Postkarten-Archiv | Andreas-Andrew Bornemann | Hannover-Linden | 2002-2017
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Saalbau Hannover (Metropol-Theater) | Saalbau Konzert-Etablissement

Saalbau Hannover (Metropol-Theater | Metropol-Lichtspieltheater GmbH)

Der Saalbau Hannover wurde 1894 in der Oberstraße 7, in der Hannover-Nordstadt erbaut und war mit 1100 Sitzplätzen eine der größten Veranstaltungshallen der Stadt. Im Februar 1899 trat das "Damen-Orchester Quinta" aus Chemnitz/Sachsen auf.

Gruss vom Metropol-Theater
Biertunnel zur Baumannshöhle | 09.09.1901

Gruss aus dem Metropoltheater Oberstr. 7.,
"Bellermann - Eduard Bellermann" | 30.01.1904

Metropol-Theater

Der "Saalbau" mit Hannovers größtem Konzertsaal und dem "Biertunnel zur Baumannshöhle" wurde 1900 geschlossen und wenig später als "Metropol-Theater" wiedereröffnet. Der ehemalige Hofschauspieler Max Walden (1861-?), eigentlich Max Simonsohn war 1904 Direktor des Theaters. Zuvor war er als Schauspieler und Oberregisseur am "Deutschen Theater" in der Reuterstraße 10., in Hannover tätig. L. Piorkowski, genannt Piori war 1905 Direktor und 1910 wurde das Stück "Der Graf von Monte Christo" von Alexandre Dumas (1802-1870) aufgeführt.

In den Jahren 1901, 1905, 1911/12 und 1914 fanden im Metropol-Theater internationale Ringkampfveranstaltungen statt. Veranstalter war der Internationale Ringer Verband (IRV Berlin) aus Berlin.

Prosit Neujahr! - Gruss aus dem Metropol-Theater | 01.01.1905
  Oberstr. 7. am Klagesmarkt - Direction L. Pirokowski = Piori

Metropol-Theater - Der Fund in der Eilenriede
"Der Einbruch im Rheinischen Hof"

Vereinigte Theater-Lichtspiele

Ab 1912/13 wurde das "Metropol-Theater" zu einem Lichtspielhaus (Kino) mit 1160 Plätzen umgebaut und in "Vereinigte Theater-Lichtspiele" umbenannt. Vermutlich schon vor 1918 betrieb die Hagen & Sander KG das Kino. Inhaber und Geschäftsführer des Unternehmens war Hermann Hagen. Die Hagen & Sander KG betrieb auch schon das 1912 gegründete Lichtspielhaus - "Vereinigte Theater-Lichtspiele" - in der Hildesheimer Straße 11., in der Hannover-Südstadt.

Siehe auch: Vereinigte Theater-Lichtspiele

Durch die Übernahme der Hagen & Sander KG durch die Universum Film AG (UFA) aus Berlin entstand 1922 die "Vereinigte Theater-Lichtspiele Hagen & Sander GmbH", eine Tochtergesellschaft der Universum Film AG (UFA) mit Sitz in Hannover. Laut Adressbuch von 1927 bis 1936 betrieb die Vereinigte Theater-Lichtspiele Hagen & Sander GmbH nun das Kino unter dem Namen "UFA-Theater". Das Gebäude wurde 1936 komplett renoviert und das Kino nannte sich weiterhin "UFA-Theater".

Metropoltheater Hannover - Krone u. Fessel | 06.09.1908

Das sensationelle Ausstattungs-Melodrama
Zweimal gelebt. Metropoltheater Hannover | 11.07.1910

Metropol-Lichtspieltheater GmbH

Während des Zweiten Weltkriegs, 1943 wurde das Haus bei einem Luftangriff zerstört und etwas versetzt mit 550 Plätzen als "Metropol-Lichtspieltheater GmbH", mit neuem Eingang am Engelbosteler Damm 5, wieder aufgebaut. Das Kino hatte nun eine acht Meter breite Schumann-Breitwand-Leinwand und eine Stereo-Tonanlage mit einem Klangfilmverstärker. Ab 1949 war Georg H. Will aus Bergen-Belsen bei Celle, in Niedersachsen Inhaber des Kinos. Anfang der 1960er-Jahre wurde das Lichtspielhaus dann geschlossen.

Saalbau Konzert-Etablissement, später Rollschuh-Palast

Im "Saalbau Konzert-Etablissement" an der Hildesheimer Straße 45., in der Hannover-Südstadt gab es schon 1905 einzelne Filmvorführungen. Das Konzert-Etablissement wurde allerdings hauptsächlich für Tanzveranstaltungen und Bälle genutzt. Filme waren damals nur Bestandteile ganzer Abendprogramme, etwa in Kombination mit einer Damenkapelle oder mit einem Damenringkampf. 1906 war Christian Mühlhause Inhaber des "Saalbau Konzert-Etablissement". Und 1908 fand hier die Ringkampfveranstaltung "Internationale Ringkampf-Konkurrenz" statt. Veranstalter war der Internationale Ringer Verband (IRV Berlin). 1909 wurde der "Saalbau" geschlossen und als "Rollschuh-Palast" wiedereröffnet.

Saalbau Konzert-Etablissement (Hildesheimer Straße 45)
28.12.1906

Gruss aus dem Rollschuh-Palast Hannover - American Roller Rink Co. - C. P. Crawford / F. A. Wilkins Generaldirektoren
08.11.1911

Im "Rollschuh-Palast" fand 1914 die "7. Große Internationale Ringkampf-Konkurrenz", Ringkampfveranstaltung statt. Veranstalter war wieder der Internationale Ringer Verband (IRV Berlin). Betreiber des Hauses war nun August Grimme, 1929/30 wurde aus dem "Rollschuh-Palast" dann das "Luna-Imperator-Lichtspieltheater" und ab dem 27. März 1937 der "Gloria-Palast" mit 583 Sitzplätzen.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Kino 1943 ausgebombt und nach dem Krieg bereits 1945 wieder aufgebaut. Der "Gloria-Palast" wurde am 31. Januar 1980 geschlossen; vor der Schließung wurden auf der Breitfilmleinwand noch einmal alte Monumentalfilme gezeigt: “Vom Winde verweht“, “Quo Vadis?“, “Der Untergang des Römischen Reiches“, “Dr. Schiwago“, sowie “Die zehn Gebote“ und “Ben Hur“. Das Gebäude wurde abgerissen und an seiner Stelle entstand ein Hotelneubau.

Literatur- und Quellenverzeichnis

Andreas-Andrew Bornemann / Postkarten / Text

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Adress- und Fernsprechbücher der Stadt Hannover
Ausstellungskatalog: Lichtspielträume - Kino in Hannover 1896-1991 | Rolf Aurich, Susanne Fuhrmann, Pamela Müller | Gesellschaft für Filmstudien e.V. (GFS) | 1991
Geschichte der Stadt Hannover II | Dr. Klaus Mlynek, Dr. Waldemar R. Röhrbein | Schlütersche Verlag | 1994
1939. Hannovers Weg in den Zweiten Weltkrieg | Wolfgang Steinweg | Verlagsgesellschaft Madsack Hannover | 1989
Hannover, Die Grosstadt im Grünen | Fr. Stadelmann | Verkehrs-Verein Hannover e.V., Hannover | 1927
Hannover, Kunst-Lexikon und Kultur-Lexikon | Helmut Knocke, Hugo Thielen | Schäfer Verlag Hannover | 1994
Heimatfront Hannover - Kriegsalltag 1914-1918 | Schriften des Historischen Museums Hannover (HMH) | 2014
Stadtarchiv Hannover
Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart | Dr. Klaus Mlynek, Dr. Waldemar R. Röhrbein | Schlütersche GmbH & Co. KG Verlag und Druckerei | 2009
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