Die Speilwarengroßhandlung der Gebr. Meyer befand sich im Allerweg 1., in Linden-Süd. Man betrieb auch ein Geschäft und Lager in der Hamburger Straße 178-186. in Hamburg-Brambek. Der Großhandel war auf Nürnberger Blechspielwaren spezialisiert.

Vor 1934 war man laut Adressbuch in der Herschelstraße 30. und vor 1939 in der Odeonstraße 7., in Hannover-Mitte, ansässig. Besitzer der Immobilie in der Odeonstraße war der jüdische Kaufmann Gustav Rüdenberg jun. (1868-?).

Siehe auch: 1896/97 Bettfedernfabrik Max Rüdenberg GmbH

1933 Textilwarenvertreter Siegfried Jacobsohn

Der Textilwarenhandel von Siegfried Jacobsohn (1886-?) befand sich ab 1933 in der Deisterstraße 17. in Linden-Mitte. Privat wohnten der Inhaber, seine Frau Ida Jacobsohn, geb. Stahl (1900-?) und ihr Sohn Kurt Jacobsohn (1923-?) im Capitol-Hochhaus, in der Deisterstraße 2. in Linden-Mitte. Die Familie Jacobsohn wohnte zwischen 1926 und 1933 am Bischofsholer Damm 24., in der Hannover-Südstadt. Siegfried Jacobsohn betrieb kein Ladengeschäft in der Deisterstraße, da er als Textilwarenvertreter tätig war.

1939 wollte Familie Jacobsohn auswandern und zog erst einmal in die Bergmannstraße 10., in Hannover-Mitte um. Eigentlich wollten sie nach London/England auswandern, dies war aber durch den Kriegsbeginn Anfang September 1939 nicht mehr möglich, deshalb wollte man nun in die USA übersiedeln. Da aber nicht genug Vermögen vorhanden war beschloss die Familie, dass zuerst Ida und ihr Sohn Kurt Jacobsohn auswandern. Mutter und Sohn sind wahrscheinlich Anfang 1940 in die USA ausgereist. Vater Siegfried Jacobsohn versuchte mehrmals zwischen Anfang 1940 und März 1941, ebenfalls in die USA auszuwandern, dies wurde ihm aber von den Reichsbehörden ohne Begründung untersagt. Am 9. Juni 1941 durfte Siegfried Jacobsohn nun doch endlich ausreisen. Er fuhr zunächst nach Berlin, um dann in den USA weiterzureisen.

Literatur- und Quellenverzeichnis:
Adress- und Fernsprechbücher der Stadt Hannover
Projekt - www.lebensraum-linden.de

vor 1934 Möbel-Beeke

Die Möbelhandlung des Kaufmanns Ludwig Beeke jun. befand sich laut Adressbuch von 1934 in der Davenstedter Straße 28., privat wohnte er in der Deisterstraße 50., beides in Linden-Mitte. Sein Vater Ludwig Beeke sen. war Tapezierer und Dekorateur von Beruf, und betrieb in der Davenstedter Straße 5., in Linden-Mitte eine Polsterei. Ludwig Beeke sen. wohnte dort auch mit seiner Frau Frida Beeke.

 

Möbel-Beeke Stephanunsstraße 25. u. 27. | 30.11.1939

Laut Adressbuch von 1939 war die Möbelhandlung nun in der Limmerstraße 102., in Linden-Nord ansässig. Noch im gleichen Jahr zog die Firma in die Stephanusstraße 25-27., in Linden-Mitte um. Ludwig Beeke jun. wohnte ab 1940/41 in der Fundstraße 30., in der Hannover-List. Sein Vater wohnte ab 1938/39 mit seiner Frau Frida Beeke in der Egestorffstraße 5., in Linden-Mitte. Die Firma Möbel-Beeke bestand noch bis nach 1943 in Hannover.

vor 1934 Schuhwarenhandlung von A. Brettschneider

Die Schuhwarenhandlung des jüdischen Inhabers Brettschneider befand sich in der Limmerstraße 1., in Linden-Nord. Im Adressbuch von 1939 ist A. Brettschneider nicht mehr vermerkt.

vor 1934 Emil Sachs Kaufmann und Textilwarenvertreter

Der jüdische Kaufmann und Textilwarenvertreter Emil Sachs wohnte in der Rampenstraße 5. III. Etg., in Linden-Mitte. Im Adressbuch von 1939 ist Emil Sachs noch vermerkt, 1941 nicht mehr.

vor 1934 Autowerkstatt und Autohallen Christian Preiss

Christian Preiss betrieb schon vor 1934 in der Deisterstraße 24., in Linden-Süd, eine Autowerstatt. Später gründete er seine "Autohallen Christian Preiss". Die Autohallen mit Garagen, Kraftfahrzeugen, und Autoverleih an Selbstfahrer befanden sich in der Küchengartenstraße 2 a., in Linden-Mitte. Später war hier viele Jahre die "Yamoto GmbH" (Motorradhandel) zu Hause. Heute steht auf dem Gelände ein Neubau/Wohnhaus ohne Gewerberäume.

vor 1934 Schokoladenfabrik und Süßwarenhandel Hermann Marx & Co.

Die Schokoladenfabrik und der Süßwarengroßhandel befand sich in der Leinaustraße 9., in Linden-Nord und danach 1949 in der Elisenstraße 44., 1958 in der Nieschlagstraße 19., beides in Linden-Mitte. Später gab es dort das Lebensmittelgeschäft MARXHOF. Heute steht auf dem Gelände ein Kindergarten der Landeshaupstadt Hannover.

Werbeanzeige der Schokolandenfabrik Marx | 1958

Autohallen Chr. Preiss - Küchengartenstraße 2 a. | 1954

1934 Schuhhaus Gisy

Der Ursprung des traditionsreichen Schuhhaus Gisy liegt in Berlin. 1931 zogen Gerhard Gisy (?-1998) und seine zukünftige Ehefrau Helene Gisy (1913-2014) nach Hannover und eröffneten 1934 in der Deisterstraße 4, in Linden-Mitte ihre erste Filiale. Zuvor befand sich in den Geschäftsräumen von 1897 bis 1933 die Petzon-Schuh-Gesellschaft und danach die Globus-Schuhe AG. 1936 heiratete das Paar in Hannover. 1943 brannte das Geschäft aus und während des Zweiten Weltkriegs musste der Betrieb zeitweise eingestellt.

Nachdem Tod von Gerhard Gisy 1998 wurde die Firma an den Düsseldorfer Schuhunternehmer Paul Prange verkauft. Am 12. April 2013 feierte die Firmengründerin Helene Gisy, ihren 100. Geburtstag in Hannover. Sie starb im Mai 2014 auf der spanischen Insel Ibiza im Alter von 101 Jahren. Auch heute sind Schuhe von Gisy in Hannover zuhaben. Ein Geschäft in Hannover-Linden gibt es zwar nicht mehr, dafür aber in der Innenstadt Hannovers.

vor 1935 Bäckerei Albert Francke

Die Bäckerei befand sich in der Grotestraße 12., in Linden-Nord. Wenige Wochen vor der deutschen Kapitulation am 8. Mai 1945 wurde das Geschäft von Passanten geplündert.

1935 Vereinigte Leichtmetall Werke GmbH (VLM)

Die Vereinigte Leichtmetall Werke GmbH (VLW) wurde 1927 von den in Bonn/Nordrhein-Westfalen gegründeten Vereinigten Aluminiumwerken (VAW) als Tochterfirma gegründet. Standort des Werks waren seit 1934/35 die ehemaligen Hannoverschen Waggonfabrik (HAWA) - Werkshallen auf dem Tönnisberg in Hannover-Bornum. Die Hannoversche Waggonfabrik (HAWA) musste 1931 in Folge der Weltwirtschaftskrise Insolvenz anmelden und wurde am 17. Februar 1932 aufgelöst. Die 110 m langen Fabrikhallen an der Göttinger Chaussee 12. und am Schlorumsweg in Hannover-Bornum sind heute noch erhalten.

Die Vereinigte Leichtmetall Werke GmbH (VLW) war eine Leichtmetallgießerei, ein Halbzeugwerk für die Verarbeitung von Aluminium zu Blechen und weiteren Produkten. 1937 wurde ein weiteres Werk in Laatzen bei Hannover gebaut. Beide Werke wurden von den Nationalsozialisten in die Rüstungsproduktion (es wurden Kriegswichtige Flugzeugteile gefertigt) eingebunden. In den VLW-Werken wurden auch Zwangsarbeiter eingesetzt. 1947 wurden die Hallen in Laatzen abgebrochen um Platz für die Hannover Messe zu schaffen.

Das Unternehmen war wie auch die HANOMAG AG Mitglied in der Interessengemeinschaft “Lagergemeinschaft e.V.“.

Der Verein wurde 1942 gegründet und hatte später ca. 170 Mitgliedsfirmen. Die Lagergemeinschaft unterhielt unter anderem die Zwangsarbeiterlager im Bornumer Holz (Auf der Kuhbühre), am Lindener Berg (Schwarze Flage) und in Hannover-Ricklingen/Mühlenberg (Hamelner Chaussee).

Vereinigte Leichtmetall-Werke GmbH
Hauptverwaltung Hannover - 30.03.1938

vor 1937 Heinrich Warneke - Fleischbrühefabrik

Die Firma von Heinrich Warneke befand sich in der Nedderfeldstraße 20. und Leinaustraße 27., beides in Linden-Nord. Bekanntestes Produkt war die konzentrierte Fleischbrühe "Linda". Laut Adressbuch von 1928/29 und 1934 war Herr Warneke, bevor er Unternehmer wurde Fabrikarbeiter, vermutlich in der Lebensmittelindustrie. Die Familie wohnte aber schon am späteren Firmenstandort in der Nedderfeldstraße 20., I. und III. Etg. Im Adressbuch von 1938 wird die Firma nicht mehr erwähnt. 1941/42 bis 1953 wird Heinrich Warneke nur noch als Rentner in der Nedderfeldstraße 20. geführt.

1937 Wurst-Basar von Konrad Hinsemann sen.

Fleischermeister Konrad Hinsemann sen. eröffnete im April 1937 seine Fleischerei mit Ladengeschäft und Wurstkühle am Kötnerholzweg 43. in Linden-Nord. Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Haus durch Bombenangriffe zerstört. Nach dem Krieg kauft Konrad Hinsemann sen. ein Haus an der Limmerstraße und eröffnet zwei neue Filialen.

1968 übernimmt Konrad Hinsemann jun. die Geschäftsleitung und im gleichen Jahr wird die Fleischereifirma Wilhelm Rüter mit fünf Filialen und dem Produktionsbetrieb in der Gretchenstraße (Hannover-List) übernommen. 1987 übernahm man dann das Fleischereiunternehmen Kaupke in Ronnenberg-Empelde bei Hannover mit 400 Mitarbeitern und 24 Filialen. Heute beschäftigt das Familienunternehmen 500 Mitarbeiter, die Firmenzentrale befindet sich in Ronnenberg-Empelde.

vor 1938 Baugeschäft A. Jünemann

Die Spezialfirma für Grundwasser- Fundament- Brücken- Balkon- Isolierungen und Dachdeckerarbeiten befand sich in der Deisterstraße 67., in Linden-Süd.

vor 1939 Huth Apparate Fabrik Hannover GmbH

Die Huth Apparate Fabrik Hannover GmbH von Albert Huth befand sich in der Göttinger Chaussee 76., in Linden-Süd. Während des Zweiten Weltkriegs musste die Firma von Januar bis Februar 1939 für sieben Wochen, wegen Kohle mangels, den Betrieb einstellen.

vor 1939 Bauunternehmen Karl Conradi

Die Stahlbeton-, Hoch- und Tiefbaufirma befand sich in der Küchengartenstraße 3., in Linden-Mitte. Um 1948 Ingenieurbau H. Conradi.

vor 1939 Kurz- und Weißwaren Anna und Hermann Stöter

Das Kurz- und Weißwarengeschäft von Anna und Hermann Stöter befand sich in der Göttinger Straße 55., in Linden-Süd.

vor 1939 Schrottgroßhandlung Friedrich Hörlücke

Die Geschäftsstelle und der Schrottgroßhandel mit Gleisanschluss, am Bahnhof Küchengarten, befand sich in der Limmerstraße 4 c. in Linden-Nord. Man war auch als Werksbelieferungshändler für Gussbruch und Kupolschrott, Abbrüche, Maschinen, Behälter, Kessel tätig. Die Privatwohnung von Friedrich Hörlücke befand sich in der Quirrestraße 2. in Linden-Nord.

vor 1939 Samenhandlung Wilhelm Dormann & Preuß

Die Samenhandlung von Wilhelm Dormann und seinem Partner Herrn Preuß befand sich in der Deisterstraße 39-41., in Linden-Süd. Man vertrieb vornehmlich "Asta Saat" Produkte. Um 1949 erweiterte das Unternehmen sein Sortiment noch um Obst- und Gartenbaubedarf. Um 1953 bis 1960 wurde der Betrieb als Dormann & Preuß o.H.G. Samenhandlung betrieben.

Samenfirma - Dormann & Preuß | 17.09.1940

Asta Saat - Dormann & Preuß | 26.03.1958

vor 1941 Eisenbeton Hoch- und Tiefbau Carl Käseberg

Die Geschäftsstelle des Bauunternehmens befand sich in der Beethovenstraße 4. in Linden-Mitte. Carl Käseberg war Maurermeister.

1945 Möbel Hesse

Am 1. September 1945 meldete Robert Hesse ein Gewerbe für den Verkauf von Möbeln und Einrichtungsgegenständen an. Verkauft wurde zweimal wöchentlich (dienstags und freitags), aus einer Garage in der Röttgenstraße 10. in Linden-Nord.

Im Juni 1948 eröffnete Robert Hesse die “Möbel-Passage“ Am Küchengarten. Zwei weitere Verkaufsstellen werden eröffnet und die ersten Mitarbeiter eingestellt. In den 1950er und 1960er-Jahren musste die Passage, den unterirdischen Förderbändern, zur Beförderung von Kohlen für das Heizkraftwerk Linden (erbaut 1963/64) weichen. Die Familie Hesse baute deshalb 1953 an der Alten Celler Heerstraße in Hannover ein neues Möbelhaus, das 1960 zu einem modernen Einrichtungshaus ausgebaut wurde. Das Unternehmen zieht 1972 nach Berenbostel bei Hannover, auf die grüne Wiese. Dort wird am 1. Oktober 1972 der erste Wohnpark Deutschlands, mit einer Verkaufsfläche von 4000 qm eröffnet. Seit den 1970er-Jahren bis heute werden die Geschäftsräume in Berenbostel kontinuierlich um- und ausgebaut. 2015 feierte das Unternehmen 70-jähriges Firmenjubiläum.

vor 1946 Brikettvertrieb GmbH

Die Brikettvertieb Gesellschaft mit beschränkter Haftung befand sich in der Falkenstraße 30. in Linden-Mitte.

vor 1948 Wilhelm Brackhahn G.m.b.H.

Das Bauunternehmen von Wilhelm Brackhahn befand sich in der Fröbelstraße 18. in Linden-Nord.

vor 1948 Rumpelmayer Schokoladen GmbH

Die Schokoladenfabrik Rumpelmayer stand an der Badenstedter Straße 44. in Linden-Mitte.

vor 1949 Trümpler-Schrauben G. M. B. H.

Die Frima befand sich in der Posthornstraße 26., in Linden-Mitte.

Brikettvertrieb Gesellschaft mit beschr. Haftung | 09.05.1946

vor 1948 Photo-Augstein, danach Foto-Riek

Das Fotogeschäft von Friedrich Augstein (1884-1940), Vater des SPIEGEL-Verlegers Rudolf Augstein (1923-2002), befand sich vor 1948 in der Deisterstraße 15. in Linden-Mitte. Friedrich Augstein war Kamerafabrikant und Fotokaufmann. 1915 zog er mit seiner Familie aus Bingen am Rhein in Rheinland-Pfalz nach Hannover in die Podbielskistraße 310.

Friedrich Augstein war seit 1913 Inhaber und Geschäftsführer der 1921 in Hannover gegründeten Orion-Werk AG, einer Fabrik für Fotozubehör. Das Orion-Werk war der Nachfolger, der Firma Bülter & Stammer, die wiederum 1903 Nachfolger der Firma Glunz & Bülter war. Während der Weltwirtschaftskrise, kurz vor dem Bankrott 1928 verkaufte Friedrich Augstein das Unternehmen. Die Firma ging 1933 in Konkurs.

Einige Jahre schlug er sich als Fotobedarf-Handelsvertreter durch und eröffnete nach 1934 ein Fotofachgeschäft. Ab ca. 1940 gab es in der Vahrenwalder Straße 39 b., in der Hannover-Oststadt-Vahrenwald, die "Friedrich Augstein Photo-Spezial-Handlung". Später, vor 1948 zog die Firma, in die Deisterstraße 15. in Linden-Mitte und 1950 wurde nochmals mit dem Fotogeschäft in die Falkenstraße 4, in einen Neubau, ebenfalls in Linden-Mitte umgezogen.

Friedrich Augsteins Ehefrau, Gertrude Maria Augstein (?-1968) starb 1968 in Hannover. Nachdem Friedrich Augstein sein Geschäft aufgab, übernahm die Firma "Foto-Riek, Fachgeschäft für Foto, Kino und Projektion" die Geschäftsräume in der Falkenstraße 4. Foto-Riek betrieb auch Filialen am Lichtenbergplatz 2, in der Limmerstraße 2 b., und später in der Limmerstraße 51. Insgesamt hatte das Unternehmen bis zu zehn Fotogeschäfte in Hannover und auch in Gehrden bei Hannover.

Foto-Riek Falkenstraße 4 mit Frau Rohwedder
(Verkäuferin) | 1958 - © Erwin Schilling

vor 1948 Rudolf Strecker Baustoffgroßhandlung

Die Baustoffgroßhandel-Zweigniederlassung des Unternehmers Rudolf Strecker (1913-?) befand sich in der Fössestraße 85-91., in Linden-Mitte. Rudolf Strecker ließ sich nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst in Hildesheim bei Hannover, in Niedersachsen als Fuhrunternehmer nieder. Er transportierte vorwiegend Baumaterial. Später erweiterte er sein Geschäft auf den Großhandel und Transport von Zement. Sein Unternehmen hatte 16 Lastzüge und mehrere Zweigniederlassungen. Das Unternehmen belieferte seine Kunden in ganz West-Deutschland. Im Adressbuch von 1953 wird die Firma noch aufgeführt.

 

Rudolf Strecker Baustoffgroßhandlung Hannover-Linden (Fössestraße 85-91.) | 27.05.1949

1948 MARTIN BRAUN - Backmittel und Essenzen KG

1931 gründet der Konditormeister Martin Braun (1898-1963) in Berlin seine Firma "Feinbackbedarf Martin Braun". Nach neun Jahren beschäftigte er bereits über 100 Mitarbeiter. Nach dem Zweiten Weltkrieg, 1948 entsteht in München/Bayern die erste Niederlassung.

Der Firmensitz wird von Berlin nach Hannover-Linden auf das Gelände der zerstörten Mechanischen Weberei an der Blumenauer Straße 20-22., in Linden-Mitte, verlegt. 1963 stirbt der Firmengründer und 1971 zieht das Unternehmen in einen Neubau nach Hannover-Ricklingen, in die Tillystraße um.

vor 1953 Gaststätte und Restaurant Deisterpforte

Die Gaststätte mit Restaurant "Deisterpforte" wurde von Otto Meyer betrieben und befand sich in der Göttinger Straße 63., in Linden Süd.

Martin Braun Backmittel und Essenzen
Blumenauer Straße 20-22

1964-1972 Kneipe "Amsterdam", dann 1972-2008 "Barkarole".

Die "Barkarole" in der Konkordiastraße 8, in Linden-Mitte - 1964 bis 1972 unter dem Namen "Amsterdam", (zeitweise Lesbenkneipe) war eine traditionsreiche Schwulenkneipe. Der Wirt Karl-Heinz Zech (1931-2008), genannt "Carola" trat in seinen frühen Jahren als Damenimitator unter den Künstlernamen "Caroline Duprés" und "Gloria Goldin" unter anderem in Berlin und Paris/Frankreich auf. Die seit den 1960er-Jahren nur wenig veränderte Einrichtung der "Barkarole" zeigte ein lebendiges Museum schwuler Geschichte in Hannover.

Werbeanzeige - Bierbar "Amsterdam" | Mai 1965

Als am 6. November 2008 Karl-Heinz Zech verstarb wurde die Gaststätte geschlossen und nicht wiedereröffnet. Anfang 2010 wurde mit Umbauarbeiten begonnen. Nach Abschluss der Arbeiten ist die Kneipe mit der historischen Einrichtung am 19. Juni 2010 unter dem Namen "Barkarole die Schlager-Kneipe" wiedereröffnet worden.

Literatur- und Quellenverzeichnis

Andreas-Andrew Bornemann / Anzeigen / Belege / Postkarten / Text
Rainer Hoffschildt / Anzeige - Bierbar Amsterdam aus der Schwulenzeitschrift "Der Weg zu Freundschaft und Toleranz"
Erwin Schilling / Foto - Foto-Riek

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Die Betonsteine werden an ihrem letzten selbst gewählten Wohnort in den Fußweg eingelassen. Eine Messingplatte auf der Oberfläche nennt mit der Inschrift "Hier wohnte..." den Namen, den Geburtstag sowie die Umstände des Todes.
Der Künstler Gunter Demnig ist Initiator der Stolpersteine.

Adress- und Fernsprechbücher der Stadt Hannover
Agenten, Bader und Copisten. Hannoversches Gewerbe- ABC 1800-1900
| Ludwig Hoerner | Reichold Verlag | 1995
Augstein | Dieter Schröder | Siedler Verlag | 2004
Ausstellungskatalog: Abgeschoben in den Tod | Die Deportation von 1001 jüdischen HannoveranernInnen am 15. Dezember 1941 nach Riga | Julia Berlit-Jackstein, Dr. Karljosef Kreter | Hahnsche Buchhandlung Hannover | 2011
Ausstellungskatalog: Fremde Heimat. Rettende Kindertransporte aus Hannover 1938/39 | Julia Berlit-Jackstein, Florian Grumblies, Dr. Karljosef Kreter, Edel Sheridan-Quantz | Hahnsche Buchhandlung Hannover | 2015
Ausstellungskatalog: Lichtspielträume - Kino in Hannover 1896-1991 | Rolf Aurich, Susanne Fuhrmann, Pamela Müller | Gesellschaft für Filmstudien e.V. (GFS) | 1991
Ausstellungskatalog: Der Novemberpogrom 1938 in Hannover | Dr. Wolf Dieter Mechler, Carl Philipp Nies MA. | Historisches Museum Hannover (HMH) | 2008
Die Beethovenstraße 1898-1998 | IGS Hannover-Linden. Konzept, Projektleitung und Redaktion Dr. Hans Asbeck | 1998
Das Buch der alten Firmen der Stadt Hannover im Jahre 1927 | Walter Gerlach Verlag Leipzig | 1927
Das Buch der alten Firmen der Stadt Hannover 1954 | Adolf Sponholz Verlag Hannover | 1954
Geschichte der Stadt Hannover I/II | Dr. Klaus Mlynek, Dr. Waldemar R. Röhrbein | Schlütersche Verlag | 1994
1939. Hannovers Weg in den Zweiten Weltkrieg
| Wolfgang Steinweg | Verlagsgesellschaft Madsack Hannover | 1989
Hannover, Die Grosstadt im Grünen | Fr. Stadelmann | Verkehrs-Verein Hannover e.V., Hannover | 1927
Hannover, Kunst-Lexikon und Kultur-Lexikon | Helmut Knocke, Hugo Thielen | Schäfer Verlag Hannover | 1994
Kuntze & Burgheim 1928-2003 - Geschichten aus der Waschküche | Dr. Angelika Kroker | Hannover | 2003
Linden - Geschichte einer Industriestadt im 19. Jahrhundert | Walter Buschmann
August Lax Verlagsbuchhandlung Hildesheim | 1981
Namen und Schicksale der jüdischen Opfer des Nationalsozialismus aus Hannover | Peter Schulze | Verein zur Förderung des Wissens über jüdische Geschichte und Kultur e.V. Hannover | 1995
Netzwerk Erinnerung und Zukunft Region Hannover - www.erinnerungundzukunft.de
Nicht die Zeit, um auszuruhen. Dokumente und Bilder zur Geschichte der hannoverschen Arbeiterbewegung 1814-1949 | Peter Schulz | Verlag Buchdruckwerkstätten Hannover GmbH | 1990
Projekt - www.lebensraum-linden.de
Städtische Erinnerungskultur - www.erinnerungskultur-hannover.de
Stadtarchiv Hannover
Städtische Erinnerungskultur - www.erinnerungskultur-hannover.de
Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart
| Dr. Klaus Mlynek,
Dr. Waldemar R. Röhrbein | Schlütersche GmbH & Co. KG Verlag und Druckerei | 2009
The Table Tennis Collector Nr. 57. | Hans-Peter Trautmann | 2010
Wikipedia - Die freie Enzyklopädie
ZEMENTKARTELL - Zonengrenze an der Weser
| DER SPIEGEL - SPIEGEL-Verlag Rudolf Augstein GmbH & Co. KG. | 6/1956

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