Postkarten-Archiv | Andreas-Andrew Bornemann | Hannover-Linden | 2002-2017
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Mikrocephale-Menschen (Pinheads)

Maximo (1838-1913) und Bartola (1843-?) | Die letzten lebenden Azteken

Die beiden Geschwister Maximo, eigentlich Valdez Nunez Velasquez (geb. 1838 = Junge) und Bartola Velasquez (geb. 1843 = Mädchen) traten als "Azteken-Kinder" auf. Sie beeindruckten ihr Publikum durch aztekische Pianissimo-Gesänge. Wegen ihrer ungewöhnlichen Schädelmaße wurden sie weltweit bestaunt. Geboren wurden die beiden im Dorf Decora, in San Salvador, in Südamerika. Beide Geschwister waren geistig zurückgeblieben und benötigten spezielle Pflege. Ihre Mutter, Marina Espina, übergab die Kinder einem spanischen Händler namens Ramon Selva. Er versprach, die beiden, in die USA zubringen, wo sie geheilt werden sollten. Stattdessen verkaufte er Maximo und Bartola an einen amerikanischen Promoter namens Morris. Morris zog mit den Kindern 1848 durch die USA und präsentierte sie der amerikanischen Öffentlichkeit. Das Interesse an den beiden war so groß, dass ein Besuch im "Weißen Haus", in Washington D.C./USA (District of Columbia) und ein Treffen mit Präsident Millard Fillmore (1800-1874) stattfand. Auch wurde im "American Journal of the Medical Sciences" über sie berichtet.

Maximo und Bartola wurden 1853 von der Ethnologischen Gesellschaft in London/England ausgestellt. Während der dreitägigen, öffentlichen Ausstellung, kamen fast dreitausend Menschen um die beiden zu sehen. Danach traten sie auch im Buckingham Palast vor Queen Victoria (1819-1901) auf.

Während ihrer anschließenden Tour durch Europa traten sie vor dem Kaiser von Russland, dem Kaiser von Österreich sowie vor den Königen und Königinnen von Bayern, Holland und Belgien auf. Für viele Besucher waren sie in der Tat ein Beispiel, einer unbekannten Rasse, sie waren die letzten aztekischen Kinder.

Als sie schließlich wieder zurück in die USA kamen, traten sie als "The Aztec Wonders“ auf. Am 7. Januar 1867 heirateten die beiden unter dem Namen Senior Valdez Nunez und Senora Bartola Velasquez in London, obwohl sie Geschwister waren.

Maximo und Bartolo die letzten lebenden Azteken

Während ihrer USA-Tournee mit der "Barnum's Greatest Show on Earth and The Great London Circus" 1884 und 1885 war ihr Impresario (Manager) die Amerikanerin Mrs. Nellie Marsh, Matron. Sie blieb vermutlich bis nach 1891 ihr Impresario. Durch den Arzt und Pathologen Prof. Dr. Rudolf Ludwig Karl Virchow (1821-1902) und dessen Berliner Anthropologischen Gesellschaft wurden Maximo und Bartola im März 1891 in Berlin untersucht. Zuvor untersuchte er die beiden schon 1866 und 1877 während ihrer Auftritte in Deutschland. Im März 1891 traten sie auch in Castans Panoptikum in der Friedrichstraße, in Berlin-Mitte auf. Maximo und Bartolo wurden 1901 dann noch ein viertes Mal, von Prof. Dr. Rudolf Ludwig Karl Virchow in Berlin untersucht.

                          

                 Les Derniers Aztèques                     Maximo und Bartolo, die letzten                     Les Derniers Aztèques 
                    La Femme Bartola                        lebenden Azteken | 05.10.1900               L'Homme Maximo | 18.12.1905

Maximo und Bartola traten bis 1906 unter der Obhut verschiedener Impresarios (Manager) in folgenden Orten auf:

In Zürich/Schweiz waren sie vom 17. Februar bis 11. März 1901 im "Panoptikum am Unteren Mühlesteg", zusammen mit der kleinwüchsigen Michelona und siamesischen Zwillingen zu sehen. Ihr Impresario (Manager) war vermutlich der Schausteller Jakob Feigl - "Feigls Weltschau" aus Wien/Österreich. Im August 1901 traten sie im Tiergarten in Kaliningrad/Russland und am 16. November 1901 in der Reithalle am Westenhellweg in Dortmund/Nordrhein-Westfalen auf. Ab 1905 waren sie zusammen mit Amanua Kpapo (1875-1952), ihr Künstlername war "La Negresse Blanche" und den "Négres de Togo" sowie mit der Liliputanerin Princesse Nouma-Hawa (1877-1909), als Teil der "Novelty Show" des vermutlich aus Berlin stammenden Schaustellers Fritz Geissler in Belgien und Frankreich auf Tournee.

Die Tournee begann im August 1905 in Brüssel/Belgien, im "Foire du Midi", danach traten sie in Lille/Nordfrankreich vom 1. bis 28. September im "L’ Esplanade" auf. Vom 29. September bis 16. Oktober waren sie in der französischen Hafenstadt Le Havre, im "Foire Saint-Michel" und ab dem 22. Oktober im "Foire Saint-Romain", in der Hafenstadt Rouen in Frankreich zusehen.

Danach traten beide mit derselben Formation, als "Exposition Antropologique" ab dem 20. November 1905 in Tours und ab 29. Dezember in Bordeaux (Rue Sainte Catherine) und in Neuilly (Fête de Neuilly), alles in Frankreich, auf. Im Dezember 1906 gastierte man in Deutschland auf dem Hamburger Dom in Hamburg St. Pauli. Maximo starb 1913, wann Bartola ist unbekannt.

Literatur- und Quellenverzeichnis:
Ich bedanke mich für die Informationen bei der Autorin und Journalistin Rea Brändle aus Zürich/Schweiz.

                     

                  Maximo und Bartolo                                                                                         Maximo und Bartolo 
           die letzten lebenden Azteken                                                                            die letzten lebenden Azteken

The 2 Small Heads "die letzten weiblichen Azteken"

Den großen Erfolg der beiden Geschwister Maximo und Bartolo Velasquez nutzte der aus Duisburg in Nordrhein-Westfalen stammende Schausteller Carl-Heinrich Schäfer (1901-?) aus.

Passage-Panoptikum - The 2 Small Heads

Er betrieb unter anderem "Carl-Heinrich Schäfers Liliputstadt" und präsentierte im "Berliner Passage-Panoptikum" seine beiden "The 2 Small Heads - die letzten weiblichen Azteken".

Siehe auch: Liliputaner-Ensemble und Liliputaner-Schauen 

The 2 Small Heads - Passage-Panoptikum

Asra/Assra "Zwerg-Aztekin"

Die Mikrocephale-Liliputanerin Asra/Assra warb als "Zwerg-Aztekin" und als "Frau mit dem Vogelkopf". Sie war nur 63 cm groß, wog sieben Kilogramm und stammte vermutlich aus Wien in Österreich. Sie trat schon als Kind um 1910 im Wiener Prater auf. Asra bereiste Europa und trat auch in den USA auf. An den Osterfeiertagen im April 1914 war sie in einem eigens erbauten indischen Tempel in der Lattermannsallee, in Laibach/Österreich-Ungarn, heute Ljubljana in Slowenien zusehen.

                      

             Assra, die Zwerg-Astekin,             Andenken an "Asra" die Zwergaztekin                  Souvenier de Asra, 
             63 cm hoch, 7 Kilo schwer                                                                            la poupèe vivante | 11.08.1914

weitere Mikrocephale-Menschen

                        

           Passage-Panoptikum, Berlin                    Die drei einzig lebenden 
        Die drei einzig lebenden Azteken             Mikrocephalen-Geschwister!
                        10.06.1906                                        17.04.1905

Literatur- und Quellenverzeichnis

Andreas-Andrew Bornemann / Postkarten / Text

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Laibacher Zeitung | 04/1914
Nayo Bruce. Geschichte einer afrikanischen Familie in Europa. | Rea Brändl | Zürich/Schweiz | 2007
Prodigies: Anomalous Humans | James G. Mundie | Philadelphia, Pennsylvania/USA
Show Freaks und Monster. Sammlung Felix Adanos | Hans Scheugl | Verlag: DuMont Buchverlag | 1978

Stefan Nagel - www.riesendame.blogspot.com / www.schaubuden.de
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