Horace Leonard Ridler (1882-1969) "The Great Omi" oder auch "The Zebra Man"

Horace Leonard Ridler wurde am 26. März 1882 in der Nähe von London/England geboren. Er trat als "The Great Omi" und "The Zebra Man" auf. Seine Eltern waren wohlhabend, sodass er auf Privatschulen ging und die Welt bereisen konnte. Es gibt Quellen, die meinen er wäre später auf die Universitäten in Oxford oder in Cambridge, beides in England, gegangen. Dort hätte er ein Studium mit Auszeichnung bestanden, oder er wäre in die britische Armee eingetreten und Major geworden.

Nach dem Tod seines Vaters soll er ein größeres Vermögen geerbt haben, welches er aber schnell wieder durch Glücksspiel und falsche Investitionen verloren haben soll. Während des Ersten Weltkriegs (1914-1918) wurde er ausgezeichnet und am 9. September 1915 zum Leutnant befördert. Am Ende des Krieges hatte er den Rang eines Majors und bekam somit eine kleine Soldatenrente, von der er allerdings nicht leben konnte.

Ab 1922 ließ er sich tätowieren und trat später, um seine Rente aufzubessern, in kleineren Sideshows auf. Zwischen 1927 und 1934, als er im Londoner Stadtteil Mitcham lebte, nahm er Kontakt zum Tätowierer George Burchett (1872-1953) auf. Von ihm ließ er sich am ganzen Körper als "The Zebra Man" tätowieren. Es soll angeblich 150 Stunden gedauert und 3000 $ gekostet haben. Von nun an tourte er als "The Great Omi" und "The Zebra Man" durch England und Frankreich.

The Great Omi,
The most amazing Tattooing
The World has ever seen

The Great Omi

Nach seiner Rückkehr nach England ließ er seine Ohren durchbohren, trug Ohrringe und begann aufwendige Kostüme zu tragen. Er erzählte während seiner Auftritte dem Publikum, er sei von Eingeborenen auf der Pazifikinsel "New Guinea", heute Papua-Neuguinea, gefangen genommen worden und gegen seinen Willen tätowiert worden zu seien, dies stimmte natürlich nicht. Diese Behauptung trug allerdings zu seiner Popularität erheblich bei.

Während der Weltausstellung in Queens, New York City/USA trat Horace Leonard Ridler 1939 im "John Hix Odditorium" auf. Zu dieser Zeit war er schon mit Gladys Ridler - Künstlername "Omette" verheiratet. Nach der Weltausstellung trat er dann in "Leroy Ripleys Odditorium Theater", in New York City als Hauptattraktion auf. Der Comiczeichner, Radioreporter und Weltreisende Robert Leroy Ripley (1890-1949) ließ "The Great Omi" sechs Monate in seinem Theater auftreten, die längste Zeit, die jemals ein Künstler von ihm präsentiert wurde. Es besuchten täglich 1600 Besucher die zehn Vorführungen.

Ab 1940 tourte er mit dem "Ringling Brothers and Barnum & Bailey Circus" durch die USA und trat als "The Zebra Man" in dessen Sideshow als Hauptattraktion für eine Saison auf. Anfang 1941 tourte er durch Australien und Neuseeland. In der zweiten Hälfte des Jahres 1941 trat er in Vancouver/Kanada auf und beendete das Jahr in San Diego, Kalifornien/USA.

Das Ehepaar Ridler verließ im Frühjahr 1942 die USA und ging zurück nach England. Horace Leonard Ridler versuchte während des Zweiten Weltkriegs wieder in die britische Armee aufgenommen zu werden, wurde allerdings abgelehnt. 1950 beendete er seine Karriere im Showgeschäft. Horace Leonard Ridler "The Great Omi" starb 1969 in einem kleinen Dorf in Sussex, in England.

Literatur- und Quellenverzeichnis

Andreas-Andrew Bornemann / Postkarten / Text

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