Postkarten-Archiv | Andreas-Andrew Bornemann | Hannover-Linden | 2002-2017
Postkarten-Archiv | Andreas-Andrew Bornemann | Hannover-Linden
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© Postkarten-Archiv | Andreas-Andrew Bornemann | Hannover-Linden | 2002-2017

Hannoversche Theater | Kinos (Lichtspieltheater) und Konzerthäuser

Königliches Hoftheater (Opernhaus)

Das Königliche Hoftheater (Opernhaus) wurde von 1845 bis 1852 im spätklassizistischen Stil an der Georgstraße, in Hannover-Mitte errichtet. Architekt war der Oberhofbaudirektor Georg Ludwig Friedrich Laves (1788-1864), der mit dem Architekten und Baubeamten Justus Heinrich Jakob Molthan (1805-1885) und dem späteren Hofbaumeister Christian Heinrich Tramm (1819-1861) eines der schönsten Gebäude der Stadt schuf. Das Opernhaus bietet heute für 1207 Zuschauer Platz.

Die erste Opernaufführung (Mozarts "Hochzeit des Figaro") fand am 5. September 1852 statt. Das Opernhaus löste das Schlosstheater im Leineschloss ab, in dem seit 1689 Opernaufführungen stattfanden. Das Haus wurde bis 1918 als königliches Hoftheater (Opernhaus) geführt, dann für kurze Zeit als Preußisches Staatstheater; seit 1921 war es eine städtische Bühne.

Gruss aus Hannover - Köngl. Theater | 26.06.1899

Der neue Vorhang im Kgl. Theater | 08.09.1899

Im Juli 1943 wurde das Opernhaus bei einem Bombenangriff fast völlig zerstört. Nach dem Wiederaufbau im historischen Stil, nach den Plänen des Hamburger Architekten Werner Kallmorgen (1902-1979) wurde es am 30. November 1950 wieder in Betrieb genommen. Von 1950 bis 1964 folgten weitere Aus- und Zubauten, unter anderem wurden die Foyerräume im Stil der Nachkriegsmoderne gestaltet. 1985 erfolgte eine Modernisierung durch den Architekten Dieter Oesterlen (1911-1994).

Hof-Theater (Opernhaus) | 27.07.1900

Hannover - Hoftheater | 19.09.1903

Mit dem Opernhaus in Hannover ist die Erinnerung an berühmte Künstler verbunden: Heinrich August Marschner (1795-1861), Hofkapellmeister von 1831 bis 1853, Hans von Bülow (1830-1894), Intendant am Opernhaus von 1877 bis 1879, Franziska Ellmenreich (1847-1931), als Schauspielerin von 1865 bis 1875 in Hannover tätig, Louis Ellmenreich (1839-1912), Schauspieler und Regisseur am Opernhaus und Albert Wilhelm Carl Niemann (1831-1917), Opernsänger, Tenor und Wagnerinterpret.

Opernhaus | 05.04.1933

weitere Opernhaus-Karten

Opernhaus | 04.09.1971

Alhambra Hotel - Kinematographentheater - Restaurant | Alhambra-Lichtspieltheater | Eden-Lichtspiele

Das Alhambra Hotel mit Kinematographentheater und später auch Restaurant befand sich in der Limburgstraße 2 und wurde am 23. März 1907 eröffnet, wann es geschlossen wurde, ist nicht bekannt. Das Restaurant wurde ab dem 24. April 1907 betrieben. Direktor des Theaters war Hans Kasprzewski.

Laut den Adressbüchern von 1927/28 bis 1942/43 war der Wurstfabrikant Fritz Ahrberg (1866-1959), Besitzer der Immobilie. Er betrieb hier eine seiner Schlachtereifilialen.

Alhambra-Lichtspieltheater | Eden-Lichtspiele

In der Bahnhofstraße 9 befand sich seit 1910 das Alhambra-Lichtspieltheater mit 230 Sitzplätzen. Von 1920 bis 1928/29 bekam das Kino den Namen Eden-Lichtspiele. Besitzer und Direktor war Henry Thies, der laut Adressbuch von 1920 und 1928/29 in der Ifflandstraße 5 wohnte. Danach wurde das Kino zur Alhambra-Lichtspieltheater GmbH. Laut Adressbuch von 1934 und 1938/39 war Frau Anna Ewald Besitzerin des Lichtspielhauses. Das Kino wurde nach 1943 geschlossen.

 

Gruss aus Hannover
Alhambra Hotel - Theater - Restaurant

Alu-Palast

Am 20. August 1947 eröffnete der Alu-Palast am Aegidientorplatz. Mit seinen 1.300 Sitzplätzen stand er neben dem Theater am Aegi. Bis 1943 stand an gleicher Stelle das UFA-Lichtspieltheater. Der Varieté-Unternehmer Alex Guidos hatte den Alu-Palast aus Leichtmetall und in transportabler Bauweise innerhalb kurzer Zeit errichten lassen. Der Alu-Palast musste 1949 wegen baupolizeilicher Mängel wieder abgebaut werden. Er wurde daraufhin nach Hamburg verfrachtet und dort wieder aufgebaut.

Apollo-Theater | Apollo-Lichtspiele

Das Apollo-Theater befand sich bis 1906 in der Schillerstraße 39. Besitzerin und Theaterdirektorin war Frau Marie Fiedler. Regelmäßig war das Hannoversche Künstler-Sextett im Theater zu Gast. 1904 fand im Theater die Ringkampfveranstaltung „Große Internationale Ringkampf-Konkurrenz" statt. Das Apollo-Theater wurde 1907 wegen finanzieller Probleme geschlossen und das Haus an die Stilts-Brauerei aus Minden verkauft, die dort dann eine Bierstube eröffnete.

Gruss vom Apollo-Theater | 01.10.1900

Hannoversches Künstler-Sextett Originelles Ensemble!
An Vielseitigkeit unübertroffen!
Direktion: Rudolf Freise | 05.11.1901

Apollo-Lichtspiele | Apollo Kino

Aus dem ehemaligen Tanzsaal Sander (vormals der Saal von Hengstmanns Restaurant) werden 1908 die Apollo-Lichtspiele (heute: Apollo Kino) mit 300 Plätzen. Der Tanzsaal Sander in der Leinaustraße/Ecke Limmerstraße 50. in Linden-Nord, ist nicht zu verwechseln mit dem späteren Saalbau Sander, wie das Volksheim des Arbeiterbildungsvereins in den 1920er-Jahren hieß.

Die erst 23-jährige Wilhelmine Kaufmann (1885-1945) eröffnete das Lichtspielhaus und übernahm 1910 mit ihrem älteren Bruder auch das Victoria-Theater in der Deisterstraße 8. (Haus zum Schwarzen Bären) in Linden-Mitte. In der Minister-Stüve-Straße 14. befand sich die Direktion beider Filmtheater. Im März 1928 zeigte man im Victoria-Theater "Pat und Patachon auf dem Pulverfass". Hauptdarsteller des 1927 produzierten Spielfilms waren Carl Schenstrøm (1881-1942) als Pat und Harald Madsen (1890-1949) als Patachon.

Beide Kinos waren 1938 Mitglied in der Reichsfilmkammer (RFK) - Mitgliedsnummer: Viktoria-Theater VII/777 und Apollo-Lichtspiele VII/778. Zu dieser Zeit hatten die Apollo-Lichtspiele 200 Sitzplätze und das Victoria-Theater 173 Sitzplätze.

...zur ausführlichen Beschreibung des Apollo-Lichtspieltheaters

Ballhof

Das Gebäude des Ballhofes wurde bereits in den Jahren 1649 bis 1664 durch Herzog Georg Wilhelm (1624-1705) errichtet. Es sollte Festen, aber auch dem Federballspiel dienen. 1664 wurde der Ballhof dem Kammerdiener des Herzogs, Francesco Maria Capellini (1640-1694) genannt Stechinelli, geschenkt. 1667 fanden im Ballhof erste Auftritte von Komödianten statt. Von 1672 bis 1852 war er der größte Veranstaltungssaal Hannovers. Das Gebäude wurde als Ausstellungsraum (auch für Tierschauen), als Theater- und Konzertraum und als Gaststätte genutzt.

Arbeitervereine

1867 begründete Heinrich Ernst August Meister (1842-1906) im Ballhof mit 17 Gesinnungsgenossen die Ortsgruppe des Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein (ADAV). Von 1867 bis 1873 war er zweiter Vorsitzender der Organisation. Bereits 1865 war er Mitbegründer des Allgemeinen Deutschen Zigarrenarbeiterverbandes gewesen. 1890 wurde im Ballhof der Verband der Fabrikarbeiter Deutschlands, Fabrikarbeiterverband (FAV) genannt, gegründet. Am 29. Juni 1890 kamen Vertreter ungelernter Arbeiter aus 28 Orten des Deutschen Reiches zum Kongress aller nichtgewerblichen Arbeiter Deutschlands zusammen. Am 1. Juli 1890 wurde infolge dieses Kongresses der Verband der Fabrik-, Land- und gewerblichen Hilfsarbeiter Deutschlands mit Sitz in Hannover gegründet. Die Nachfolgeorganisation war die 1946 in Hamburg für die britische Besatzungszone gegründet Industriegewerkschaft Chemie-Papier-Keramik (IG CPK), heute IG Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) mit Sitz in Hannover.

National-Theater-Restaurant und Fritz Haarmann

Anfang 1920 war das umliegende Viertel mit dem Altstadtkern von verfallener mittelalterlicher Bausubstanz geprägt. Es wurde von Angehörigen der unteren Sozialschichten bewohnt, die hygienischen Bedingungen waren katastrophal. Zu Beginn der Weimarer Republik fand im Ballhof für wenige Jahre von 1919 bis etwa 1922 ein für diese Zeit recht offenes und reges schwul-lesbisches Leben statt. Im Ballhof befand sich 1919 die erste öffentlich bekannte Schwulenkneipe Hannovers, das "National-Theater-Restaurant". Fritz Haarmann (1879-1925) sagte in seinem Prozess aus: "Frauen haben da keinen Zutritt." Ob dies stimmt, ist nicht belegt, aber wahrscheinlich. Dort traf er sich mit seinem Freund Hans Grans (1901-1975). Fritz Haarmann, der mindestens 24-fache Mörder, wurde 1925 im Gerichtsgefängnis Hannover, hinter dem Hauptbahnhof (Hbf) in Hannover-Mitte, am Raschplatz geköpft.

Hitler-Jugend (HJ) | Bund Deutscher Mädel (BDM) Heim

Von 1936 bis 1939 fanden umfangreiche Renovierungs- und Restaurierungsarbeiten am Ballhof statt. Nach Plänen des Architekten Wolfram von Erffa (1901-1980) wurde der Ballhof umgestaltet. Bei der Sanierung, wurden die Fachwerkhäuser ringsherum abgerissen und nur das Ballhofgebäude blieb stehen. Das abgebrochene Fachwerk wurde wiederverwendet.

Die Absicht der Nationalsozialisten bestand darin, die "rote" Arbeiterwählerschaft des Viertels zu zerstreuen.

Am 2. Juli 1939 wurde der Ballhof ein Heim der Hitler-Jugend (HJ) und das umgesetzte, sogenannte "Spittahaus" als Heim des Bundes Deutscher Mädel (BDM) genutzt. Im Krieg wurde der Ballhof zunehmend für Veranstaltungen zur Erfassung und Mobilisierung der hannoverschen Jugend für die Wehrmacht und die Schutzstaffel (SS) genutzt. Nachdem 1943 beide bespielten Häuser der Niedersächsischen Staatstheater infolge der Bombenangriffe während des Zweiten Weltkriegs zerstört worden waren, zog das Ensemble in den Ballhof um.

Ballhofplatz mit HJ. Heim

Die erste Nachkriegs-Theateraufführung in Hannover, fand 1946 im Ballhof statt. In den Jahren 1973/74 wurde der Ballhof dann zu einem Kammerspieltheater umgebaut.

Der Ballhofbrunnen entstand 1975 und wurde von dem Münchener Bildhauer Helmut Otto Schön geschaffen. Der Bildhauer widmete den Brunnen dem deutschen Komponisten und Musikpädagogen Carl Orff (1895-1982) zum achtzigsten Geburtstag. Eine Gebäudeerweiterung fand 1990 statt, bei der ein weiteres, kleineres Theater mit der Bezeichnung "Ballhof zwei" entstand.

Bis zur Einweihung des neuen Schauspielhauses in der Prinzenstraße 1992 war der Ballhof die Hauptspielstätte des Schauspiels des Niedersächsischen Staatstheaters. Der Ballhof gehört zum Niedersächsischen Staatstheater (Schauspiel Hannover). Der "Ballhof eins" hat 300 Plätze. Hier werden modernere und experimentellere Stücke aufgeführt. Der "Ballhof zwei" hat 130 Plätze und wird für Jugendinszenierungen und Jugendtheater genutzt. Vor dem Ballhof finden auch Musikveranstaltungen statt.

Bellevue, Crystall-Palast, später Zigarettenfabrik, dann Herrenhäuser Brauerei-Gaststätte

Der Crystall-Palast wurde von 1912 bis 1914 auf dem Grundstück des abgebrochenen und 1896 eröffneten Café-Bellevue-Festsäle vom Gastwirt und Hotelier Heinrich Battermann errichtet. Heinrich Battermann betrieb unter anderem auch in der Gr. Packhofstraße 11-12 ein Hotel mit Restaurant. Die Gebäude standen an der Herrenhäuser Straße 59, Ecke Spargelstraße.

Gruss vom Cafe Bellevue Herrenhausen | 02.05.1898

Bellevue Festsäle Herrenhausen | 27.03.1911

Der Gebäudekomplex bestand aus mehreren Festsälen, einem Konzert- und einem Ballsaal, mit Bühne und einem Bier- und Kaffeegarten mit Platz für mehr als 5000 Besucher. Im Ersten Weltkrieg dienten die Räume als Reserve-Lazarett VII. In den Jahren von 1924 bis 1927 wurde der Crystall-Palast als Zigaretten- und Zigarrenfabrik genutzt. Danach wieder als Restaurant.

Crystall-Palast Hannover | 15.08.1921

Crystall-Palast Herrenhausen - Saal I | 06.06.1921

Die Herrenhäuser Brauerei AG übernimmt 1937 die Gebäude und richtete dort ihre Brauerei-Gaststätten ein. Im Zweiten Weltkrieg wurden die Gebäude stark beschädigt und danach die noch erhaltenen Gebäudeteile wieder aufgebaut.

Crystall-Palast Hannover - Park-Ansicht | 23.05.1927

Die Brauerei-Gaststätte wurde 1989 geschlossen und das Gebäude der Gaststätte danach abgerissen. Heute wir das Grundstück von der Brauerei als Lagerplatz genutzt.

Crystall-Palast Hannover - Saal IV | 10.05.1927

Brauerei-Gaststätte Herrenhausen | 31.07.1958

Capitol-Kino im Capitol-Hochhaus

Das turmartige Gebäude des Capitol-Hochhauses am Schwarzen Bären, das von 1929 bis 1930 errichtet wurde, wird der Stilrichtung der expressionistischen Architektur („Backstein-Expressionismus“) zugerechnet. Es entstand nach Plänen des Architekten Friedrich Hartjenstein (1881-1941). Weitere Gebäude dieser Art und Epoche in Hannover sind das 1926 fertiggestellte Franzius-Institut (damals: Institut für Bauingenieurwesen) an der Nienburger Straße, der 1931 nach Plänen von Prof. Karl Elkart (1880-1959) fertiggestellte Neubau der Stadtbibliothek Hannover an der Hildesheimer Straße (war das erste Bibliotheks-Hochhaus Europas) und das 1927 bis 1928 erbaute Anzeiger-Hochhaus. Das Anzeiger-Hochhaus wurde als Verlagshaus der Verlagsgesellschaft Madsack nach einem Entwurf von Fritz Höger (1877-1949) errichtet.

Das Capitol-Hochhaus wurde auf dem Grundstück Schwarzer Bär 2 (früher: Deisterstraße 2) errichtet. Der Hofarchitekten Georg Ludwig Friedrich Laves (1788-1864) kaufte am 3. Oktober 1819 dem Unternehmer Johann Hinrich Egestorff (1772-1834) das Grundstück ab um sich ein Wohnhaus zu bauen. Kurze Zeit später, 1823/24 verkaufte er die klassizistische Villa an den Sohn Georg Egestorff (1802-1868), der die Villa als Wohnhaus für seine Familie nutzte. Anfang 1913 wurde das Gebäude abgerissen und das Grundstück bis zum Bau des Capitol-Hochhauses in den Jahren 1929/30 als Lagerplatz genutzt.

Hochhaus an der Ihme-Brücke | 08.09.1931

Hochhaus an der Ihmebrücke (Capitol) | 08.05.1950

Am 3. November 1930 eröffneten im Capitol-Hochhaus die "Capitol-Lichtspiele". Dass 1100 Plätze Kino wurde von dem Lindener Kinounternehmer Max Scharnofske und seinem Sohn Erich Scharnofske gegründete. Vater und Sohn betrieben noch weitere Kinos in Hannover-Linden, Hannover und Niedersachsen. Das Unternehmen hatte seinen Sitz in der Deisterstraße 2., in Linden-Mitte und ab 1932 in der Limmerstraße 31. in Linden-Nord. Privat wohnte Max Scharnofske laut Adressbuch von 1925 in der Haasemannstraße 11. in Linden-Mitte.

Nach dem Krieg wurde im Kinosaal des Capitols ein internationales Theater-Programm zusammengestellt, das sich großer Resonanz erfreute. Auch die englischen Besatzungstruppen nutzten das Capitol für ihre Soldaten. Zunächst waren von der britischen Militärregierung alle Kinos in Hannover geschlossen worden. Aber bald war man auch seitens der Besatzer daran interessiert, den Hannoveranern Abwechslung vom Alltag zu ermöglichen. Der Varieté-Unternehmer Alex Guidos hatte 1945 im Capitol die erste Varieté-Vorstellung Hannovers nach dem Krieg zusammengestellt. Am 25. Dezember 1948 gastierte Lale Andersen (1905-1972) und am 20. Januar 1949 Cläre Waldoff (1884-1957) im Capitol. 1966 wurde das Capitol geschlossen.

In den 1980er-Jahren wurde das Capitol-Kino zur Diskothek mit Live-Bühne umgebaut und dient seitdem als Auftrittsort in einer Größenordnung von bis zu 2.500 Zuschauern. Gelegentlich werden auch Filme auf einer Großbildleinwand gezeigt.

Central-Theater (Kinematographen-Restaurant), später Regina-Lichtspiele | Regina-Kinocenter

Das Central-Theater befand sich am Ernst-August-Platz 2-5 gegenüber dem Hauptbahnhof (Hbf) in Hannover-Mitte. Es wurde im Oktober 1906 unter dem Namen "Zur Schwalbe" eröffnet und war ein sog. Kinematografen-Restaurant. Inhaber und Theaterdirektor war der Lübecker Kinounternehmer Artur Mest (1875-1934) mit seiner Ehefrau Johanna Mest. 1910 wurde aus dem Lokal "Zur Schwalbe" dann das Central-Theater, Kinematografen-Restaurant mit der Stehbierhalle zur Schwalbe. Nachdem sich das Ehepaar Mest getrennt hatte, ging Artur Mest nach Magdeburg/Sachsen-Anhalt und gründete dort die Kammerlichtspiele.

Laut Adressbuch von 1920 war der Kinounterhemer Otto Blume aus der Oeltzenstraße 24., später (1928/29) Hohenzollernstraße 55., in der Hannover-Oststadt Besitzer des Kinos. Geschäftsführer war ein Herr Stolzenfels. Um 1930, nach Otto Blumes Tod wurde sein Sohn, der Dipl. Kaufmann Walter Blume Geschäftsführer des Kinounternehmens. Ab 1933 war die Tonfilm-Theater GmbH aus der Deisterstraße 2. in Hannover-Linden, mit ihrem Geschäftsführer Felix Voigt Inhaber. 1934 wurde der Kaufmann Fritz Spieker dann zum Geschäftsführer des Kinos bestellt.

Central-Theater | Kinematographen-Restaurant und Stehbierhalle zur Schwalbe | 09.09.1912

Bahnhofsvorplatz| 17.07.1950
rechts die Regina-Lichtspiele, heute Galleria Kaufhof

Ab Anfang Februar 1943 wird das Central-Theater zum Soldatenkino mit 600 Sitzplätzen umgewandelt und danach durch Alliiertenfliegerbomben zerstört. Nach dem Zweiten Weltkrieg wird auf dem ausgebombten Grundstück mit dem Neubau der Regina-Lichtspiele begonnen. 1950 wird das neue Ur- und Erstaufführungstheater mit 704 Sitzplätzen als Regina-Lichtspiele eröffnet. Das Kino wurde nach Plänen des hannoverschen Architekten Adolf Falke (1888-1958) erbaut. er entwarf auch die sogenannten Falke-Uhren (Standuhren im öffentlichen Raum in Hannover). Von den ursprünglich rund zwanzig Exemplaren, die die Stadt Hannover in Straßen und auf Plätzen aufgestellt hatte, haben sich heute zehn “Reklameuhren“ erhalten, die sämtlich unter Denkmalschutz stehen. 1973 wird aus den Regina-Lichtspielen das Regina-Kinocenter mit drei Kinosälen.

In den 1980er-Jahren gestaltete man das Gebäude und die Fassade des Regina-Kinocenters um. Dabei wurde die vorhandene Fassade durch dunkle Metallplatten überlagert und das Gebäude in den 1967 errichteten Kaufhof-Neubau intrigiert.

Concerthaus Hannover | Arbeiter-Vereinshaus | Neuer Hannoverscher Festsaal

Das "Concerthaus Hannover" befand sich Am Marstalle 6., in der Hannover-Altstadt, im 1712 errichteten Gebäude des "Neuen Marstalls", dem sich nach Osten das 1714 erbaute "Königliche Reithaus" anschloss. 1877/78 wurden die Gebäude (Alter und Neuer Marstall) vom Architekten, Bauunternehmer, Politiker und späteren Senator Ferdinand Wallbrecht (1840-1905) geteilt und zu einem Stadttheater und Konzerthaus umgebaut. Es gab zwei Säle für 1800 Personen. Vor 1911 war zuerst Heinrich Scharpenberg und danach Alfred Zaubitzer Inhaber des Konzerthauses. 1911 wurde es dann geschlossen.

...zur ausführlichen Beschreibung des Concerthaus Hannover | Arbeiter-Vereinshaus | Neuer Hannoverscher Festsaal

Georgspalast | GOP-Varieté-Theater (GOP)

Der Georgspalast Endstand von 1912 bis 1913 als Geschäfts- und Bürohaus an der Georgstraße 36. Errichtet wurde das erste hannoversche Stahlskelettgebäude von den Architekten Wilhelm Mackensen (1869-1955) und Friedrich Torno (1881-1962). Anfangs zogen in das 1913 fertiggestellte Gebäude mehrere Anwaltskanzleien, ein Restaurant, eine Cognac-Brennerei und die Berlitz-Sprachschule. Ab Mitte der 1920er-Jahre rückte das integrierte “Café-Restaurant Georgspalast“ von Inhaber Max Haberkorn als Tanzcafé an die Spitze der hannoverschen Spielorte für jazzorientierte Musik.

Georgs-Palast | 10.03.1916

Auch während des Zweiten Weltkriegs traten im Georgspalast immer wieder große Orchester auf, wie zum Beispiel das Bühnenorchester Paul von Béky (1903-1960). In der Nacht zum 9. Oktober 1943 wurde das Gebäude durch Fliegerbomben getroffen. Das Café-Restaurant Georgspalast konnte aber schon vier Wochen später wiedereröffnen.

Hannover „Georgs-Palast“ - Februar 1941 Gastspiel des Bühnenorchesters Paul von Béky | 16.02.1941

 

Während der Ersten Hannover Messe 1948 eröffnete der neue Inhaber Wilhelm Hirte (1902-1991), er pachtete 1947 den Georgspalast, zunächst das GOP-Varieté und später die Gondel-Bar. Die Gondel hatte rund um die Uhr geöffnet. Am 25. Mai 1948 fand die erste Veranstaltung statt und 1951 wurde zusätzlich das Haus der 1000 Schnäpse eröffnet.

 

Georgs-Palast gegeüber dem Kgl. Hoftheater | 20.08.1915

Georgspalast - Teilansicht des Hauptrestaurants
01.09.1936

Georgs-Palast (GOP) - Die Gondel | 11.11.1954

Das GOP-Varieté etablierte sich schnell als Bühne von nationalem und internationalem Rang. Viele bekannte und berühmte Sänger, Volksschauspieler und Filmstars traten im GOP-Varieté auf. Es gab kaum jemanden mit Rang und Namen, der in den 1950er-Jahren nicht im GOP auf der Bühne stand. Paul Hörbiger (1894-1981) und Gert Fröbe (1913-1988) waren hier ebenso unter Vertrag wie Josephine Baker (1906-1975) oder Heinz Erhardt (1909-1979). Und als 1960 Zarah Leander (1907-1981) einen Monat lang im GOP gastierte, drängten sich Hunderte von schaulustigen Fans vor dem Eingang.

Auch das GOP blieb von der Verbreitung des Fernsehens nicht verschont: Wie auch für viele andere Theater bedeutete diese Entwicklung, für das GOP-Varieté in Hannover das vorläufige Aus. Das Inventar wurde versteigert und als eines der letzten großen Varieté-Häuser in Deutschland, stellte es nun auch Mitte Oktober 1962 seinen Showbetrieb ein.

Die Räume wurden danach von verschiedenen Unternehmen genutzt. Im Dezember 1962 eröffnete im Keller die “ex-Bar“ und 1963 kam die “Münchener Löwenbräu Gaststätte“ hinzu. Nach dem Umbau 1971 und einer Erweiterung 1981 als Diskotheken, zunächst “Ex“, 1985 “Palace“ und 1987 als “Check In“. 1992 eröffnen die Bochumer Unternehmer Hubertus und Hubert Grote das GOP-Varieté-Theater wieder neu. Auf die Tradition, die das Theater in den 1950er-Jahren zum Inbegriff für Kunst und Unterhaltung gemacht hat, baut das neue GOP auf. Seit der Wiedereröffnung entwickelt das Team moderne Varietékunst. Mittlerweile hat das GOP-Varieté-Theater Kultcharakter. 2001 wurde das legendäre Restaurant Gondel wieder eröffnet. Seit 2006 gibt es eine Erweiterung des kulinarischen Angebots: Das Restaurant Pastaria direkt im GOP. 2012 konnten 100 Jahre Georgspalast und 20 Jahre GOP-Varieté-Theater in Hannover gefeiert werden.

Gartentheater in den Herrenhäuser Gärten.

Das schöne Boskett, Garten- oder Heckentheater entstand in der Zeit von 1689-1690 unter der Leitung von Brand Westermann (1646-1716). Für die Pflanzungen war der Hofgärtner Martin Charbonnier (1655-1720) verantwortlich.

Sommertheater im Herrenhäuser Garten | 23.07.1908

Gartentheater | 01.08.1912

Die Bühne ist eine 62,0 x 58,0 Meter große rechteckige Fläche, die sich nach hinten verjüngt und leicht ansteigt, wodurch eine perspektivische Wirkung erzielt wird. Vergoldete Bleifiguren und Taxuspyramiden bilden den Abschluss der Hainbuchenhecken, die gleichzeitig als Kulisse und als Umkleidekabine dienen. Der Zuschauerraum ist im Stil eines Amphitheaters gestaltet und bietet 1000 Besuchern Platz. An der Rückfront des Theaters erbaute Johann Friedrich de Münter 1892 die "Kleine Kaskade".

Sommertheater im Herrenhäuser Garten | 09.06.1916

Grotte am Gartentheater | 28.07.1917

Mellini-Theater (Operetten- und Varieté-Theater)

Der Zauberkünstler, Schausteller und Theatergründer Hermann Mehl (1843-1923) kam in den 1880er-Jahren nach Hannover und trat dort unter seinem Künstlernamen "Hermann Mellini" auf. 1889 ließ er in der damaligen Artilleriestraße 10. (seit 1953: Kurt-Schumacher-Straße 25/27.), in Hannover-Mitte, ein Operetten- und Varieté-Theater mit 2000 Plätzen errichten. Das Mellini-Theater wurde am 7. September 1889 nach nur fünf Monaten Bauzeit eröffnet. Die Bühne war 17,0 Meter hoch, 14,0 Meter breit und 12,0 Meter tief. Die Architekten waren der aus Blankenburg im Harz, in Sachsen-Anhalt stammende Architekt Theodor Hecht (1850-1917) und der Architekt Heinrich Siepmann (1850-1892). Der Giebel des Gebäudes war mit symbolischen Darstellungen des Tanzes, des Gesangs und der Akrobatik des Bildhauers Carl Dopmeyer (1824-1899) geschmückt. Das Deckengemälde im Theatersaal schuf der in Hannover geborene Maler und Kunstprofessor Ernst Pasqual Jordan (1858-1924).

...zur ausführlichen Beschreibung des Mellini-Theaters (Operetten- und Varieté-Theater)

Moulin Rouge | Rote Mühle - Tanzpalast und Kabarett

Der Tanz- und Unterhaltungspalast Moulin Rouge ging aus dem von Heinrich Langwost (1869-1933) in der Schmiedestraße gegründeten Kabarett Max und Moritz hervor, das der Eigentümer 1897 in die Schillerstraße 40 verlegte. Mit der angeschlossenen Bar Traube entwickelte es sich ab 1903 zu einer der führenden Vergnügungsstätten in Hannover. 1908 wurde das Kabarett durch Erweiterung und Umbau zum Tanz- und Unterhaltungspalast Moulin Rouge. Das Moulin Rouge gehörte zu den Lokalen, deren Besuch für Militärpersonen des Königlich Preußischen Garnisonskommando untersagt war.

Vor Beginn des Ersten Weltkrieges wurde das Moulin Rouge in Rote Mühle - Tanzpalast und Kabarett umbenannt. Nach einem Umbau Mitte der 1920er Jahre trat ein eigenes Hausballett auf, und es gab Gastauftritte internationaler Künstler. Bis in den Zweiten Weltkrieg hinein spielte das hauseigene Orchester von Hermann Drechsel Swing. Zu dieser Zeit war Heinrich Langwost jun. (1896-1969), genannt Hein Inhaber der Roten Mühle.

Moulin Rouge - Ball-Saal | 25.05.1909

Das teilweise bombenbeschädigte Tanzokal, zeitweilig auch Speiselokal für Fronturlauber und Verwundete, wurde nach dem Krieg 1947 wiedereröffnet. Es hatte nun 300 Sitzplätze und eine zu öffnende Decke für Veranstaltungen unter freiem Himmel. Nach der Tanzbar Rio wurde das Gebäude 1958 zum Filmtheater Savoy umgebaut. 1971 wurde das Gebäude abgerissen.

Tanz-Palast "Rote Mühle" | 04.02.1929

Rote Mühle - Tanzpalast und Kabarett

Münchener Bierhalle | Löwenhof und Löwenbräu

Die Münchener Bierhalle befand sich in der Luisenstraße 5. Architekt, der 1880 im gotischen Stil erbauten Bierhalle, war Helne (?). Im Jahr 1897 waren Ernst Meyer, 1903 Heinrich Scharpenberg, der auch das Concerthaus Hannover betrieb und um 1908 Carl Deussner, Inhaber des Etablissements.

Am 3. Februar 1906 wurde in der Münchener Bierhalle die erste Mitgliederversammlung des Fischereiverein Hannover e.V. von 1906 einberufen.

Gruss aus Hannover
Münchener Bierhalle Ernst Meyer | 13.07.1900

Münchener Bierhalle Ernst Meyer | 20.08.1897

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Bierhalle in Löwenhof und Löwenbräu (Varieté) umbenannt, neue Hausnr. Luisenstraße 3. Zu dieser Zeit bewirtschaftet Carl Ehlers (Ehlers Betriebe GmbH) das Lokal. Carl Ehlers war auch Inhaber des Ausflugslokals Ahlemer Turm in Hannover-Ahlem. Im Januar 1928 trat der Sänger und Komiker Otto Reuter, eigentlich Otto Pfützenreuter (1870-1931) im Löwenbräu Varieté auf. Am 19. Februar 1928 trafen sich die Hannoverschen Motor-Sport-Freunde zu einer Ausfahrt im Münchener Löwenbräu. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren die Löwenhof-Betriebe Am Marstall 10 ansässig.

Gruss aus der Münchener Bierhalle | 17.08.1903

Gruss aus der Münchener Bierhalle | 12.05.1908

Gruss aus den Münchener Bierhallen | 26.06.1908

Carl Ehlers-Betriebe, Varieté - Konzertsaal - Bar

Nieschlag-Lichtspiele | Luna-Lichtspiele

Die Nieschlag-Lichtspiele befanden sich seit 1914 in der Nieschlagstraße 16/17., in Linden-Mitte, ab 1918 umbenannt in Luna-Lichtspiele. Das Kino hatte 386 Sitzplätze und Inhaber war Hermann Kerkhof. 1920/21 wurden die Sitzplätze auf 300 reduziert. Ab 1925 war Wilhelmine Kaufmann (1885-1945) Inhaberin der Luna-Lichtspiele. Sie betrieb auch die beiden Lichtspieltheater - Apollo-Theater (seit 1908) an der Leinaustraße/Ecke Limmerstraße 50. in Linden-Nord und das Victoria-Theater (seit 1910) in der Deisterstraße 8. in Linden-Mitte. Zwei Jahre später wurde der Betrieb verkauft und in Modernes Theater umbenannt. Nun war Heinrich Schräder Geschäftsführer und Inhaber des Kinos, sowie Eigentümer der Immobilie. Er wohnte in der Fössestraße 44., in Linden-Nord. Zweiter Geschäftsführer war sein Brüder Fritz Schräder.

Nach einem weiteren Umbau 1929 hatte das Kino nun 450 Sitzplätze und wurde durch den Kinounternehmer Otto Blume aus der Hohenzollernstraße 55. in der Hannover-Oststadt betrieben. Geschäftsführer wurde Heinz Schräder. Seit 1931 gehörte das Kinounternehmen dann den Lindener Kinounternehmern W. Beiße, Max Scharnofske und seinem Sohn Erich Scharnofske. Das Unternehmen hatte seinen Sitz in der Deisterstraße 2., in Hannover-Linden-Mitte und ab 1932 in der Limmerstraße 31. in Linden-Nord. Das Kinounternehmen betrieb noch weitere Kinos in Hannover-Linden, Hannover und Niedersachsen.

Um 1940 hatte das Kino dann nur noch 426 Sitzplätze und wurde durch Helene Rummel aus der Calenberger-Neustadt in Hannover betrieben. 1943 wurde das Gebäude bei einem amerikanischen Luftangriff zerstört. Helmut Schräder ließ durch den Architekten Hans Klüppelberg (1904-1962) das Gebäude mit dem Kino wiederaufbauen und am 25. September 1953 wurde es als Modernes Theater mit 400 Sitzplätzen wiedereröffnet. Um 1955/56 wurde es dann schon wieder geschlossen. Helmut Schräder war in den 1950er-Jahren auch Geschäftsführer der Schloß-Lichtspiele, Stöckener-Lichtspiele und des Theater am Damm in der Hannover-Nordstadt.

Niewerth´s Concerthallen (Alte Flöte und Karmarschkeller)

Niewerth´s Concerthallen wurden am 1. Januar 1883 in der Köbelingerstraße 25 gegründet. Als Kapellmeister wurde der Musiklehrer Rudolf Georg Hermann Westphal (1826-1892) beschäftigt. Inhaber und Direktor war August Niewerth sen. Er war Träger der Preußischen-Feldzugs-Medaille von 1870/71 und Träger der Langensalza-Medaille. Auch privat wohnte er in der Köbelingerstraße 25. Vor 1897 dann in der Georgstraße 16, I. und II. Etg. Sein Sohn August Niewerth jun. war als Kellner im väterlichen Betrieb beschäftigt und übernahm ihn später.

Vor 1897 zog man mit den Konzerthallen in die Georgstraße 16 (Alte Flöte) und in die Georgstraße 18 (Karmarschkeller) um. Der Karmarschkeller hatte Platz für 120 Personen. Die Bühne war fünf Meter hoch, vier Meter breit und drei Meter tief. Als Vertreter und Artistischer-Leiter wurde Max Bürkner eingesetzt. Als Kapellmeister wurde Adolf Jummel beschäftigt, und als Hausagent wurde Julius Erbeck (1861-?) engagiert. Um 1920 war Willi Meis Geschäftsführer der Gastronomiebetriebe.

Gruß aus der Concerthalle "Alte Flöte" Hannover, Georgstr. 18.
Die Mobilmachung zu Stoffelsberg. Humorist. Ensemble.

Gruss aus Hannover | August Niewerth`s Concerthallen
Alte Flöte, Karmarschkeller | 02.10.1899

Gruss aus Hannover | August Niewerth`s Concerthallen
Alte Flöte, Karmarschkeller | 21.11.1904

Odeon-Konzertgarten, später Kriegerheim, dann Volksheim

Das Odeon wird erstmals 1798 als Gartenlokal mit Tanz erwähnt. Zu dieser Zeit hieß das Lokal noch Wegeners Garten. Das Gartenlokal lag vor dem Steintor am Nikolai-Friedhof. 1871 wird das Lokal von Eduard Christian Ochsenkopf übernommen, der Konzerte, Promenaden und Illuminationen anbot. Zu dieser Zeit hieß das Lokal Ochsenkopfs Garten. Nach einem aufwendigen Umbau wurde das Gartenlokal am 23. Juni 1850 als Konzertgarten Odeon wiedereröffnet. 1865 wird der Konzertgarten im Auftrag der Besitzer Heinrich Kasten (1821-1893), der auch Hotelbesitzer (Kastens Hotel Luisenhof) war, und J. H. Grobmeyer von Erwin Oppller (1831–1880) nach dem Vorbild der Thermen des Caracalla als baumreicher Garten mit Gipsbauten im römischen Stil umgebaut. Es gab den großen Konzertgarten, Clubzimmer, eine Kegelbahn, Säle für Bälle und Familienfeste, den Königssaal und die Königshalle. Insgesamt hatte das Etablissement über 1.200 Plätze. 1878 wurde das Vorderhaus in der Nikolaistraße neu errichtet. Architekt war Christoph Hehl (1847–1911). Der Odeon-Konzertgarten war eines der ersten öffentlichen Lokale mit Gasbeleuchtung in Hannover. Auf dem hinteren Teil des Odeons wird 1894 die Odeonstraße angelegt.

Kriegerheim Hannover Nicolaistrasse 10 | 13.11.1898

Gruss aus dem Kriegerheim Hannover | 31.03.1913

Vor 1898 wird das Odeon als Kriegerheim (Vereinsheim der Kriegervereine Hannovers) genutzt. Zu dieser Zeit war August Zunke Inhaber des Lokals. Die Burschenschaft Arminia von 1898 hatte von 1900 bis 1903 hier ihren Sitz. Adolf Krug wird 1913 als Inhaber genannt. Nachdem die Kriegervereine 1919 aufgelöst wurden, wurden die Grundstücke in der Nikolaistraße 10 (heute: Goseriede) und Odeonstraße 12 von der Hannoverschen Gewerkschaft erworben und zu einem Volksheim (Haus der Deutschen Arbeit) umgebaut. Zuvor hatte die Hannoversche Gewerkschaft von 1909 bis 1910 ihr Gewerkschaftshaus in der Nikolaistraße nach Plänen des Architekten Rudolf Schröder (1874-1929) errichtet. Es gab im Gewerkschaftshaus Büros für die Gewerkschaftler und für das 1898 gegründete Arbeitersekretariat.

Erster Wetkrieg (1914-1918)

Während des Ersten Weltkriegs von 1914 bis 1918 wurde die Räume des Kriegerheims und des Gewerkschaftshauses auch als Reserve-Lazarett III. genutzt. Die Lazarette wurden von Diakonissen des Henriettenstiftes geleitet.

Freiwillige Kriegshilfe Hannover und Linden

Der Verein "Freiwillige Kriegshilfe Hannover und Linden" wurde am 15. August 1914 im Kriegerheim (Vereinsheim der Kriegervereine Hannovers) gegründet. Vereinsgründer und Leiter war Karl Komoll, der auch Geschäftsführer der hannoverschen Ortsgruppe des "Reichsverbandes gegen die Sozialdemokratie" war. Die Geschäftsstelle und das Warenlager der "Freiwilligen Kriegshilfe" befanden sich in den ehemaligen Betriebsgebäuden der Maschinenfabrik Knoevenagel am Hauptbahnhof (Hbf) in Hannover-Mitte. Es gab auch dezentrale Ausgabestellen in den fünf Stadtteilen Hannovers sowie in Linden, Badenstedt und Hannover-Hainholz. In Linden gab es neben einer Ausgabe für Lebensmittel auch noch eine Volksküche.

Vom 16. bis 18. Juni 1928 war das Gewerkschaftshaus ein Auftrittsort des 1. Deutschen Arbeiter-Sängerbundfestes.

Gewerkschaftshaus | 24.03.1913

Partei- und Gewerkschaftshaus Hannover Restaurant | 1905

 

Am 1. April 1933 besetzen Mitglieder der Sturmabteilung (SA) und Schutzstaffel (SS), der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP), das Gewerkschaftshaus und Volksheim mit den Einrichtungen der hannoverschen Gewerkschaften und der Sozialdemokratischen Partei Deutschland (SPD).

Die Besetzung des Gewerkschaftshauses war nicht nur ein erster Schritt zur Zerschlagung der Arbeiterbewegung in Hannover und in Linden, sondern auch die Generalprobe zum Verbot aller Gewerkschaften, die am 2. Mai 1933 in ganz Deutschland folgte. Besitzer der Immobilien war nun, laut Adressbuch von 1934 und 1938, die Vermögensverwaltung der Deutschen Arbeitsfront (DAF) in Berlin. Die DAF-Abteilung Hannover hatte nun auch ihren Sitz im Haus.

Während des Zweiten Weltkriegs wird das Odeon-Volksheim-Gebäude total zerstört. Heute befindet sich an gleicher Stelle, ein Erweiterungsbau des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), des DGB-Gewerkschaftshauses Hannover.

Volksheim
1. Deutsches Arbeiter-Sängerbundesfest Hannover
vom 16. bis 18. Juni 1928

Oppermann`s Variété-Theater

 

Oppermann`s Variété-Theater wurde 1893 gegründet und befand sich in der Karmarschstraße 7. Das Unternehmen bestand aus dem Restaurant "Karmarschhalle" und dem Variété. Die Bühne war vier Meter hoch, vier Meter breit und drei Meter tief. Direktor und Inhaber war Friedrich Oppermann. Als Kapellmeister wurde Leopold Butenuth (?-1897) beschäftigt.

Leopold Butenuth komponierte unter anderem 1866 die Musik für das Theaterstück "Die Afrikanerin", ein Possenstück in fünf Akten von Carl August Görner (1806-1884). Die Uraufführung fand im Februar 1866 in Carl Schulzes Theater, in Hamburg-Altona statt. Später war Leopold Butenuth Kapellmeister am Tivoli-Theater in Kiel/Schleswig-Holstein, wo er 1897 starb.

Gruss aus Oppermann`s Variété-Theater | 31.10.1897

Palast-Lichtspiel | Palast-Theater

Das Palast-Lichtspiel befand sich in der Bahnhofstraße 5, in Hannover-Mitte. Anfang der 1920er-Jahre wurde das Lichtspielhaus (Kino) mit fast 1000 Plätzen eröffnet. Betreiber des Kinos war die Deafilm GmbH und Geschäftsführer war Herr Meyer-Pentin-Benda. Ab 1925 betreibt die Hannoversche Theaterbetriebs-GmbH mit Hans Zaengel als Geschäftsführer das Palast-Lichtspiel.

Im Adressbuch von 1931/32 wird als Betreiber des Palast-Lichtspiels die Vereinigte Theater-Lichtspiele Hagen & Sander GmbH, eine Tochtergesellschaft der Universum Film AG (UFA) aus Berlin mit Sitz am Ägidientorplatz 2 in Hannover aufgeführt. 1933 bis 1940 ist dann die Palast-Lichtspiele-Weltspiele-Theater-Gemeinschaft in der Georgstraße 12, in Hannover-Mitte Inhaber.

Siehe auch weiter unten: Vereinigte Theater-Lichtspiele

Im Adressbuch von 1940/41 werden als Eigentümer der Immobilie unter der Adresse Adolf-Hitler-Straße 5. (zur Zeit des Nationalsozialismus wurde die Bahnhofstraße in Adolf-Hitler-Straße umbenannt) die Atrium-Theaterbetriebe, des Lindener Kinounternehmers Erich Scharnofske aus Linden-Mitte aufgeführt. Während der Luftangriffe auf Hannover im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude zerstört.

Nach dem Krieg wurde durch den Bauunternehmer Friedrich Mehmel (?-1966), der schon zuvor Eigentümer der Bahnhofstraße 6 und 7 gewesen war, das Palast-Theater an gleicher Stelle neu errichtet. Eröffnet wurde das Kino mit Balkon und rund 1000 Sitzplätzen am 21. Februar 1948. Es zählte mit den nur wenig später eröffneten Weltspielen in der Georgstraße zu den größten und bedeutendsten hannoverschen Premierenkinos. Zu den Uraufführungsfeiern der 1950er-Jahre erschienen Filmstars wie Paul Hörbiger (194-1981), Olga Tschechowa (1897-1980), Grethe Weiser (1903-1970) und Willy Birgel (1891-1973)

In den 1950er und 1960er-Jahren wurde das Palast-Theater mehrfach modernisiert. So wurde etwa 1956 eine Cinemascope-Leinwand installiert, eine 4-Kanal-Magnetton-Anlage eingebaut und der Saal bekam einen neuen Anstrich. Nach einem weiteren Umbau wurde ein zusätzlicher, 47 Sitzplätze umfassender, Raum namens "Prinzess" für Kindervorstellungen angeboten.

Nachdem Friedrich Mehmel 1966 starb, wechselte das Palast-Theater mehrfach den Besitzer. Insbesondere durch die Verbreitung des Fernsehens in den 1960er und 1970er-Jahren geriet auch das Palast-Theater in eine finanzielle Krise. Kurz, nachdem 1981 die UFA-Theater AG das Großkino erworben hatte, sicherten Umbauten in den Jahren 1982 bis 1984 zum sogenannten "Schachtelkino" mit insgesamt zwölf kleineren Sälen zunächst den weiteren Fortbestand. Inhaber der UFA-Theater AG war der Hamburger Filmkaufmann Heinz Riech (1922-1992). 2002 führte die Insolvenz des damaligen Eigentümers am 18. Juni 2003 zur Schließung des Kinos. Danach wurde das Gebäude zu einem Büro- und Geschäftshaus umgebaut.

Palmengarten, dann Wintergarten, Eispalast, Kammer-Lichtspiele und Atrium-Lichtspiele

In der von 1857 bis 1861 durch den Architekten Christian Heinrich Tramm (1819-1861) errichteten zweigeschossigen ehemaligen "Königlichen Remise" (Wagenhalle/Wagenremise) wurde 1881, das "Konzerthaus Palmengarten" eröffnet. Zuvor wurde das Gebäude 1878 durch den Architekten, Bauunternehmer, Politiker und späteren Senator Ferdinand Wallbrecht (1840-1905) zu einem Geschäftshaus umgebaut. Das Gebäude, zunächst unter der Adresse Goethestraße 15-17 (die Goethestraße wurde 1870 angelegt), dann Goethestraße 41., wurde durch den Architekten Gustav Wilhelm Otto Goetze (1832-1894) nochmals umgebaut und 1881 zum "Konzethaus Palmengarten". Am 7. April 1887 wurde im Konzerthaus der "Fabrikantenverein" für die Stadt Linden und die Stadt Hannover gegründet, heute: Industrie-Club Hannover e.V.

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Parkhaus-Konzertgarten am Georgengarten

Wilhelmine Möhle erwirbt 1874 für 7500 Thaler ein Grundstück in der Feldmark Herrenhausen. Gegenüber der Obstplantage der Herrenhäuser Gärten entsteht unter dem Architekten Ludolf und Franz Heußner (1842-?) ein Gebäude mit Türmchen, Terrassen und großen Festsälen. Es beherbergt auch ein Restaurant, und erste Konzerte finden dort statt. Zu dieser Zeit ist Konrad Möhle Inhaber des Lokals. Aufgrund seiner Lage am Georgengarten wird das Gebäude "Restaurant Parkhaus" genannt. Zu erreichen war das Parkhaus bereits in seinen Anfangstagen per Straßenbahn. Im Oktober 1872 war in Hannover die erste Pferdeeisenbahnlinie bis zum Königsworther Platz errichtet worden. Ab 1873 fuhr sie zum Großen Garten in Herrenhausen. 1880 kauft der Gastwirt Wilhelm Graeve das Lokal. Wie der Tivoli-Konzertgarten, Bella-Vista und das Odeon gehört es schnell zu den bekanntesten Tanzlokalen Hannovers. Vor allem bei den in der Gegend stationierten Soldaten ist es besonders beliebt.

Gruss vom Stadtpark Hannover | 09.10.1899

Gruss vom Stadtpark und Parkhaus Hannover | 01.10.1900

Nach Gastwirt Wilhelm Graeve war bis 1891/92 die Fleischer- und Gastwirtsfamilie Cortnum, Besitzer des Grundstücks mit dem Parkhaus. Unter dem jüdischen Bankier Alexander Moritz Simon (1837-1905) erfährt das Parkhaus 1891 eine Erweiterung, zuvor wurde er Teilhaber der Familie Cortnum und ab 1992 alleiniger Besitzer des Grundstücks mit dem Parkhaus.

Alexander Moritz Simon wohnte bereits schon seit Anfang der 1880er-Jahre zur Miete in einer 1880 erbauten Villa an der Alleestraße 1., in Herrenhausen und erwarb später mehrere Grundstücke zwischen Nienburger Straße, Herrenhäuser Kirchweg und der Alleestraße. Dort legte er einen aufwendig gestalteten, privaten Stadtpark, mit einer künstlichen Burgruine, einer Hundinghütte, Tropfsteinhöhle und einem Weinrestaurant am Herrenhäuser Kirchweg für sich an. Ende 1894 verkaufte Alexander Moritz Simon das Parkhausgrundstück (zuvor hatte er das Parkhaus und alle weiteren Gebäude abreißen lassen) an den Architekten, Bauunternehmer und Bürgervorsteher Max Küster (1862-1941). Seinen Stadtpark verkaufte er nicht.

Max Küster errichtete 1894/95 nach eigenen Plänen nun das "Neue Parkhaus" als neobarockes Gebäude und verkaufte es im Juli 1897 an die Hoteliers Otto Tesch und Paul Steffen (Grand Hotel Tesch & Steffen, Ernst-August Platz 7. und Luisenstraße 6., beides in Hannover-Mitte). Man eröffneten das "Neue Parkhaus" als "Konzertrestaurant I. Ranges". Paul Steffen wohnte auch mit seiner Familie im Gebäude.

Um 1898/99 pachteten Otto Tesch und Paul Steffen den bis dahin privaten Stadtpark von Alexander Moritz Simon, um ihn mit dem Parkhausgrundstück zu verbinden. Am 6. Mai 1899 wurde dann der "Stadtpark Hannover" und das "Parkhaus" neu eröffnet. Es konnten mehr als 3000 Besucher im Biergarten, am Bierbuffet, der Blockhütte und am Musikpavillon bewirtet werden. Es gab auch einen Kinderspielplatz, einen Tennisplatz und eine Schießbude. Abends wurde der Stadtpark durch die eigene Stromanlage des Parkhauses beleuchtet.

Gruss vom Parkhaus Hannover | 09.05.1902

Als Alexander Moritz Simon ab 5. Januar 1905 in Hannover starb, fand die Trauerfeier für ihn im "Neuen Parkhaus" statt. Ab 1905 ist der Gastronomieunternehmer Otto Kopp Inhaber des Ausflugslokals und 1914 erwirbt danach die Lindener Aktien-Brauerei vorm. Brande & Meyer das Gebäude. Noch immer dient es als Konzertsaal und Tanzlokal.

Max Küster (1862-1941), Architekt, Bauunternehmer und Bürgervorsteher

Max Küster war ein Schüler des hannoverschen Baumeisters und Hochschullehrers Conrad Wilhelm Hase (1818-1902). Er beschäftigte bis zu 3500 Mitarbeiter in seinem Unternehmen für Hoch-, Tief- und Wasserbau.

Max Küster war von 1900 bis 1919 auch der Erste Vorsitzende des 1893 gegründeten Haus und Grundbesitzervereins Hannover (heute: Haus & Grundeigentum Hannover). Von 1897 bis 1924 war er Mitglied des Bürgervorsteherkollegiums und erbaute 1903/04 auch das "Kaiserhaus" in der Prinzenstraße 1., am Thielenplatz, in Hannover-Mitte, auf eigene Rechnung nach einem Entwurf des Architekten Alfred Sasse (1870-1937).

Kaiserhaus Pschorrbräu - Restaurant | 27.01.1908

Gruss aus dem Konzertgarten Parkhaus | 14.11.1909

Parkhaus Hannover Bes. Otto Kopp | 17.04.1911

Während des Zweiten Weltkriegs werden im Juli 1943 durch Bombentreffer, der große Saal und andere Gebäudeteile zerstört. Nur der Küchenbereich bleibt erhalten und wurde als Luftschutzraum genutzt. 1957 pachtet das Ehepaar Oppermann das Lokal. Mit dem Ende des letzten Pachtvertrags 1965/66 wird die Bewirtschaftung eingestellt und die Städtische Lagerbierbrauerei AG (Gilde-Brauerei) verkauft das Grundstück mit sämtlichen Gebäuden an das Land Niedersachsen.

Die Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover (damals noch Technische Hochschule Hannover) übernimmt das Gebäude. Aus dem Saal und dem Restaurant werden nun Hörsäle und kleine Büros. Der an der Appelstraße gelegene Seitenflügel wird für die Lehrstühle und Institute Elektrische Anlagen und Steuerungstechnik, Schiffsmaschinen sowie Messtechnik im Maschinenbau angemietet. Neben den Instituten für Energieversorgung und Hochspannungstechnik, Geobotanik, Landschaftspflege und Naturschutz, ist das Institut für Mess- und Regelungstechnik in den Räumen nun zu Hause. Eine Steintafel am Eingang des Gebäudes datiert die Entstehung des Parkhauses.

Parkhaus Grosser Konzertsaal | 29.05.1916

Parkhaus | 19.08.1924

Posthorn-Lichtspiele

Die Posthorn-Lichtspiele wurden 1920/21 in der Deisterstraße 64-66., in Linden-Mitte mit 227 Sitzplätzen eröffnet. Inhaber war Karl Vellbinger sen. Schon 1921 wurde der Lindener Kinounternehmer Max Scharnofske Mitinhaber des Lichtspielhauses. Max Scharnofske und sein Sohn Erich Scharnofske betrieben noch weitere Kinos in Hannover-Linden, Hannover und Niedersachsen. Das Kinounternehmen Scharnofske hatte seinen Sitz in der Deisterstraße 2., in Linden-Mitte. Privat wohnte Max Scharnofske laut Adressbuch von 1925 in der Haasemannstraße 11. in Linden-Mitte.

Um 1925 hatte das Kino 500 Sitzplätze und ab 1927 ist Karl Vellbinger jun. nun Inhaber. Der Kinounternehmer Otto Blume wird 1928 Besitzer des Kinos. Sein Kinounternehmen hatte seinen Sitz am Ernst-August-Platz 2-5., im Central-Theater, Kinematografen-Restaurant in Hannover-Mitte. Ab 1932 bis 1940 werden dann die Gebr. Vellbinger Besitzer und Betreiber der Posthorn-Lichtspiele. Während des Zweiten Weltkrieges wurde das Lichtspielhaus bei einem Luftangriff zerstört.

Der Kinounternehmer Heinz Bohle aus der Fössestraße 99. in Linden-Mitte lässt 1951 am alten Standort der Posthorn-Lichtspiele unter dem gleichen Namen ein neues modernes Lichtspieltheater durch den Architekten Arnold Leissler (1911-?) aus Hannover errichten. Das neue Kino hatte 950 Sitzplätze. Heinz Bohle war auch Inhaber und Betreiber des Goethehaus-Filmtheaters in Hannover-Mitte und der Schauburg in Hannover-Ricklingen. Ab 1954 wurden die Posthorn-Lichtspiele auf CinemaScope und Breitwandfilm umgestellt. Außerdem erhielt das Kino eine Silberwand "Gigant". Die Silberwand war 11,0 m x 6,50 m groß. 

Seit dem Abriss 1979 befindet sich heute eine Rasenfläche auf dem Hinterhofgrundstück.

"Zum Posthorn" - Hotel, Restaurant und Saalbetrieb
(Deisterstraße 64-66.) | um 1937

Saalbau Hannover (Metropol-Theater) | Saalbau Konzert-Etablissement

Die Veranstaltungshalle "Saalbau Hannover" wurde 1890 erbaut und 1894 in der Oberstraße 7., in der Hannover-Nordstadt eröffnet. Der "Saalbau Hannover" war mit 1100 Sitzplätzen eine der größten Veranstaltungshallen der Stadt. Im Februar 1899 trat das "Damen-Orchester Quinta" aus Chemnitz/Sachsen auf.

Gruss vom Metropol-Theater
Biertunnel zur Baumannshöhle | 09.09.1901

Gruss aus dem Metropoltheater Oberstr. 7.,
"Bellermann - Eduard Bellermann" | 30.01.1904

Metropol-Theater

Der "Saalbau Hannover" mit Hannovers größtem Konzertsaal und dem "Biertunnel zur Baumannshöhle" wurde 1905 geschlossen und wenig später als "Metropol-Theater" wiedereröffnet. Der ehemalige Hofschauspieler Max Walden (1861-?), eigentlich Max Simonsohn war 1904 Direktor des Theaters. Zuvor war er als Schauspieler und Oberregisseur am "Deutschen Theater" in der Reuterstraße 10., in Hannover tätig. L. Piorkowski, genannt Piori war 1905 Direktor und 1910 wurde das Stück "Der Graf von Monte Christo" von Alexandre Dumas (1802-1870) aufgeführt.

In den Jahren 1901, 1905, 1911/12 und 1914 fanden in der Veranstaltungshalle internationale Ringkampfveranstaltungen statt. Veranstalter war der Internationale Ringer Verband (IRV Berlin) aus Berlin.

Prosit Neujahr! - Gruss aus dem Metropol-Theater | 01.01.1905
  Oberstr. 7. am Klagesmarkt - Direction L. Pirokowski = Piori

Metropol-Theater - Der Fund in der Eilenriede
"Der Einbruch im Rheinischen Hof"

Vereinigte Theater-Lichtspiele

Ab 1912/13 wurde das "Metropol-Theater" zu einem Lichtspielhaus (Kino) mit 1160 Plätzen umgebaut und in "Vereinigte Theater-Lichtspiele" umbenannt. Vermutlich schon vor 1918 betrieb die Hagen & Sander KG das Kino. Inhaber und Geschäftsführer des Unternehmens war Hermann Hagen. Die Hagen & Sander KG betrieb auch schon das 1912 gegründete Lichtspielhaus - "Vereinigte Theater-Lichtspiele" - in der Hildesheimer Straße 11., in der Hannover-Südstadt.

Siehe auch weiter unten: Vereinigte Theater-Lichtspiele

Durch die Übernahme der Hagen & Sander KG durch die Universum Film AG (UFA) aus Berlin entstand 1922 die "Vereinigte Theater-Lichtspiele Hagen & Sander GmbH", eine Tochtergesellschaft der Universum Film AG (UFA) mit Sitz in Hannover. Laut Adressbuch von 1927 bis 1936 betrieb die Vereinigte Theater-Lichtspiele Hagen & Sander GmbH nun das Kino unter dem Namen "UFA-Theater". Das Gebäude wurde 1936 komplett renoviert und das Kino nannte sich weiterhin "UFA-Theater".

Metropoltheater Hannover - Krone u. Fessel | 06.09.1908

Das sensationelle Ausstattungs-Melodrama
Zweimal gelebt. Metropoltheater Hannover | 11.07.1910

Metropol-Lichtspieltheater GmbH

Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Gebäude bei einem Luftangriff im Oktober 1943 zerstört und etwas versetzt mit 550 Plätzen als "Metropol-Lichtspieltheater GmbH", mit neuem Eingang am Engelbosteler Damm 5., wieder aufgebaut. Das Kino hatte nun eine acht Meter breite Schumann-Breitwand-Leinwand und eine Stereo-Tonanlage mit einem Klangfilmverstärker. Ab 1949 war Georg H. Will aus Bergen-Belsen bei Celle, in Niedersachsen Inhaber und Betreiber des Kinos. Das "Metropol-Theater" wurde 1961 geschlossen. Heute nutzt ein Großhandel für Elektro-, Heizungs- und Sanitärbedarf die Räumlichkeiten.

Saalbau Konzert-Etablissement, später Rollschuh-Palast

Im "Saalbau Konzert-Etablissement" an der Hildesheimer Straße 45., in der Hannover-Südstadt gab es schon 1905 einzelne Filmvorführungen. Das "Konzert-Etablissement" wurde allerdings hauptsächlich für Tanzveranstaltungen und Bälle genutzt. Filme waren damals nur Bestandteile ganzer Abendprogramme, etwa in Kombination mit einer Damenkapelle oder mit einem Damenringkampf. 1906 war Christian Mühlhause Inhaber des "Saalbau Konzert-Etablissement". Und 1908 fand hier die Ringkampfveranstaltung "Internationale Ringkampf-Konkurrenz" statt. Veranstalter war der Internationale Ringer Verband (IRV Berlin). 1909 wurde der "Saalbau" geschlossen und als "Rollschuh-Palast" wiedereröffnet.

Saalbau Konzert-Etablissement (Hildesheimer Straße 45)
28.12.1906

Gruss aus dem Rollschuh-Palast Hannover - American Roller Rink Co. - C. P. Crawford / F. A. Wilkins Generaldirektoren
08.11.1911

Im "Rollschuh-Palast" fand 1914 die "7. Große Internationale Ringkampf-Konkurrenz", Ringkampfveranstaltung statt. Veranstalter war wieder der Internationale Ringer Verband (IRV Berlin). Betreiber des Hauses war nun August Grimme, 1929/30 wurde aus dem "Rollschuh-Palast" dann das "Luna-Imperator-Lichtspieltheater" und ab dem 27. März 1937 der "Gloria-Palast" mit 583 Sitzplätzen.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde das Kino 1943 ausgebombt und nach dem Krieg bereits 1945 wieder einige Meter weiter an der Hildesheimer Straße 36/38. neu errichtet. Eröffnet, als erstes Nachkriegskino in Hannover wurde am 5. Oktober 1945. Der "Gloria-Palast" wurde am 31. Januar 1980 geschlossen; vor der Schließung wurden auf der Breitfilmleinwand noch einmal alte Monumentalfilme gezeigt: “Vom Winde verweht“, “Quo Vadis?“, “Der Untergang des Römischen Reiches“, “Dr. Schiwago“, sowie “Die zehn Gebote“ und “Ben Hur“. Das Gebäude wurde abgerissen und an seiner Stelle entstand ein Hotelneubau.

Schauburg (Schauspielhaus)

Die Schauburg wurde von dem Architekten Franz Bubenzer (1872-1934), er war auch Schauspieler und später erster Intendant der Schauburg, sowie den Architekten Rudolf Goedeke (1877-1950) und Wilhelm Leyn (1875-1921) geplant, und in den Jahren von 1910 bis 1911 als privates Theater für die "Hannoversche Schauspielhaus-Gesellschaft m.b.H." erbaut. Die Schauburg sollte als eigenständige Bühne für das Schauspiel in der Provinzhauptstadt Hannover dienen. Es gab 1000 Sitzplätze.

Schauburg (Hildesheimer Straße 229) | 05.12.1911

Schauburg (Hildesheimer Straße 229) | 09.04.1912

Die Schauburg an der Hildesheimer Straße 229., Ecke Adelheidstraße, in der Südstadt startet am 15. Mai 1911 mit Goethes Faust (I. Teil). Unter der Leitung von Felix Meinhardt wurden später auch Operetten aufgeführt. Die erste Operette war "Die Liebesjagd" des Dirigenten und Komponisten Hermann Ritzau (1870-1954). 1921 debütierte der Hannoversche Schauspieler Theo Lingen (1903-1978) ohne jegliche Bühnenausbildung an der Schauburg. Im März 1923 pachtete die Stadt Hannover das Gebäude um es dann 1925 käuflich zu erwerben und im Folgejahr in "Städtisches Schauspielhaus" umzubenennen. Zusammen mit der Oper bildet die Schauburg (Städtisches Schauspielhaus) nun die städtischen Bühnen.

Von 1919 bis 1927 war der österreichische Schauspieler, Regisseur und Intendant Rolf Roenneck (1887-1964) Direktor der Schauburg. Von 1927 bis 1933 dann der jüdische Intendant und Regisseur Dr. Georg Altmann (1884-1962) aus Berlin, er war auch schon in den Jahren von 1910 bis 1913 Direktor des Deutschen Theaters (Privatbühne) in der Reuterstraße, in Hannover-Mitte gewesen. Dr. Georg Altmann wurde 1933 durch die Nationalsozialisten gezwungen, seinen Posten aufzugeben. Im März 1933 wurde er zuerst beurlaubt und kurz darauf gekündigt. Er emigrierte nach Nizza/Frankreich und arbeitete dort als Theaterkritiker. 1938 zog er nach San Francisco/USA und inszenierte dort als einer der Ersten in den USA Bertolt Brecht (1898-1956). Von 1933 bis 1943 wurde Alfons Pape (1885-1950) Direktor der Schauburg (Städtisches Schauspielhaus).

Während der Luftangriffe auf Hannover im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude in der Nacht vom 8. auf den 9. September 1943 völlig zerstört. In der Folge zog das "Städtische Schauspielhaus" in den Ballhof um, wo unter Direktor Heinrich Koch (1911-2006) der Betrieb bis zur Schließung sämtlicher deutschen Theater am 1. September 1944 fortgeführt wurde.

Stadthalle Hannover | Stadthallengarten

Die Stadthalle Hannover (heute: Hannover Congress Centrum HCC) wurde von den Architekten Paul Bonatz (1877-1956) und Friedrich Eugen Scholer (1874-1949) entworfen. Von 1911 bis 1914 wurde die Stadthalle auf einem ehemaligen Militärgelände in der nähe, der Schackstraße (Zooviertel) errichtet. Eröffnet wurde die Stadthalle mit dem Kuppelsaal (3642 Plätze), dem Beethovensaal (753 Plätze), er soll erst seit den 1960er-Jahren Beethovensaal heißen, und dem weitläufigen Stadthallenpark am 10. Juni 1914. Der damalige Gartenkünstler und Hannoversche Stadtgartendirektor Hermann Kube (1866-1944) hatte maßgeblichen Anteil, an der Gestaltung des Stadthallengartens. Hermann Kube war von 1913 bis 1934 Stadtgartendirektor in Hannover.

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Stadt-Theater, später Deutsches Theater Hannover

Das Deutsche Theater, vormals Stadt-Theater befand sich in der Reuterstraße 10, im ehemaligen "Königlichem Reithaus" am Marstall, in der Hannover-Altstadt. Das Gebäude wurde 1877 vom Architekten, Bauunternehmer, Politiker und späteren Senator Ferdinand Wallbrecht (1840-1905), im Auftrag des Kommissionsrat Karl Röpke (er betrieb auch den Tivoli-Konzertgarten), zum Theater umgebaut und hatte 2000 Plätze. Eröffnet wurde das Stadt-Theater am 30. Dezember 1878. 1885 wurde das Haus nochmals umgebaut und in Deutsches Theater Hannover umbenannt, es hatte danach nur noch 850 Sitzplätze.

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Thalia-Theater | Residenz-Theater

Thalia-Theater

Das Thalia-Theater wurde 1851 als Thalia-Verein gegründet, und sollte als Konkurrenz zu dem vom hannoverschen Hof unterhaltenen Schauspiel im Opernhaus betrieben werden. Der Verein richtete in einem Gebäude in der Marktstraße 47., in der Hannover-Altstadt, einen Theatersaal ein und versuchte das Niveau des Opernhauses zu erreichen. Dies konnte allerdings mit den Mitteln des Vereins nicht erreicht werden. Bis Mitte der 1870er-Jahre hatte das Thalia-Theater noch bestand.

Residenz-Theater

Das Residenz-Theater in der Marktstraße 47., in der Hannover-Altstadt, wurde 1880 als Privatbühne durch den Kommissionsrat Karl Röpke gegründet. Es entstand in den Räumen des ehemaligen Thalia-Theater-Saales und hatte 1374 Plätze. Verantwortlich für den Umbau 1879 war der Architekt Otto Goetze (1832-1894). In den Jahren 1885/86 war der Schauspieler und Theaterleiter Sigmund Lautenburg (1852-1918) artistischer Direktor und Oberregisseur am Residenz-Theater. Am 2. Januar 1888 begann der Hofschauspieler und Rezitator August Junkermann (1832–1915) sein Gastspiel am Residenz-Theater. Da die Aufführungen aber kein großer Erfolg waren beendete August Junkermann noch im selben Monat sein Engagement.

Gruss aus Hannover
Residenztheater u. Marktstrasse | 08.03.1901

Die Jubiläums- (100.) Aufführung von "Alt Heidelberg"
im Residenz-Theater zu Hannover II Act.

Bis etwa 1900 war das Residenz-Theater Hannover, das führende Theater in der Residenzstadt. 1903 feierte man die 100. Aufführung des Theaterstücks "Alt Heidelberg". Im Juni 1921 wird Heinz Rühmann (1902-1994) engagiert, wo er zusammen mit dem Hannoveraner Theo Lingen (1903-1978) auftrat. Nur ein Jahr später, Mitte 1922 musste das Residenz-Theater schließen.

Nach der Schließung 1922 wurde das Gebäude vom Automobil- und Fahrradgroßhändler Friedrich C. Wagener als "Residenz-Autohallen" genutzt. Während der Luftangriffe auf Hannover im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude dann vollständig zerstört.

Thalia-Theater (Lichtspieltheater)

Das Thalia-Theater (Lichtspieltheater) wurde 1906/07 eröffnet und befand sich an der Ecke Limmer- und Kochstraße in Linden-Nord. Die genaue Adresse war das Restaurant "Krokodil" in der Limmerstraße 12. Inhaber des Restaurants mit dem Lichtspieltheater (Kino) und Eigentümer des Hauses war laut Adressbuch von 1904, seit 19. März 1904 der Gastwirt Theodor Vollmer. Laut Lindener Zeitung vom 2. Juni 1909 soll am Sonntag, den 30. Mai 1909 ein Großbrand im Lichtspieltheater ausgebrochen sein. Ob es sich bei dem Brand wirklich um das Thalia-Theater handelte, ist nicht gesichert.

Gruss aus Hannover-Linden - Restaurant von TH. Vollmer
(Limmerstraße 12.) | 01.05.1905

Limmerstraße (Ecke Kochstraße - Restaurant "Krokodil"
von Th. Vollmer) | 13.1907

Thalia-Theater (Operettentheater)

Das Thalia-Theater mit seinen fast 1100 Sitzplätzen befand sich ab 1946/47 an der Göttinger Straße 14, am Deisterplatz, direkt über der Haupteinfahrt, in einem ehemaligen Kantinen-Saal (heute: Ernst-Winter-Saal) der HANOMAG AG in Linden-Süd.

Architekt des umgebauten Kantinen-Saals war der Hannoveraner Ernst Friedrich Brockmann (1920-1978). Man startete im März 1946 als Johann-Strauß-Theater, schon am 28. November 1946 zog das Theater in den provisorischen Gemeindesaal (Gertrud-Marien-Heim) der St.-Martinskirchen-Gemeinde an der Badenstedter Straße 37 in Hannover-Linden um. Am 8. Dezember 1946 wurde die Thalia-Theater GmbH gegründet und das Theater zog wieder in den Kantinen-Saal der HANOMAG AG zurück. Von 1947 bis 1958 bekommt das Theater den Namen Thalia-Theater und die Hamburgerin Agnes Brüning wird als Direktorin angagiert. Im Juni 1948 gaben die berühmten Berliner Philharmoniker ein Gastspiel im Thalia-Theater.

Thalia Operettentheater Programmheft

Peter Stanchina - Inszenierung Walzerrausch

In dem 700 qm großen Kantinen-Saal der HANOMAG AG fand vom 9. bis 11. Mai 1946 die Gründungsversammlung bzw. der erste Parteitag der Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) für die drei Westzonen statt, in deren Zuge Dr. Kurt Schumacher (1895-1952) erwartungsgemäß zum Vorsitzenden gewählt wurde. Später wurde der Saal in „Ernst-Winter-Saal" umbenannt. Namensgeber war der Betriebsratsvorsitzende der HANOMAG AG, Ernst Winter (1888-1954), der nach dem Tod von Dr. Kurt Schumachers dessen Nachfolger für den hannoverschen Wahlkreis in den Deutschen Bundestag einzog. Heute nutzt das Service Center der Deutschen Telekom den Ernst-Winter-Saal, nach einem Umbau, wieder als Kantine.

Da das Thalia-Theater keinerlei finanzielle Unterstützung von der Stadt Hannover erhielt, ging das Operettentheater am 3. September 1958 in Konkurs. Am 13. September 1958 wechselte die Spielstätte von der Göttinger Straße in das Theater am Aegi, am Rand der Hannover-Südstadt, wo neben Gastspielen auch andere Veranstaltungen ihr Publikum fanden. Gerhard Bönicke (1913-1999) übernahm das Thalia-Theater in Eigenregie und führte es noch bis zum 31. Juli 1973 erfolgreich weiter.

Tivoli-Konzertgarten

Der Tivoli-Konzertgarten lag an der Königstraße 1 und Schiffgraben 48, unmittelbar hinter den Eisenbahngleisen. Wer mit der Eisenbahn von Osten oder Süden heranrollte, der suchte sich einen Platz auf der rechten Seite. Und wenn dann der Zug über die Schiffgrabenbrücke fuhr, hingen die Leute in den Fenstern, um einen Blick auf den prachtvollen Konzertgarten werfen zu können. Der Tivoli-Konzertgarten war Hannovers schönste Terrassenanlage, mit Springbrunnen, Holzbauten und Illumination.

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Union-Theater (auch Sommer-Theater genannt)

Das Union-Theater, auch Sommer-Theater genannt, war ein Theater mit Restaurantbetrieb. Es befand sich in der Maschstraße 12., in der Hannover-Südstadt. Das Restaurant im Theater, "Zum Uniongarten" führte laut Adressbuch von 1888 August Stein, der 1890 den Namen "Schwanenburg" für das gleichnamige Ausflugslokal in Hannover-Limmer erfand, welches er auch betrieb. 15 Jahre vorher war laut Adressbuch von 1872 Friedrich Meyer, der Inhaber des Restaurants. Ob zu dieser Zeit auch schon Theateraufführungen stattfanden, ist nicht überliefert. Laut Adressbuch von 1897 war seit dem 13. Dezember 1890 der Gastronom Friedrich Lüders, der auch das Theater Orchester leitete, Betreiber des Theaters samt Restaurant. Er war nun auch Eigentümer der Immobilie mit dem Hinterhaus 12 a. Lüders wohnte privat am Aegidiendamm 1 a., Hannover-Südstadt.

Gruss vom Uniongarten | 11.10.1897

Man führte 1903 das Theaterstück "Er und seine Schwester" auf. Im gleichen Jahr war auch Fritz Stammer Direktor des Theaters, Orchesterleiter blieb Friedrich Lüders. Im Union-Theater machte der Film- und Theater-Schauspieler Viktor Schwanneke (1880-1931) seine ersten Bühnenerfahrungen, bevor er im Herbst 1904, für sein erstes Festengagement nach Rudolstadt/Thüringen und danach, nach Frankfurt an der Oder/Brandenburg und Stettin, heute Polen, verpflichtet wurde.

Die Ringkampfveranstaltung "Großer Ringer-Wettstreit um den Großen Preis von Hannover" fand 1920 im Union-Theater statt. Veranstalter war der Internationale Ringer Verband Berlin (IRV). Das Tunier fand mehrere Tage statt.

Union-Theater Orchester - Fr. Lüders | 29.01.1908

Sommertheater Union, Hannover - Dir. Fritz Stammer
02.09.1903 - Zur Erinnerung an die Saison 1903 und...

 

Union-Theater - Maschstrasse | 11.12.1905

Im Adressbuch von 1928/29 und 1934 wird als Besitzer der Immobilie die Firma Union Kaufmännischer Verlag GmbH geführt. Theater und Restaurant werden nun nicht mehr genannt. Im Adressbuch von 1941 ist der Garagenbesitzer Wilhelm Orbach (Union-Garagen GmbH) Eigentümer der Häuser 12/12 a. Die Gebäude wurden während des Zweiten Weltkrieg zerstört. Heute steht ein Neubau an gleicher Stelle.

Vereinigte Theater-Lichtspiele

Die Hagen & Sander KG richtete 1912 an der Hildesheimer Straße 11 in der Hannover-Südstadt ein Lichtspieltheater (Kino) unter dem Namen "Vereinigte Theater-Lichtspiele" ein. Inhaber und Geschäftsführer war Hermann Hagen. Vermutlich schon vor 1918 betrieb man auch das Vereinigte Theater-Lichtspiele Kino in der Oberstraße 7 in der Hannover-Nordstadt.

Durch Übernahme der Universum Film AG (UFA) aus Berlin wurden 1922 aus den Vereinigten Theater-Lichtspielen (Vereinigte Theater-Lichtspiele Hagen & Sander GmbH) an der Hildesheimer Straße, die "UFA-Lichtspiele" mit 1042 Sitzplätzen.

Die Vereinigte Theater-Lichtspiele Hagen & Sander GmbH war nun eine Tochtergesellschaft der Universum Film AG (UFA). Da die Stadtverwaltung Hannover das Grundstück für den Neubau der Stadtbibliothek Hannover benötigte, wurden die "UFA-Lichtspiele" vermutlich Anfang 1930/31 abgerissen.

Vereinigte Theater-Lichtspiele
Inh. Hagen & Sander (Hildesheimer Straße 11)

Weltspiele

Die Weltspiele wurden 1924 in der Georgstraße 12., in Hannover-Mitte als Premieren-Lichtspieltheater mit 1200 Plätzen errichtet. Die Architekten waren der Schweizer Alexander Kölliker (1883-?) und Adolf Springer (1886-1978). Inhaber des Kinos war der Kinounternehmer Otto Blume aus der Hohenzollernstraße 55. in der Hannover-Oststadt und seit 1930 sein Sohn der Dipl. Kaufmann Walter Blume. Die Weltspiele gingen 1936 in den Besitz der Universum Film AG (UFA) aus Berlin und wurden umgebaut. Nach dem Umbau hatte das Kino nur noch ca. 1000 Sitzplätze.

Während des Zweiten Weltkriegs zeigten die Weltspiele 1941 den ersten deutschen Farbfilm (Frauen sind doch bessere Diplomaten). Das Gebäude wurde durch die Alliierten in der Bombennacht vom 9. Oktober 1943 völlig zerstört.

Nach dem Krieg wurden die Weltspiele durch den Filmkaufmann Robert Billerbeck (1920-1993) nach nur fünfeinhalb Monaten Bauzeit wiedererricht. Am 24. März 1949 wurden die Weltspiele mit 1160 Plätzen als Hannovers größtes Kino wiedereröffnet. In den 1950er-Jahren erlebten die Weltspiele ihre Blütezeit als Erst- und Uraufführungstheater. Die Innenausstattung wurde 1954 nochmals erneuert und eine 13,0 Meter große Breitwand-Leinwand eingebaut und eine stereofone Tonanlage installiert.

Nachdem 1975 der auf 25 Jahre befristete Mietvertrag der Billerbeck-Filmtheaterbetriebe mit dem Eigentümer ausgelaufen war, wurde das Gebäude an die deutsche Tochtergesellschaft der US-amerikanischen Kaufhauskette Woolworth verkauft. Nun betrieb Robert Billerbeck die Weltspiele zusammen mit seinem neuen Partner Heinz Riech (1922-1992), dem Inhaber der UFA-Theater AG. 1980 verkaufte Robert Billerbeck seine Weltspieleanteile an Heinz Riech. Das Kino wurde 1992 geschlossen und einige Zeit als Techno-Diskotheke genutzt. Danach wurde das Gebäude für einen Kaufhausneubau abgerissen.

Concethaus Zur Münze

Besitzer des Konzerthauses war H. Dahle. Die Bühne war sechs Meter breit und vier Meter tief.

Krüger´s intern. Künstler-Agentur für Variété, Zirkus und Konzert Kanalstraße 13.

Theater-, Spezialitäten-, Theater- und Konzert-Agentur Julius Erbeck Fernroder Straße 11.

Literatur- und Quellenverzeichnis

Andreas-Andrew Bornemann / Postkarten / Text

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Adress- und Fernsprechbücher der Stadt Hannover
Ausstellungskatalog: Lichtspielträume - Kino in Hannover 1896-1991 | Rolf Aurich, Susanne Fuhrmann, Pamela Müller | Gesellschaft für Filmstudien e.V. (GFS) | 1991
Geschichte der Stadt Hannover II | Dr. Klaus Mlynek, Dr. Waldemar R. Röhrbein | Schlütersche Verlag | 1994
Hannoversche Geschichtsblätter - Moritz Simon und sein Garten in Herrenhausen. | Dr. phil. Hans-Dieter Schmid | Band 70 | Wehrhahn Verlag | 2017
1939. Hannovers Weg in den Zweiten Weltkrieg | Wolfgang Steinweg | Verlagsgesellschaft Madsack Hannover | 1989
Hannover, Die Grosstadt im Grünen | Fr. Stadelmann | Verkehrs-Verein Hannover e.V., Hannover | 1927
Hannover, Kunst-Lexikon und Kultur-Lexikon | Helmut Knocke, Hugo Thielen | Schäfer Verlag Hannover | 1994
Heimatfront Hannover - Kriegsalltag 1914-1918 | Schriften des Historischen Museums Hannover (HMH) | 2014
Nach dem Krieg war immer Theater | Horst Deuker | Projekt - www.lebensraum-linden.de | 2010
Stadtarchiv Hannover
Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart | Dr. Klaus Mlynek, Dr. Waldemar R. Röhrbein | Schlütersche GmbH & Co. KG Verlag und Druckerei | 2009
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