Postkarten-Archiv | Andreas-Andrew Bornemann | Hannover-Linden | 2002-2017
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Stummfilm Stars | Szenen | König der Könige (USA 1927)

Während der Frühzeit des Kinos gab es noch keine zufriedenstellende Möglichkeit, Bild und Ton synchron aufzunehmen und abzuspielen. Die Filme wurden vor Publikum je nach Art der Vorführstätte von Orchester, Klavier, Pianola oder Grammophon begleitet. Stummfilme wurden auch mit einmontierten Texten, den Zwischentiteln, erzählt. Oft begleitete auch ein Filmerzähler oder Filmerklärer die Vorstellung. Trotzdem musste der Großteil der Handlung und Gefühle über die Filmbilder transportiert werden. Gestik und Mimik der Schauspieler vor allem in Dramen wirken vom heutigen Blickpunkt aus oft sehr übertrieben.

Stummfilme sind universell verständlich. Die Sprache der Schauspieler spielt keine Rolle, da sie nicht zu hören sind und Zwischentitel mit geringem Aufwand in andere Sprachen übersetzt werden können. Besonders in den USA war diese universelle Verständlichkeit ausschlaggebend, da dort sehr viele Einwanderer lebten, die des Englischen nicht mächtig waren.

Mit dem Siegeszug des Tonfilms 1928/29 wandelten sich die festen Strukturen der Filmproduktion grundlegend. Für die Schauspieler war das mit enormen künstlerischen Einschränkungen verbunden. Sie waren von nun an gezwungen immer in Richtung Mikrofon zu agieren. Auch die übertriebene Gestik und Mimik der Stummfilmdarsteller wirkte plötzlich überflüssig und unnatürlich. Ebenfalls verzichten musste man lange Zeit auch auf Außendrehs, weil Umweltgeräusche die Aufnahmen behinderten. Ob Schauspieler eine Näselstimme oder einen Sprachfehler haben, hatte noch zu Stummfilmzeiten niemanden interessiert. Doch genau das konnte jetzt eine Karriere ruinieren. Auch international agierende Schauspieler bekamen massive Probleme, wenn sie die Landessprache nicht perfekt beherrschten. Der ehemals gefragte deutsche Filmstar Emil Jannings (1884-1950) zum Beispiel erhielt keine Rollenangebote, da sein Englisch für Dreharbeiten in den USA zu schlecht war.

Der Ross-Verlag aus Berlin gab in den 1920er bis 1940er-Jahren Ansichtskarten mit Porträts von Schauspielern heraus. Einige dieser Karten gibt es hier zu sehen. Um die einzelnen Archive anzuschauen - bitte jeweils den Link öffnen.

     

Stummfilm-Szenen

Der Ross-Verlag aus Berlin gab in den 1920er bis 1930er-Jahren Ansichtskarten mit Stummfim-Szenen heraus. Einige dieser Karten gibt es hier zu sehen. Um die einzelnen Archive anzuschauen - bitte jeweils den Link öffnen.

 

König der Könige (USA 1927)

König der Könige ist ein Monumentalfilm aus dem Jahr 1927. Der Film ist eine Verfilmungen des Lebens von Jesus von Nazaret. Erzählt werden die letzten drei Lebensjahre und das öffentliche Wirken von Jesus, sowie seine Kreuzigung und Auferstehung.

Die Premiere fand am 19. April 1927 in New York City statt. Regie führte Cecil B. DeMille (1881-1959), das Drehbuch schrieb Jeanie Macpherson (1887-1946), der Kameramann war J. Peverell Marley (1901-1964). Produziert wurde der Film von der DeMille Pictures Corporation. Es spielten u. a. Henry Byron Warner (1875-1958), Dorothy Cumming (1899-1983), Ernest Torrence (1878-1933), Jacqueline Logan (1901-1983), Joseph Striker (1898-1974) und Joseph Schildkraut (1896-1964) mit.

Maria von Magdala | Jacqueline Logan | Ross Verlag 86/2

Jesus erweckt Lazarus vom Tode | H. B. Warner
Ross Verlag 86/3

Gedreht wurde der 155 min. lange Film, der 2.500.000 US $ kostete, von September 1926 bis zum 17. Januar 1927, auf der Iverson Ranch in Chatsworth und in den Culver Studios, in Culver City, Kalifornien, USA. Cecil B. DeMille gestaltete die Auferstehungsszene in einer Trickaufnahme. Zwei Sequenzen des Films, der Anfang des Films und eine Szene kurz vorm Ende, sind in Zwei-Farben-Technicolor gedreht. König der Könige entstand unter moralisch strengen Richtlinien. So wurden die beiden Hauptdarsteller Henry Byron Warner und Dorothy Cumming vertraglich verpflichtet, in einem Zeitraum von fünf Jahren ihr Image als Gottessohn und Gottesmutter nicht zu gefährden. Dies beinhaltete die Abstinenz von Ballbesuchen und Nachtclubs, das strikte Verbot von Kartenspielen, das Verbot des Besuchs von Freibädern und das Fahren mit Cabriolet. Diesen Vertrag machte sich eine anonyme Frau zunutze, als diese Regisseur DeMille unter Druck setzte, und H. B. Warners Privatleben an die Presse bringen wollte. Obwohl nichts näheres darüber bekannt ist, wurde die Frau von Cecil B. DeMille gezwungen, die USA zu verlassen. Im Jahr 1961 enstand in den USA, ein Remake des Films unter der Regie von Nicholas Ray (1911-1979).

Das Abendmahl | H. B. Warner | Ross Verlag 86/8

Jesus und der Hauptmann der Tempelwache | H. B. Warner
Ross Verlag 86/10

Unter dem Kreuze | Ross Verlag 86/12

Jesus und seine Mutter | H. B. Warner - Dorothy Cumming
Ross Verlag 86/9

Jesus auf dem Wege Golgatha | H. B. Warner
Ross Verlag 86/11

Literatur- und Quellenverzeichnis

Andreas-Andrew Bornemann / Postkarten / Text

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Historie des Ross-Verlags (Englisch) - MOVIE STAR POSTCARDS HISTORY