Postkarten-Archiv | Andreas-Andrew Bornemann | Hannover-Linden | 2002-2017
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© Postkarten-Archiv | Andreas-Andrew Bornemann | Hannover-Linden | 2002-2017

Sammlung - Peter Klasen | Das Militär im wilhelminischen Kaiserreich

Das Heer und die Marine blieben abgesehen von der Bewilligung der nötigen Finanzmittel nach der Verfassung weitgehend der Verfügungsgewalt des preußischen Königs beziehungsweise des Kaisers unterstellt. Die Grenzen der absolutistisch anmutenden „Kommandogewalt“ waren dabei kaum definiert. Das Militär blieb daher eine der zentralen Stützen der Monarchie. Unterhalb des „obersten Kriegsherren“ existierten mit dem Militärkabinett, dem preußischen Kriegsministerium und dem Generalstab drei Institutionen, die zeitweise um Kompetenzen stritten. Insbesondere der Generalstab unter Helmuth Karl Bernhard von Moltke (1800-1891) und später Alfred Heinrich Karl Ludwig Graf von Waldersee (1832-1904) versuchte Einfluss auch auf politische Entscheidungen zu nehmen. Dasselbe gilt auch für Alfred Peter Friedrich von Tirpitz (1849-1930) in Marinefragen.

Die Armee richtete sich nicht nur gegen äußere Feinde, sondern sollte nach dem Willen der militärischen Führung auch im Innern etwa bei Streiks zum Einsatz kommen. In der Praxis wurde sie allerdings bei Streiks kaum eingesetzt. Gleichwohl bildete die Armee als Drohpotential einen nicht zu unterschätzenden innenpolitischen Machtfaktor. Die enge Verbundenheit mit der Monarchie spiegelte sich zunächst noch im stark adelig geprägten Offizierskorps wider. Auch später behielt der Adel eine starke Stellung unter den Führungsrängen im Militär, allerdings drang im mittleren Bereich mit der Vergrößerung der Armee und der Flotte der bürgerliche Anteil stärker vor. Die entsprechende Auswahl und die innere Sozialisation im Militär sorgten allerdings dafür, dass auch das Selbstverständnis dieser Gruppe sich kaum von der ihrer adeligen Kameraden unterschied.

                          

    Generalfeldmarschall v. Falkenhayn                       Generalfeldmarschall                   Generalfeldmarschall von Eichhorn 
                        26.03.1917                        Gottlieb Graf von Haeseler | 28.05.1915                         28.08.1916

Zwischen 1848 und 1860 hat die deutsche Gesellschaft das Militär eher mit Misstrauen betrachtet. Dies änderte sich nach den Siegen 1864 (Deutsch-Dänischer Krieg) und 1871 (Deutsch-Französischer Krieg) fundamental. Es wurde zu einem zentralen Element des entstehenden Reichspatriotismus. Kritik am Militär galt als unpatriotisch. Dennoch unterstützten die Parteien eine Vergrößerung der Armee nicht unbegrenzt. So erreichte man erst 1890 mit einer Friedenspräsenzstärke von fast 490.000 Mann ihre von der Verfassung vorgegebenen Stärke von 1% der Bevölkerung. In den folgenden Jahren wurden die Landstreitkräfte weiter umfangreich verstärkt. Zwischen 1898 bis 1911 forderte die Flottenaufrüstung Einschränkungen beim Landheer.

                        

        Generalfeldmarschall v. Bülow           Generalfeldmarschall Freiherr Colmar         Generalfeldmarschall v. Mackensen
                       08.10.1915                               von der Goltz | 11.02.1915                                   08.12.1916

Bemerkenswert ist, dass sich in dieser Zeit der Generalstab selbst gegen einen Ausbau der Truppenstärke gewandt hatte, weil der Generalstab eine Verstärkung des bürgerlichen zu Lasten des adeligen Elements im Offizierskorps befürchtete. Das Heer gewann einen starken gesellschaftlichen Nimbus. Das Offizierskorps im Kaiserreich galt in weiten Teilen der Bevölkerung als „Erster Stand im Staate.“ Dessen Weltbild war dabei geprägt von der Treue zur Monarchie, dem Vaterland und der absoluten Verteidigung der Königsrechte, es war konservativ, antisozialistisch und grundsätzlich antiparlamentarisch geprägt. Dieser militärische Verhaltens- und Ehrenkodex reichte weit in die Gesellschaft hinein. Auch für viele Bürger wurde der Status eines Reserveoffiziers zu einem erstrebenswerten Ziel. Von Bedeutung war das Militär zweifellos auch für die innere Nationsbildung. Der gemeinsame Dienst verstärkte die Integration der katholischen Bevölkerung in das protestantisch geprägte Kaiserreich. Selbst die Arbeiter blieben gegenüber der Ausstrahlung des Militärs nicht immun. Dabei spielte der lange Wehrdienst von drei Jahren bei der „Schule der Nation“ eine prägende Rolle. Heinrich Manns (1871-1950) Der Untertan (1918), der Hauptmann von Köpenick (1906) oder die Zabern-Affäre (1913) machen die Bedeutung des Militarismus in der Gesellschaft deutlich.

Aus großer Zeit | Wilhelm II. mit seinen Generälen

Generaloberst von Heeringen mit seinem Stabe | 21.02.1916

Im Deutschen Kaiserreich wurden die neuen Kriegervereine zu Trägern einer militaristischen Weltanschauung, welche Breitenwirkung, diese entfalteten, zeigt die Mitgliederzahl von 2,9 Mio. im Kyffhäuserbund 1913. Der Bund war damit die stärkste Massenorganisation des Kaiserreichs. Der Bund ging 1900 aus dem Ständigen Ausschuss der vereinten deutschen Kriegerverbände für die Verwaltung des Kaiser-Wilhelm-Denkmals auf dem Kyffhäuser hervor und wurde als Dachverband der deutschen Kriegervereine gegründet. Die vom Staat geförderten Kriegervereine sollten die militärische, nationale und monarchische Gesinnung pflegen und ihre Mitglieder gegenüber der Sozialdemokratie immunisieren.

Der Kyffhäuser ist ein Mittelgebirge südöstlich des Harzes im Thüringer Kyffhäuserkreis sowie im sachsen-anhaltischen Landkreis Mansfeld-Südharz, das eine Höhe von bis zu 473,6 m ü. NN erreicht und sich über rund 70 km² erstreckt.

Im Großen Hauptquartier im Januar 1917 | 27.03.1917

Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg (1847-1934)

Paul Ludwig Hans Anton von Beneckendorff und von Hindenburg, geboren am 2. Oktober 1847 in Posen (heute Polen); und gestorben am 2. August 1934 auf Gut Neudeck in Ostpreußen war Militär und Politiker. Im Ersten Weltkrieg stieg er zum Generalfeldmarschall auf und übte als Chef der Obersten Heeresleitung von 1916 bis 1918 quasi-diktatorisch die Regierungsgewalt aus. Er wurde 1925 zum zweiten Reichspräsidenten der Weimarer Republik. 1932 wurde er wiedergewählt und ernannte am 30. Januar 1933 Adolf Hitler (1889-1945) zum Reichskanzler.

                            

   Generalfeldmarschall von Hindenburg        Aufgenommen von Ihrer Majestät der        Generalfeldmarschall von Hindenburg
                        15.02.1915                  Kaiserin und Königin im Juli 1915 | 13.10.1915                       05.03.1917

weitere Militärs

                           

        General von Emmich | 19.03.1917               General Dankl | 14.11.1914               General der Infanterei von Linsingen 
                                                                                                                                                   13.09.1917

                         

      General der Artillerie von Gallwitz            General der Artillerie von Scholtz             General der Infanterie von Beseler
                        10.11.1916                                          03.04.1916                                            10.11.1915

Der Kaiser ruft, nun muss ich fort | 01.07.1915

Dem Feinde Trutz, Gott Preis und Ehr! | 12.02.1916

                       

              Generaloberst v. Kluck                          Generaloberst von Einem                      Generalleutnant Ludendorff
                       06.04.1915                                            26.10.1915                                             24.07.1915

                         

 Generalstabschef Conrad von Hötzendorf            Generaloberst von Woyrsch                General der Infanterie Litzmann
                       20.12.1915                                            10.01.1916                                             09.06.1916

Des Königs Grenadiere | 30.12.1915

Frisch auf mein Volk!... | 24.10.1914

                           

     General von Francois | 21.07.1916       General v. Bissing Gouverneur von Belgien         Feldmarschall Graf Waldersee
                                                                                   26.05.1915                                            22.05.1902

                           

 General der Infantrie Exellenz v. Mudra          Generaloberst von Falkenhausen                  Generaloberst von Herringen
                       01.04.1916                                             02.06.1915                                              03.02.1917

                        

    Morgenrot, Morgenrot, leuchtest mir               Mit Gott für Kaiser und Reich               Wie könnt ich Dein vergessen!
         zum frühen Tod | 30.12.1918                                14.05.1906                                          26.03.1916

                            

     General der Infanterie Moritz Ritter           General der Artillerie von Kirchbach                      General von Lüttwitz
                   von Auffenberg

                            

Riemann, General d. Infranterie und komm.      Generalleutnant Ritter von Huller                    General d. Inf. von Strantz
 General des 8. Armeekorps - 11.06.1916    Kommandeur der 3. Bayer. Inf. Division                           15.09.1916

                         

   Durch Kampf durch Sieg! | 04.12.1916           Gruß aus dem Schützengraben!                    Mit Gott - auf Wiedersehn!
                                                                       Jetzt gehts wieder feste druff!                                29.05.1916
                                                                                    17.01.1916

                         

     General der Infranterie von Lochow         Graf Bothmer der kommandierende       
                                                             General eines bayrischen... | 18.06.1916

Die Kaiserliche Marine

Literatur- und Quellenverzeichnis

Andreas-Andrew Bornemann / Text
Peter Klasen (1962-2015)
 / Postkarten

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