Postkarten-Archiv | Andreas-Andrew Bornemann | Hannover-Linden | 2002-2017
Stadthalle Hannover | Stadthallengarten
http://www.postkarten-archiv.de/stadthalle-hannover-stadthallengarten.html

© Postkarten-Archiv | Andreas-Andrew Bornemann | Hannover-Linden | 2002-2017

Stadthalle Hannover | Stadthallengarten

Um das Stadthallen | Stadthallengarten-Archiv anzuschauen - bitte den Archiv-Link öffnen.
Archiv - Stadthalle Hannover | Stadthallengarten

Die Stadthalle Hannover - heute: Hannover Congress Centrum (HCC) wurde von 1911 bis 1914 auf einem ehemaligen Militärgelände in der nähe, der Schackstraße (Hannover-Zooviertel), im Stil des römischen Pantheons errichtet. Die Architekten waren Paul Bonatz (1877-1956) und Friedrich Eugen Scholer (1874-1949). 1910 gründeten die Studienfreunde gemeinsam in Stuttgart/Baden-Würtemberg das Architekturbüro "Bonatz und Scholer"; diese Zusammenarbeit endete erst 1943/44.

Eröffnet wurde die Stadthalle Hannover mit ihren 160.000 qm Fläche, dem Kuppelsaal (3642 Plätze), dem Beethovensaal (753 Plätze), er soll erst seit den 1960er-Jahren Beethovensaal heißen, und dem weitläufigen Stadthallenpark am 10. Juni 1914. Zur Eröffnung fand ein Musikfest unter der Leitung des Komponisten, Pianisten und Dirigenten Max Reger (1873-1916), eigentlich Johann Baptist Joseph Maximilian Reger, statt. Der damalige Gartenkünstler und Hannoversche Stadtgartendirektor Hermann Kube (1866-1944) hatte maßgeblichen Anteil an der Gestaltung des Stadthallengartens. Zur Jahresschau Deutscher Gartenkultur und Landschaftspflege (JaDeGa) von Juni bis Oktober 1933 erweiterte er den Stadthallengarten. Hermann Kube war von 1913 bis 1934 Stadtgartendirektor in Hannover.

Stadthalle | 20.02.1920

Stadthalle Hannover - Grüner Köppensaal | 25.06.1919

Der Erste Weltkrieg

Während des Ersten Weltkriegs wurde die Deckung der kupfernen Kuppel zur Herstellung von Führungsringen für Granaten verarbeitet und erst 1925 wiederhergestellt.

Vom 22. Dezember 1916 bis zum 8. Juli 1917 wurde die “Kriegsausstellung“, es handelte sich bei der Ausstellung um eine Wanderausstellung, in der Stadthalle gezeigt. Veranstalter waren das Rote Kreuz (RK) und das Stellvertretende Generalkommando des X. Armeekorps Hannover. Die Ausstellung war täglich von 9:00 Uhr bis 19:00 Uhr geöffnet. Die Eintrittsgelder und die Erlöse, der Ausstellungskataloge und Postkartenserie wurden für wohltätige Zwecke verwendet.

Die Ausstellungshalle neben der Stadthalle diente im Krieg als Lazarett. Vom 4. November 1916 bis zum 30. November 1918 wurde die Ausstellungshalle mit 140 Betten vom Zweigverein Hannover - Rotes Kreuz (RK) als Vereins-Lazarett betrieben.

Kriegsausstellung Hannover
Russische Flüchtlings-Gruppe | 07.05.1917

Der 70. Geburtstag des Generalfeldmarschalls und späteren Reichspräsidenten Paul von Hindenburg (1847-1934) wurde am 2. Oktober 1917 groß in der Stadthalle gefeiert. Die Festrede hielt der damalige Stadtdirektor Heinrich Tramm (1854-1932).

Nach dem Ersten Weltkrieg

Nach dem Ersten Weltkrieg feierten die Gewerkschaften und die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) im Stadthallengarten den "Tag der Arbeit - 1. Mai". An den Veranstaltungen sollen bis zu 12.000 Besucher teilgenommen haben. Im März 1924 findet in der Stadthalle eine Textilmesse statt. Es war die erste Messe nach der Deutschen Hyperinflation.

Stadthalle Hannover - Ausstellungshalle

Eingang zum Stadion (Eilenriedestadion) | 21.08.1924

9. Deutsches Sängerbundesfest 1924

Das 9. Deutsche Sängerbundesfest fand vom 23. bis 26. August 1924 in Hannover statt. Es war zugleich auch das erste Sängerbundesfest nach dem Ersten Weltkrieg. Mehr als 40.000 Sänger trafen sich in Hannover um gemeinsam zu singen. Zur An- und Abreise der Sänger wurden von der Deutschen Reichsbahn (DR) 90 Sonderzüge bereitgestellt. Als Veranstaltungsort dienten die Stadthalle Hannover, die Ausstellungshalle und das 1921 nach Plänen des Architekten und Stadtplaners Paul Wolf (1879-1957) erbaute "Stadion der Stadt Hannover" (Eilenriedestadion). Das Stadion fasste 25.000 Zuschauer. Das "Stadion der Stadt Hannover" wurde 1934 in "Hindenburg-Kampfbahn" umbenannt, nach dem Zweiten Weltkrieg hieß es kurzzeitig wieder "Stadion der Stadt Hannover", bis es seinen heutigen Namen "Eilenriedestadion" bekam. Auch eine Zeltstadt, auf einer Wiese neben der Stadthalle Hannover diente als Veranstaltungsort.

Siehe auch: 9. Deutsches Sängerbundesfest 1924

Stadthallenpark | 24.08.1924

Stadthalle Gartenansicht | 03.07.1928

Adolf Hitler in der Stadthalle Hannover

Auf einer Veranstaltung der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) in der Stadthalle Hannover spricht erstmals deren Vorsitzender Adolf Hitler (1898-1945) am 26. Januar 1929 in Hannover. Am 11. März 1932 hielt er seine letzte Wahlkampfrede vor der Reichstagswahl am 6. November 1932 zum 7. Deutschen Reichstag in der Stadthalle. Am 24. September 1933 hielt Adolf Hitler, mittlerweile vom Reichspräsidenten Paul von Hindenburg (1847-1934) am 30. Januar 1933 zum Reichskanzler ernannt, eine Rede auf dem Reichsführertreffen des Stahlhelmbundes (Bund der Frontsoldaten) in der Stadthalle. Am 25. Oktober 1933 hielt er dann nochmals eine Wahlkampfrede im Kuppelsaal der Stadthalle Hannover.

Auch der spätere Reichstagspräsident, Reichsluftfahrtminister und Oberbefehlshaber der deutschen Luftwaffe Hermann Wilhelm Göring (1893-1946) sowie der spätere Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda und Leiter der Reichskulturkammer Paul Joseph Göbbels (1897-1945) traten 1932 gemeinsam bei einer Veranstaltung der NSDAP in der Stadthalle auf.

Jahresschau Deutscher Gartenkultur und Landschaftspflege (JaDeGa)

Vom 24. Juni bis 10. Oktober 1933 fand die Jahresschau Deutscher Gartenkultur und Landschaftspflege (JaDeGa) im nun erweiterten Stadthallengarten statt. Die Gartenanlage wurde von Karl Wilhelm Hübotter (1895-1976) und Stadtgartendirektor Hermann Kube zur JaDeGa umgestaltet. Im März 1939 gaben die Berliner Philharmoniker unter der Leitung des Dirigenten und Komponisten Wilhelm Furtwängler (1886-1954) auf Einladung der NS-Organisation "Kraft durch Freude (KdF)" im Kuppelsaal der Stadthalle ein Konzert. Zu dieser Zeit lautete die Adresse der Stadthalle Hannover - Hermann-Göring-Platz 2.

Jahresschau Deutscher Gartenkultur | 01.08.1933

Jahresschau Deutscher Gartenkultur | 16.09.1933

Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Stadthalle und der Stadthallengarten schwer beschädigt. Am 13. August 1945 wird mit einem Konzert des Niedersächsischen Symphonieorchesters (NSO) die Wiedereröffnung des Beethovensaals gefeiert. Vom 8. bis 20. Oktober 1946 fand in der Stadthalle die Leistungsschau des Kunsthandwerks statt.

Niedersächsischer Landtag (NL)

Der, von der britschen Militärregierung am 23. August 1946 (eine Woche vor Gründung des Landes Niedersachsen) ernannte, Hannoversche Landtag tagte im Neuen Rathaus. Da nach der ersten Landtagswahl 1947 die Räume im Neuen Rathaus zu klein für die 149 Abgeordneten wurden, zog man in die Stadthalle Hannover um. Die erste Sitzung fand am 13. Mai 1947 statt. In den Jahren von 1947 bis 1961 tagte der Niedersächsische Landtag (NL) nun provisorisch im „Weißen Saal“ der Stadthalle. Da auch hier der Platz sehr beengt war, es gab weder Nebenräume für die Arbeit der Fraktionen und Ausschüsse noch Presse- und Publikumsbereiche zog der Landtag nach umfangreichen Aufbau- und Umbauarbeiten 1962 in das Leineschloss.

Erste Bundesgartenschau (BUGA) Deutschlands 1951

Am 28. April 1951 wurde im Stadthallenpark Hannover die Erste Bundesgartenschau (BUGA) Deutschlands eröffnet, die Gartenschau dauerte bis zum 31. Oktober 1951 und hatte mehr als 1,6 Mio. Besucher in den Stadthallenpark gelockt.

Hannover Bundesgartenschau

Anlässlich der BUGA wurde die 1935 von der deutschen Bildhauerin, Keramikerin und Malerin Ruth Meisner (1902-1973) geschaffene Fischreiher-Plastik, nachdem sie an ihrem alten Standort (Maschseequelle) gestohlen wurde, als Nachguss im Stadthallenpark aufgestellt. Erster Standort der Plastik war das langgezogene Wasserbecken, damals noch in der Achse der Stadthalle, in dem anstelle der Leuchtfontäne übergangsweise die Fischreiher-Plastik auf einem Steinsockel aufgestellt wurde.

Erste Bundesgartenschau Hannover
21. April - 31. Oktober 1951 | 31.07.1958

Ebenfalls anlässlich der BUGA wurde die Storchreiher-Plastik des Bildhauers Philipp Harth (1885-1968) geschaffen. Die Plastik wurde allerdings 1952 vom Stadthallenpark vor die Grundschule Entenfang in Ledeburg bei Hannover versetzt. Erst 63 Jahre später, im Oktober 2014 wurde die Skulptur nach einer zweijährigen Restaurierung wieder im Stadthallenpark aufgestellt.

Der Stadthallenkomplex wurde von Ernst Zinsser (1904-1985) und der Architekten-Gemeinschaft Brandes von 1960 bis 1963 erneuert. Die erste Veranstaltung (DGB-Bundeskongresses mit einem Konzert des Niedersächsischen Symphonieorchesters), nach dem Umbau des Kuppelsaals fand, am 23. Oktober 1962 statt. Zum 50-jährigen Jubiläum der Stadthalle 1964 wurde ein verkleinertes Becken mit 14 Fontänen des nun nicht mehr in der Achse der Stadthalle stehenden großen Bassins gebaut. Die Fischreiher-Sklupturen von Ruth Meisner und Philipp Harth wurden nun in die nahegelegenen Buschanlagen versetzt.

Stadthallenbetriebe Hannover - Weinkeller

Hannover-Stadthallengarten | 22.10.1962

Anfang der 1980er-Jahre wird die Gartenanlage als Gartendenkmal unter Schutz gestellt. Im Sommer 2014 wurde mit einer Ausstellung und Führungen "100 Jahre Stadthalle und Stadthallengarten in Hannover" gefeiert. Der Kuppelsaal wurde vom Sommer 2015 bis Januar 2016 restauriert und modernisiert. Am 27. Oktober 2016 wurde der bisherige Beethovensaal offiziell in "Leibniz Saal" umbenannt. Zuvor wurde der Saal nach historischem Vorbild von 1914 für rund 120.000 Euro renoviert.

Hannoversche Allgemeine Zeitung (HAZ) vom 24. August 1973

Die Stadthalle sollte hinter das Neue Haus. >>> zur größeren Ansicht

Literatur- und Quellenverzeichnis

Andreas-Andrew Bornemann / Postkarten / Text

Wer etwas zu berichten oder zu berichtigen hat kann sich gerne beteiligen.
Einfach eine E-Mail an mich senden und mitmachen.

Adress- und Fernsprechbücher der Stadt Hannover
Geschichte der Stadt Hannover II | Dr. Klaus Mlynek, Dr. Waldemar R. Röhrbein | Schlütersche Verlag | 1994
1939. Hannovers Weg in den Zweiten Weltkrieg | Wolfgang Steinweg | Verlagsgesellschaft Madsack Hannover | 1989
Hannover, Die Grosstadt im Grünen | Fr. Stadelmann | Verkehrs-Verein Hannover e.V., Hannover | 1927
Hannover, Kunst-Lexikon und Kultur-Lexikon | Helmut Knocke, Hugo Thielen | Schäfer Verlag Hannover | 1994
Heimatfront Hannover - Kriegsalltag 1914-1918 | Schriften des Historischen Museums Hannover (HMH) | 2014
Nach dem Krieg war immer Theater | Horst Deuker | Projekt - www.lebensraum-linden.de | 2010
Stadtarchiv Hannover
Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart | Dr. Klaus Mlynek, Dr. Waldemar R. Röhrbein | Schlütersche GmbH & Co. KG Verlag und Druckerei | 2009
Wikipedia - Die freie Enzyklopädie