Postkarten-Archiv | Andreas-Andrew Bornemann | Hannover-Linden | 2002-2017
Olaf Fønss
http://www.postkarten-archiv.de/olaf-f-nss.html

© Postkarten-Archiv | Andreas-Andrew Bornemann | Hannover-Linden | 2002-2017

Olaf Fønss (1882-1949) | Homunculus (D 1916 | 1917)

Olaf Fønss (Olaf Fönss) wurde am 17. Oktober 1882 in Århus/Dänemark geboren. Er war ein bekannter Schauspieler.

Olaf Fønss kam 1899 nach Kopenhagen/Dänemark und hatte dort 1903 sein Theaterdebüt am Dagmarteatret. 1912 beendete er seine Theaterlaufbahn und ging zum Film. Bis 1915 war er bei der Filmgesellschaft Nordisk Film A/S und trat in wichtigen dänischen Produktionen auf, so in der Gerhart-Hauptmann-Verfilmung Atlantis (1913) und dem frühen Antikriegsfilm Die Waffen nieder! (1914), Regie: Holger Madsen (1878-1943).

Olaf Fønss ging 1916 nach Berlin, wo er von Otto Rippert (1869-1940) mit der Hauptrolle in dessen sechsteiliger Filmreihe um das künstliche Geschöpf Homunculus (1916-1917) besetzt wurde. In den folgenden Jahren drehte er wieder in Dänemark und realisierte 1919 Seelenqualen (1919), ein Ein-Personen-Film ohne Zwischentitel. Unter der Regie von Friedrich Wilhelm Murnau (1888-1931) übernahm Olaf Fønss die Hauptrolle in Der Gang in die Nacht (1920). Er spielte bis zum Ende seiner Schauspielerkarriere in Deutschland, bekam seine letzte Hauptrolle jedoch bereits 1921 in Joe Mays (1880-1954) Monumentalfilm Das indische Grabmal (1921).

Er trat nur noch in vereinzelten Filmen auf, danach war seine Film-Karriere beendet. In den 1930er-Jahren engagierte er sich mit zwei Filmen für die dänischen Sozialdemokraten. In den Jahren von 1933 bis 1947 war Olaf Fønss Vorsitzender des dänischen Schauspielerverbandes und fungierte als Filmzensor. Er schrieb sieben Bücher über seine Erfahrungen beim Film.

Olaf Fønss starb am 3. November 1949 in Kopenhagen.

Ross Verlag 404/1

Filmografie (Auswahl | Fettdruck = im Archiv)

  • 1913: Atlantis
  • 1914: Die Waffen nieder! (Ned Med Vaabnene)  
  • 1918: Armer Bajazzo
  • 1918: Der Tag der Vergeltung (Dommens dag)
  • 1921: Der Gang in die Nacht
  • 1921: Das indische Grabmal
  • 1923: Der unbekannte Morgen
  • 1926: Die Waise von Lowood
  • 1929: Ich lebe für Dich
  • 1929: Die seltsame Vergangenheit der Thea Carter

Homunculus (1916-1917)

  • 1916: Homunculus I.
  • 1916: Homunculus II.
  • 1916: Homunculus III.
             Die Liebestragödie des Homunculus
  • 1916: Homunculus IV.
              Die Rache des Homunculus
  • 1916: Homunculus V.
             Die Vernichtung der Menschheit
  • 1917: Homunculus VI.
             Das Ende des Homunculus

Portrait und Szenenkarten

Olaf Fønss in seiner Rolle "Armer Bajazzo" | D 1918
Film Sterne Verlag 595/3

Olaf Fønss in seiner Rolle "Armer Bajazzo" | D 1918
Film Sterne Verlag 595/6

Olaf Fønss in seiner Rolle "Armer Bajazzo" | D 1918
Film Sterne Verlag 595/4

Homunculus (D 1916 | 1917)

Die sechsteilige Filmreihe um das künstliche Geschöpf Homunculus, entstanden und veröffentlicht 1916/17, erfreute sich während des Ersten Weltkriegs eines enormen Erfolgs und war der erste deutsche Monumentalfilm. Die Titelrolle wird durch den dänischen Schauspieler Olaf Fønss (1882-1949) verkörpert. Homunculus, ein Ausgestoßener, der "nach Liebe dürstet, die ihn aus seiner schicksalhaften Einsamkeit befreien soll", ist ein erster Vorläufer der späteren Filme um Frankensteins Monster. Die Premiere fand am 18. August 1916 in Berlin statt. Regie führte Otto Rippert (1869-1940), das Drehbuch schrieb Robert Reinert (1872-1928), die Kamera führte Carl Hoffmann (1881-1974), und produziert wurde der Film von der Deutschen Bioscop GmbH in Berlin, unter der Leitung von Hanns Lippmann (1890-1929). Es spielten unter anderem Fern Andra (1893-1974), Maria Carmi (1880-1957), Aud Egede Nissen (1893-1974), Olaf Fønss, Friedrich Kühne (1870-1958) und Theodor Loos (1883-1954).

Olaf Fønss als Homunculus | Herm. Leiser Verlag 9183
08.04.1918

Olaf Fønss als Homunculus | Herm. Leiser Verlag 9666

Die Werbe-Plakate für die Filmreihe entwarf Hans Zoozmann. Er zählte zu den Pionieren des deutschen Trickfilms und entwarf sehr viele Filmplakate. Von 1946 bis 1980 war Hans Zoozmann Mitglied im Berufsverband Bildender Künstler Berlins.

Es gab folgende sechs Teile: Homunculus I., Homunculus II. - Das geheimnisvolle Buch, Homunculus III. - Die Liebestragödie des Homunculus, Homunculus IV. - Die Rache des Homunculus, Homunculus V. - Die Vernichtung der Menschheit, alle aus dem Jahr 1916 und Homunculus VI. - Das Ende des Homunculus aus dem Jahr 1917. 1920 brachte die Decla Bioscop GmbH Berlin, eine dreiteilige, gekürzte Neufassung mit teilweise geänderten Zwischentiteln in die Kinos. Teil I.: Der künstliche Mensch: sechs Akte, 2229 m, 97 min. - Teil II.: Die Vernichtung der Menschheit: sechs Akte, 2135 m, 93 min. - Teil III.: Ein Titanenkampf: sechs Akte, 1951 m, 93 min. Gesamtlänge der Neufassung: 6315 m, 275 min.

Literatur- und Quellenverzeichnis

Andreas-Andrew Bornemann / Postkarten / Text

Wer etwas zu berichten oder zu berichtigen hat kann sich gerne beteiligen.
Einfach eine E-Mail an mich senden und mitmachen.

Collector's Homepage - www.cyranos.ch
Wikipedia - Die freie Enzyklopädie